Wie viele Extrasystolen darf man am Tag haben?
Herzstolpern: Wie viele Extrasystolen am Tag sind normal?
Das Gefühl eines Herzstolperns, eines Aussetzers oder eines zusätzlichen Schlags im Brustkorb kann beunruhigend sein. Oftmals stecken harmlose Extrasystolen dahinter, zusätzliche Herzschläge, die außerhalb des regulären Herzrhythmus auftreten. Doch wie viele Extrasystolen pro Tag sind noch im Rahmen des Normalen und wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Die Definition von "normal" ist bei Extrasystolen nicht eindeutig und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Alter, der individuellen Konstitution und dem Vorliegen anderer Herzerkrankungen. Während vereinzelte Extrasystolen bei den meisten Menschen im Laufe des Tages vorkommen und völlig harmlos sind, können häufig auftretende Extrasystolen auf ein zugrundeliegendes Problem hindeuten.
Die Angaben zur Anzahl der "erlaubten" Extrasystolen variieren in der Fachliteratur. Einige Studien berichten von bis zu 1000 ventrikulären Extrasystolen (VES) pro Tag bei gesunden Personen ohne jegliche Symptome. Andere Quellen sprechen von 200-300 VES pro Tag als obere Grenze des Normalbereichs. Auch die Häufigkeit von supraventrikulären Extrasystolen (SVES) kann stark variieren und ist in der Regel höher als die der VES.
Entscheidend ist nicht allein die Anzahl der Extrasystolen, sondern vor allem das Auftreten von Begleitsymptomen. Gefühle von Schwindel, Atemnot, Brustschmerzen oder Ohnmacht sollten immer ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden, unabhängig von der Anzahl der Extrasystolen.
Was beeinflusst die Häufigkeit von Extrasystolen?
Verschiedene Faktoren können die Häufigkeit von Extrasystolen beeinflussen, darunter:
- Stress und Angst: Psychische Belastungen können Extrasystolen auslösen oder verstärken.
- Nikotin und Koffein: Genussmittel wie Kaffee, Tee, Alkohol und Zigaretten können die Herzaktivität anregen und Extrasystolen begünstigen.
- Mangel an Schlaf: Schlafmangel kann das vegetative Nervensystem beeinflussen und somit auch die Herzfrequenz und das Auftreten von Extrasystolen beeinflussen.
- Hormonelle Veränderungen: Schwankungen im Hormonhaushalt, beispielsweise während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, können Extrasystolen hervorrufen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Extrasystolen auslösen.
- Herzerkrankungen: In einigen Fällen können Extrasystolen ein Anzeichen für eine Herzerkrankung sein, wie z.B. eine koronare Herzkrankheit oder eine Herzmuskelschwäche.
Wann zum Arzt?
Bei häufig auftretenden Extrasystolen, insbesondere in Verbindung mit Begleitsymptomen, ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich. Der Arzt kann mittels EKG, Langzeit-EKG und gegebenenfalls weiterer Untersuchungen die Ursache der Extrasystolen abklären und eine entsprechende Therapie einleiten. Eine Selbstbehandlung ist nicht empfehlenswert.
Fazit:
Vereinzelte Extrasystolen sind in der Regel harmlos. Bei häufigen Beschwerden, Begleitsymptomen oder Unsicherheit sollte jedoch immer ein Arzt konsultiert werden, um mögliche Ursachen abzuklären und eine angemessene Behandlung zu gewährleisten. Die bloße Anzahl der Extrasystolen ist weniger relevant als das Gesamtbild und das individuelle Empfinden.
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