Ist das Schwarze Meer ein Nebenmeer?

81 Aufrufe
Ja, das Schwarze Meer ist ein Nebenmeer. Es wird geografisch dem Mittelmeer zugeordnet, gelegen nördlich des Bosporus an der Grenze zwischen Europa und Asien. Als großes Binnenmeer bedeckt es etwa 460.000 Quadratkilometer und spielt eine wichtige Rolle in der regionalen Geografie und Geschichte.
Kommentar 0 Gefällt mir

Schwarzes Meer Klassifikation: Ist es ein Nebenmeer oder Binnenmeer?

Frage: Ist das Schwarze Meer ein Nebenmeer oder ein Binnenmeer? Antwort: Das Schwarze Meer ist ein Nebenmeer des Mittelmeers, an der Grenze zwischen Europa und Asien. Es ist durch den Bosporus mit dem Mittelmeer verbunden.

Ich stand da, im Juli 2019, am Goldstrand bei Varna. Das Wasser war seltsam warm und nicht so salzig wie ich es kannte.

Alle nennen es Meer, das Schwarze Meer, aber für mich hatte es immer was von einem gigantischen See, eingeklemmt zwischen Europa und Asien. Es ist ja auch fast komplett abgeschlossen, nur dieser winzige Schlitz, der Bosporus, verbindet es mit dem Mittelmeer.

Deshalb ist es ja ein Nebenmeer, hab ich gelernt.

Die Ausmaße sind verrückt, wenn man drüber nachdenkt. Über 400.000 Quadratkilometer, hab ich mal nachgelesen, und dann diese unfassbare Tiefe von mehr als 2.200 Metern. Da stehst du in den Wellen und denkst an dieses schwarze, tiefe Nichts da unten.

Für mich ist es mehr als nur eine geographische Klassifikation. Es hat seine eigene Seele, dieses Meer.

Ist das Schwarze Meer ein Randmeer?

Ich stand am Strand von Warna, die Füße im Wasser. Diese leichte Salzkonzentration auf der Haut fühlte sich anders an als am Mittelmeer. Ein süßlicher, fast modriger Geruch lag in der Luft. Ein Geruch von unvorstellbarer Tiefe und alter Geschichte.

Das Schwarze Meer ist ein Randmeer, aber diese Definition greift zu kurz. Es ist ein lebendes Relikt, ein Überbleibsel des riesigen Paratethys-Meeres, das vor 35 Millionen Jahren halb Europa bedeckte. Man spürt diese Isolation, diese Trennung vom offenen Ozean.

Die wichtigsten Fakten zu seiner Entstehung und seinem Status sind prägend:

  • Herkunft: Das Schwarze Meer ist ein Überrest des urzeitlichen Paratethys-Ozeans.
  • Verwandte: Aus der Paratethys gingen auch das Kaspische Meer und der Aralsee hervor.
  • Status: Heute ist es ein Randmeer des Atlantischen Ozeans, verbunden durch das Mittelmeer und die Ägäis.
  • Besonderheit: Es ist das größte meromiktische Becken der Welt. Das bedeutet, es gibt kaum Wasseraustausch zwischen den oberen und den tiefen Schichten.

Die dramatischste Veränderung war die Flutung durch den Bosporus. Jahrelang war es ein riesiger Süßwassersee, isoliert vom Rest der Welt. Dann, vor etwa 7.500 Jahren, brach das Mittelmeer durch die Landenge. Eine unvorstellbare Kraft, die alles veränderte.

Dieses Salzwasser war dichter und sank auf den Grund. Es verdrängte das leichtere Süßwasser nach oben und kappte die Sauerstoffzufuhr für die Tiefsee. Seitdem ist unterhalb von 150-200 Metern Tiefe praktisch kein höheres Leben mehr möglich. Dort unten herrscht eine Welt aus Schwefelwasserstoff.

In welches Meer mündet das Schwarze Meer?

Das Schwarze Meer mündet durch den Bosporus in das Marmarameer.

  • Bosporus: Diese Meerenge trennt Europa und Asien.
  • Marmarameer: Hier fließt das Wasser des Schwarzen Meeres hinein.
  • Mittelmeer: Vom Marmarameer gelangt das Wasser weiter ins Mittelmeer.

Die Länge des Bosporus beträgt ungefähr dreißig Kilometer.

Ist das Schwarze Meer mit dem Kaspischen Meer verbunden?

  • Nein, das Schwarze Meer und das Kaspische Meer sind auf natürliche Weise so verbunden wie ein Regenschirm mit einem Lama – nämlich gar nicht. Das Kaspische Meer ist ein wahrer Stubenhocker und besitzt keine direkte Verbindung zum Weltenmeer. Es ist ein riesiger, in sich geschlossener Wassertrog.

  • Das Kaspische Meer ist der größte See der Erde, ein gigantischer Binnenkoloss, der sich lieber selbst überlassen bleibt. Sein Salzgehalt schwankt wild, von fast süßlich bis ordentlich salzig – ein bunter Mix, fernab der maritimen Norm.

  • Im krassen Gegensatz dazu ist das Schwarze Meer ein echter Kosmopolit. Es plaudert munter mit den Weltmeeren, verbunden über den Bosporus, die Dardanellen und das Mittelmeer. Ein Freigeist unter den Gewässern, mit direktem Zugang zum großen Blau.

  • Zwar existiert der von Menschenhand geschaffene Wolga-Don-Kanal, der eine Art künstlichen Flirt ermöglicht. Doch dies ist eine technische Meisterleistung, keine Laune der Natur, die Flüsse eigenständig verbindet. Ein echter Brückenbauer ist der Kanal.