Welche Meerestiere sind am stärksten vom Klimawandel betroffen?

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Die Frage, welche Meerestiere sind vom Klimawandel betroffen, beantwortet sich durch diese bedrohten Gruppen: Korallenriffe mit einem Verlustrisiko von 99 Prozent bei 2 Grad Erwärmung Kaiserpinguine verlieren laut Prognosen für 2100 fast alle Kolonien durch Eisschmelze Große Fische leiden unter massivem Sauerstoffmangel in Küstennähe Diese Arten reagieren empfindlich auf steigende Wassertemperaturen und schwindende Lebensräume.
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Welche Meerestiere sind vom Klimawandel betroffen? Korallen vs Pinguine

Die Frage, welche Meerestiere sind vom Klimawandel betroffen, gewinnt durch die Erwärmung der Ozeane an Dringlichkeit. Empfindliche Arten verlieren ihre Lebensgrundlagen, was die biologische Vielfalt massiv gefährdet. Ein Verständnis dieser ökologischen Zusammenhänge hilft dabei, Schutzmaßnahmen für bedrohte marine Lebensräume rechtzeitig zu ergreifen und finanzielle Verluste in der Fischerei zu vermeiden.

Die Suche nach den Verwundbarsten im Ozean

Die Frage, welche Meerestiere vom Klimawandel betroffen sind und am stärksten leiden, lässt sich nicht mit einem einzigen Namen beantworten, da die Bedrohung von vielen Faktoren wie Region, Stoffwechsel und Mobilität abhängt. Es ist ein komplexes Zusammenspiel aus steigenden Temperaturen, schwindendem Sauerstoff und saurer werdendem Wasser. Dennoch zeigen Daten klare Muster: Tropische Korallen, polare Arten und Tiere mit festen Kalkschalen stehen an vorderster Front.

Die Ozeane haben in den letzten Jahrzehnten über 90 Prozent der überschüssigen Wärme unseres Klimasystems aufgenommen. Das hat drastische Folgen. Während einige Fische in kühlere Gewässer abwandern können, sind sesshafte Lebewesen oder solche in geschlossenen Meeren wie der Ostsee gefangen. Aber es gibt einen Faktor, den viele übersehen - einen stillen Killer, auf den ich im Abschnitt über den Sauerstoffmangel noch genauer eingehen werde.

Korallenriffe: Die ersten Opfer der Erwärmung

Korallenriffe gelten als die fragilsten Ökosysteme der Weltmeere. Oft wird gefragt: Warum sterben Korallenriffe durch den Klimawandel? Schon eine Erwärmung um 1,5 Grad Celsius könnte dazu führen, dass 70 bis 90 Prozent der weltweiten Korallenriffe verschwinden. Steigt die Temperatur um 2 Grad Celsius, liegt das Verlustrisiko sogar bei über 99 Prozent. [2] Das ist kein fernes Szenario, sondern bittere Realität, die wir bereits in Form massiver Korallenbleichen beobachten.

Ich erinnere mich an meinen ersten Tauchgang in einem gebleichten Riff. Die Stille war bedrückend. Wo früher bunte Farben und tausende Fische waren, herrschte nur noch ein grauer, lebloser Friedhof. Korallen sind keine Steine, sondern lebende Tiere, die in Symbiose mit Algen leben. Wird das Wasser zu warm, stoßen sie diese Algen ab und verhungern. Ohne die Riffe verlieren rund 25 Prozent aller Meeresbewohner ihr Zuhause - ein Zusammenbruch der marinen Artenvielfalt.

Fische im Hitzestress: Wenn das Atmen schwerfällt

Knochenfische wie Dorsch oder Hering reagieren weitaus empfindlicher auf den Klimawandel als viele Haie. Oft stellt sich die Frage: Wie wirkt sich die Erderwärmung auf Fische und Wale aus? Betrachtet man die Fische, zeigt sich das Problem in ihrer Physiologie. Der Stoffwechsel von wechselwarmen Fischen beschleunigt sich bei steigenden Temperaturen dramatisch - oft um 10 Prozent pro 1 Grad Celsius Erwärmung [3]. Gleichzeitig sinkt bei wärmerem Wasser der Sauerstoffgehalt. Ein gefährlicher Teufelskreis entsteht: Die Fische brauchen mehr Energie, finden aber weniger Sauerstoff vor.

Hier ist der stille Killer, den ich vorhin erwähnt habe: Sauerstoffmangel (Hypoxie). In den letzten 50 Jahren hat der Ozean etwa 2 Prozent seines gesamten Sauerstoffvorrats verloren.[4] In Küstennähe ist dieser Rückgang oft noch massiver. Größere Fische müssen deshalb in tiefere oder kältere Schichten ausweichen. Doch dort ist oft weniger Nahrung vorhanden. Das Ergebnis sind kleinere Fische, die sich langsamer vermehren. Einfach ausgedrückt: Den Tieren geht die Puste aus.

Polarbewohner: Wenn der Lebensraum schmilzt

In den Polarregionen ist die Erwärmung bis zu viermal schneller als im globalen Durchschnitt. Besonders dramatisch ist die Lage für Kaiserpinguine in der Antarktis. Prognosen deuten darauf hin, dass 98 Prozent ihrer Kolonien bis zum Jahr 2100 verschwinden könnten, wenn das Meereis weiter in diesem Tempo schmilzt.[5] Ohne stabiles Eis fehlt den Küken die Basis zum Überleben, bevor sie ihr wasserfestes Gefieder entwickelt haben.

Ich habe oft Berichte über die Arktis gelesen und dachte früher, es ginge nur um die Eisbären. Aber die Krise fängt viel kleiner an. Krill, die Grundlage der gesamten Nahrungskette, ist auf Algen angewiesen, die unter dem Packeis wachsen. Schmilzt das Eis, verschwindet der Krill. Ohne Krill verhungern Wale, Robben und Seevögel. Es ist ein Dominoeffekt - und das erste Steinchen ist bereits gefallen.

Ozeanversauerung: Die Gefahr für Kalkbildner

Der Ozean absorbiert etwa ein Viertel des vom Menschen ausgestoßenen Kohlendioxids (CO2). Das macht das Wasser saurer. Dieser chemische Prozess erschwert es Muscheln, Schnecken und bestimmten Planktonarten, ihre Kalkschalen aufzubauen. In extrem sauren Gebieten können sich bestehende Schalen sogar buchstäblich auflösen. Die Folgen der Ozeanversauerung für Muscheln und Schnecken zeigen, wie tiefgreifend die chemischen Veränderungen sind. Da diese Tiere die Basis mariner Nahrungsnetze bilden, betrifft ihr Rückgang letztlich auch uns Menschen.

Vergleich der Bedrohungsfaktoren nach Tiergruppen

Verschiedene Tiergruppen leiden unter unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels. Während einige durch Hitze bedroht sind, leiden andere unter chemischen Veränderungen.

Korallenriffe (Am stärksten gefährdet)

  1. Marine Hitzewellen und Korallenbleiche durch Temperaturanstieg
  2. Verlust von bis zu 99 Prozent bei einer Erwärmung um 2 Grad Celsius
  3. Sesshaft - keine Fluchtmöglichkeit in kühlere Gebiete

Knochenfische (z.B. Dorsch, Hering)

  1. Stoffwechselstress und Sauerstoffmangel im wärmeren Wasser
  2. Wanderung in den Norden, führt zu kleinerer Körpergröße
  3. Stark betroffen in Randmeeren wie Nord- und Ostsee

Kalkbildner (Muscheln, Schnecken)

  1. Ozeanversauerung behindert den Aufbau von Schutzschalen
  2. Instabile Schalen erhöhen das Risiko durch Fressfeinde
  3. Zusammenbruch der Basis für viele Fischarten
Korallenriffe sind aufgrund ihrer Ortsgebundenheit am unmittelbarsten vom Aussterben bedroht. Bei Fischen und Kalkbildnern sind die Effekte schleichender, führen aber langfristig zu einer fundamentalen Umgestaltung ganzer Meeresökosysteme.

Der Kampf des Ostseedorschs: Eine persönliche Beobachtung

Lukas, ein Kleinfischer in dritter Generation an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern, beobachtet seit 2020 ein besorgniserregendes Phänomen. Der Dorsch, einst das Rückgrat seiner Existenz, bleibt aus oder wird immer kleiner. Er war frustriert - jahrelang hielt er sich an Quoten, doch die Fische verschwanden trotzdem.

Anfangs dachte er, es läge nur an der Überfischung durch große Trawler. Doch selbst nach Fangstopps erholten sich die Bestände nicht wie erhofft. Die Netze blieben leer, und die wenigen gefangenen Fische wirkten abgemagert und kränklich.

Nach Gesprächen mit Biologen vor Ort wurde ihm klar: Die Ostsee erwärmt sich schneller als fast jedes andere Meer. Der Dorsch leidet unter Sauerstoffmangel in den tieferen, kühleren Schichten. Er realisierte, dass nicht die Netze das Problem waren, sondern das Wasser selbst.

Inzwischen hat Lukas seinen Betrieb umgestellt und bietet Touren zur Umweltbildung an. Die Dorschbestände in der westlichen Ostsee sind um über 60 Prozent eingebrochen - eine Veränderung, die zeigt, dass manche Arten lokal keine Chance gegen die Erwärmung haben.

Zusätzliche Fragen

Können Fische nicht einfach in kältere Gebiete schwimmen?

Viele Arten wandern tatsächlich Richtung Nord- und Südpol aus, was zu einer Verschiebung der Fischgründe führt. Allerdings sind Arten in abgeschlossenen Meeren oder solche, die an bestimmte Riffe gebunden sind, dazu oft nicht in der Lage und sterben lokal aus.

Warum ist die Ozeanversauerung so gefährlich für Muscheln?

Das saurere Wasser senkt die Konzentration von Carbonat-Ionen, die Muscheln für den Bau ihrer Schalen benötigen. In manchen Gebieten ist die Säure bereits so hoch, dass die Schalen von Larven innerhalb von 48 Stunden angegriffen werden, was ihre Überlebenschancen massiv senkt.

Sind Wale weniger betroffen als kleine Fische?

Wale leiden indirekt durch den Rückgang ihrer Nahrung. Wenn Krillpopulationen in der Arktis schmelzen oder Fischbestände abwandern, müssen Wale weitere Strecken für weniger Energie zurücklegen, was besonders die Aufzucht von Kälbern gefährdet.

Abschließende Bewertung

Korallenriffe stehen am Abgrund

Bereits bei 1,5 Grad Erwärmung droht der Verlust von 70-90 Prozent aller Riffe weltweit.

Sauerstoffmangel ist ein unterschätztes Risiko

Wärmeres Wasser hält weniger Sauerstoff bereit, was den Stoffwechsel von Fischen massiv unter Stress setzt.

Die Nahrungskette bricht von unten auf

Versauerung bedroht Kalkbildner und Plankton, was die gesamte marine Nahrungskette destabilisiert.

Wenn Sie mehr über die Geheimnisse der Meeresriesen wissen möchten, erfahren Sie hier, Warum kommen Wale an die Oberfläche?
Polare Arten verlieren ihren Lebensraum

Schmelzendes Meereis entzieht Arten wie Pinguinen und Robben die Existenzgrundlage.

Zitate

  • [2] Ipcc - Steigt die Temperatur um 2 Grad Celsius, liegt das Verlustrisiko sogar bei über 99 Prozent.
  • [3] Ipcc - Der Stoffwechsel von wechselwarmen Fischen beschleunigt sich bei steigenden Temperaturen dramatisch - oft um 10 Prozent pro Grad Celsius Erwärmung.
  • [4] Pubmed - In den letzten 50 Jahren hat der Ozean etwa 2 Prozent seines gesamten Sauerstoffvorrats verloren.
  • [5] Theconversation - Prognosen deuten darauf hin, dass 98 Prozent ihrer Kolonien bis zum Jahr 2100 verschwinden könnten, wenn das Meereis weiter in diesem Tempo schmilzt.