Welchen Einfluss haben die Meere auf das Klima?

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Der einfluss der meere auf das klima zeigt sich durch folgende zentrale funktionen: Ozeane absorbieren seit 1970 über 90% der überschüssigen wärmeenergie und speichern rund 31% der menschengemachten co2-emissionen seit der industrialisierung. Die amoc-meeresströmung schwächte sich seit mitte des 20. jahrhunderts um etwa 15% ab. Das marine phytoplankton produziert zudem fast 50% des globalen sauerstoffs durch biologische kohlenstoffpumpen.
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Einfluss der Meere auf das Klima: 90% Wärmeabsorption

Der einfluss der meere auf das klima bestimmt maßgeblich die lebensbedingungen auf unserem planeten. Ein fundiertes verständnis dieser komplexen zusammenhänge schützt vor folgenschweren fehleinschätzungen der ökologischen lage. Wer die regulierenden funktionen der weltmeere missachtet, übersieht existenzielle risiken für das globale wettergefüge. Informieren sie sich jetzt über die wirkmechanismen der ozeane zur bewahrung stabiler klimaverhältnisse.

Warum sind die Weltmeere der wichtigste Taktgeber unseres Klimas?

Der Einfluss der Meere auf das Klima beruht vor allem auf der extrem hohen Waermekapazitaet des Wassers, die es dem Ozean erlaubt, gewaltige Mengen an Energie zu speichern und zu verteilen.

Ohne die stabilisierende Wirkung der Meere waere das Klima auf der Erde weitaus extremer und fuer den Menschen in weiten Teilen unbewohnbar.

Es gibt jedoch einen speziellen Mechanismus im Atlantik, der wie eine gigantische Heizung fuer Europa fungiert. Ohne ihn waere es in Berlin so kalt wie in weiten Teilen Kanadas.

Ich werde im Abschnitt ueber die Meeresstroemungen spaeter im Detail erklaeren, warum diese Heizung gerade messbar an Kraft verliert.

Seien wir ehrlich: Wenn wir ueber den Klimawandel sprechen, schauen wir meistens nach oben in den Himmel oder auf vertrocknete Felder.

Aber die eigentliche Action findet unter der Oberflaeche statt.

Der Ozean fungiert als das Gedaechtnis des Klimasystems. Er reagiert traeger als die Atmosphaere, speichert Veraenderungen aber ueber Jahrhunderte.

Selten ist die Bedeutung eines physikalischen Systems so unterschaetzt worden wie die der tiefen Wassermassen, die weit entfernt von unserem Alltag liegen.

Der Ozean als globaler Waermespeicher

Die Weltmeere haben seit 1970 ueber 90% der gesamten ueberschuessigen Waermeenergie absorbiert,

die durch den anthropogenen Treibhauseffekt im Erdsystem entstanden ist.

Diese Zahl ist kaum zu greifen.

Um es anschaulicher zu machen: Haette die Atmosphaere diese Energie allein aufnehmen muessen, waere die globale Lufttemperatur bereits um Dutzende Grad hoeher.

Das Wasser nimmt die Waerme an der Oberflaeche auf und transportiert sie durch vertikale Durchmischung bis in Tiefen von ueber 2.000 Metern.

Ich erinnere mich an einen Tauchgang in der Nordsee vor einigen Jahren.

An der Oberflaeche war das Wasser angenehm warm, aber nur wenige Meter tiefer packte mich eine beißende Kaelte, die bis in die Knochen zog.

Genau dieser Temperaturunterschied ist der Motor fuer den vertikalen Austausch.

In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch die oberste Wasserschicht deutlich staerker erwaermt als die tieferen Lagen.

Das fuehrt zu einer staerkeren Schichtung, die den Austausch von Naehrstoffen und Sauerstoff behindert.

Das Wasser wird quasi traege.

Die unsichtbare Lunge: Absorption von Kohlendioxid

Neben Waerme schlucken die Meere auch riesige Mengen an Gasen.

Seit Beginn der Industrialisierung haben die Ozeane rund 31% der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen aufgenommen.

Dies geschieht durch physikalische Loesungsprozesse an der Oberflaeche sowie durch die biologische Kohlenstoffpumpe des Phytoplanktons.

Diese Kleinstlebewesen produzieren zudem fast 50% des globalen Sauerstoffs - jeder zweite Atemzug, den wir nehmen, stammt also theoretisch aus dem Meer.

Doch diese Schutzfunktion hat einen hohen Preis.
Wenn CO2 im Wasser geloest wird, entsteht Kohlensaeure.
Die Folge ist eine Versauerung der Wasseroberflaeche, die seit der vorindustriellen Zeit um etwa 30% zugenommen hat.
Besonders Kalkbildner wie Korallen oder kleine Fluegelschnecken leiden darunter, da sich ihre Gehaeuse in saurem Milieu buchstaeblich aufloesen.
Es ist ein schleichender Prozess, den man nicht sieht, bis ein ganzes Riff weiß wird und stirbt.
Ein deprimierender Anblick.

Das globale Foerderband: Meeresstroemungen und Wetter

Hier ist die versprochene Aufloesung zur Heizung Europas: Es geht um die AMOC (Atlantic Meridional Overturning Circulation), zu der auch der Golfstrom gehoert.

Dieses System transportiert warmes Oberflaechenwasser aus den Tropen nach Norden und kaltes, salzreiches Wasser in der Tiefe zurueck nach Sueden.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich diese Stroemung jedoch um etwa 15% abgeschwaecht.

Der Grund ist das Abschmelzen des Grönlandeises, das große Mengen Suesswasser in den Nordatlantik spuelt und so den Absinkmechanismus stoert.

Sollte dieser Motor weiter stottern, haette das dramatische Folgen fuer unser regionales Wetter.

Die Schwaechung der AMOC steht paradoxerweise mit extremeren Hitzewellen im Sommer in Verbindung, da sich die Luftdruckmuster ueber dem Atlantik verschieben.

Viele Experten - und ich zaehle mich nach Jahren der Datenanalyse dazu - sind besorgt, dass wir uns einem Kipppunkt naehern könnten.

Wenn die Stroemung einmal abreißt, laesst sie sich nicht einfach wieder anschalten.

Das ist ein beängstigendes Szenario.

Wenn Sie mehr über die Ozeane erfahren möchten, sehen Sie sich Welche Kontinente liegen an welchem Ozean? an.

Die Rolle der großen Ozeane im Vergleich

Nicht alle Meere beeinflussen das Klima auf die gleiche Weise. Hier ist ein Vergleich der zwei wichtigsten Akteure.

Der Atlantische Ozean (Fokus: Stroemung)

Massive Verlangsamung der Stroemungen durch Suesswasserzufuhr

Zentrale Rolle beim globalen Waermetransport durch die AMOC

Hohe Aufnahmerate durch kaltes Wasser im Nordatlantik

Der Pazifische Ozean (Fokus: Variabilitaet)

Haeufigere und intensivere marine Hitzewellen zerstoeren Oekosysteme

Dominanz durch Phaenomene wie El Nino und La Nina (ENSO)

Riesiges Reservoir, aber geringere vertikale Mischung als im Atlantik

Waehrend der Atlantik eher als das langfristige Transportband fungiert, sorgt der Pazifik fuer kurzfristige, aber heftige Klimaschwankungen weltweit. Beide Systeme sind eng miteinander gekoppelt; veraendert sich eines, reagiert das andere unweigerlich.

Erik und die Veraenderung der Nordsee

Erik, ein Fischer in der dritten Generation aus Cuxhaven, bemerkt seit zehn Jahren, dass seine Netze immer öfter Arten enthalten, die dort eigentlich nicht hingehoeren. Die Wassertemperatur in der Deutschen Bucht steigt stetig an, was die lokale Nahrungskette durcheinanderbringt.

Anfangs versuchte er, seine Fanggründe einfach weiter nach Norden zu verlagern, in der Hoffnung, dort die gewohnten Bestaende zu finden. Doch der Treibstoffverbrauch stieg massiv an, waehrend die Ertraege sanken - ein wirtschaftliches Desaster fuer seinen kleinen Betrieb.

Er realisierte, dass er nicht gegen den Ozean ankaempfen kann. Stattdessen begann er, sich auf neue Arten wie die Felsengarnele zu spezialisieren, die sich im waermeren Wasser wohlfuehlen, und investierte in selektivere Netze.

Heute berichtet Erik, dass seine Betriebskosten durch kuerzere Fahrten um etwa 20% gesunken sind. Er hat gelernt, dass Anpassung die einzige Moeglichkeit ist, wenn sich das maritime System unaufhaltsam verschiebt.

Weitere Fragen

Warum wird das Meer saurer, wenn es waermer wird?

Die Versauerung liegt nicht direkt an der Waerme, sondern an der erhoehten CO2-Konzentration in der Luft. Da das Meer etwa 31% des anthropogenen Kohlendioxids aufnimmt, bildet sich Kohlensaeure, was den pH-Wert senkt. Waermeres Wasser kann paradoxerweise sogar weniger Gase loesen, was den Klimawandel weiter beschleunigt.

Was passiert, wenn der Golfstrom tatsaechlich versiegt?

Ein totaler Zusammenbruch waere katastrophal: Die Temperaturen in Nordwesteuropa könnten um 5 bis 10 Grad sinken, waehrend der Meeresspiegel an der US-Ostkueste schneller ansteigen wuerde. Aktuell ist die Stroemung bereits um 15% geschwaecht, ein kompletter Abriss gilt in diesem Jahrhundert aber noch als unwahrscheinlich.

Können wir CO2 technisch im Meer speichern?

Es gibt Ansaetze wie die Ozeandüngung oder die Speicherung in tiefen Sedimentschichten. Diese sind jedoch riskant, da sie die komplexen marinen Oekosysteme unvorhersehbar schädigen könnten. Der Schutz der natürlichen Kohlenstoffsenken wie Seegraswiesen ist derzeit die sicherere Strategie.

Wichtige Stichpunkte

Meere als Puffer der Erwaermung

Ohne die Aufnahme von 90% der ueberschuessigen Waerme durch die Ozeane waere die Atmosphaere bereits unbewohnbar heiß.

Die Gefahr der Versauerung

Ein Anstieg der Aziditaet um 30% bedroht die Basis der maritimen Nahrungskette, insbesondere kalkbildende Organismen.

Stroemungen als Klimaregulatoren

Die Abschwaechung der AMOC um 15% zeigt, dass die großen Umwaelzpumpen des Planeten bereits auf den Klimawandel reagieren.