Wie heißen die Dinger am Wasserhahn?
Wie heißen die Dinger am Wasserhahn? Perlator und Strahlregler
Wie heißen die Dinger am Wasserhahn ist eine Frage, die bei verkalkten Armaturen oder einem ungleichmäßigen Wasserstrahl an Bedeutung gewinnt. Das Wissen um die korrekte Benennung erleichtert die Suche nach passenden Ersatzteilen im Fachhandel erheblich. Eine regelmäßige Wartung schützt vor Schäden durch Kalk und sorgt langfristig für einen sauberen Strahl in Ihrem Haushalt.
Die Suche nach dem Namen: Perlator, Strahlregler oder Luftsprudler?
Das kleine Teil am Ende Ihres Wasserhahns hat viele Namen, wird im Fachjargon aber meist als Perlator oder Strahlregler bezeichnet. Es kann mit verschiedenen Funktionen aufwarten, dient aber primär dazu, den Wasserstrahl zu formen, Luft beizumischen und so einen weichen, spritzfreien Durchfluss zu ermöglichen.
Häufig hört man auch Begriffe wie Luftsprudler, Mischdüse oder einfach nur Wasserhahn-Sieb. Interessanterweise ist Perlator eigentlich ein Markenname der Firma Neoperl, der sich im deutschen Sprachgebrauch so stark verfestigt hat, dass er heute als Gattungsname für alle Arten von Strahlreglern verwendet wird. Ähnlich wie man zu jedem Papiertaschentuch Tempo sagt, meint man mit dem Perlator meist die kleine Düse an der Armatur.
Seien wir ehrlich: Die meisten von uns denken erst an dieses Ding, wenn das Wasser plötzlich in alle Richtungen spritzt oder nur noch ein müdes Rinnsal aus dem Hahn kommt. Mir ging es in meiner ersten eigenen Wohnung in Berlin genauso. Ich dachte, die Armatur sei kaputt, dabei war nur das kleine Sieb völlig verkalkt. Ein einfacher Austausch für wenige Euro rettete den Wasserdruck.
Warum dieses kleine Teil an Ihrem Wasserhahn so wichtig ist
Der Strahlregler ist weit mehr als nur ein einfaches Sieb am Ende der Leitung. Ohne dieses Bauteil würde das Wasser in einem harten, unkontrollierten Schwall aus der Armatur schießen, was nicht nur unkomfortabel ist, sondern auch zu massiven Spritzern im gesamten Waschbeckenbereich führt. Durch die Beimischung von Luft wird das Volumen des Strahls vergrößert, ohne dass mehr Wasser verbraucht wird.
In modernen Haushalten hilft ein effizienter Perlator dabei, den Wasserverbrauch um bis zu 30 bis 50% zu senken. Während aus einer herkömmlichen Armatur ohne Regler etwa 12 Liter Wasser pro Minute fließen, reduzieren Standard-Strahlregler diesen Wert auf unter 6 Liter pro Minute [2]. In Zeiten steigender Energiekosten ist das ein entscheidender Faktor, da weniger erwärmtes Wasser direkt weniger Heizkosten bedeutet.
Wie ein Perlator funktioniert - Die Technik hinter dem weichen Strahl
Das Geheimnis liegt im Inneren des Gehäuses. Ein Perlator besteht meist aus einem feinen Siebeinsatz, einer Dichtung und der verchromten Metallhülse. Wenn das Wasser durch die kleinen Öffnungen des Siebs gepresst wird, entsteht ein Unterdruck, der Luft von außen ansaugt. Diese Luft vermischt sich mit dem Wasser zu einem perlenden Gemisch. Das Ergebnis ist ein fülliger, weicher Strahl, der sich beim Händewaschen oder Abspülen deutlich angenehmer anfühlt als reines Wasser.
Aber Vorsicht: Nicht jeder Wasserhahn braucht denselben Perlator. Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied, den viele übersehen. Aber dazu kommen wir später im Abschnitt über die verschiedenen Typen. Eines kann ich Ihnen jedoch schon verraten: Wer den falschen Aufsatz wählt, riskiert im schlimmsten Fall Schäden an seinem Warmwasserbereiter. Aber keine Panik, wir klären das.
Wartung und Pflege: Wenn der Wasserhahn nur noch spritzt
Regelmäßiges Reinigen ist die Lebensversicherung für Ihre Armatur. In Regionen mit hartem Wasser - was in etwa 40% der deutschen Haushalte der Fall ist - setzt sich Kalk besonders schnell in den feinen Maschen des Siebs fest [3]. Wenn man bedenkt, wie viel Kalk sich in nur wenigen Monaten ansammeln kann, dann ist es kein Wunder, dass der Strahl irgendwann nur noch tröpfelt oder gar völlig unkontrolliert zur Seite ausbricht.
Den Perlator reinigen und entkalken - Eine Anleitung aus der Praxis
Das Abschrauben des Perlators ist oft die größte Hürde. Selten wird einem kleinen Bauteil so wenig Beachtung geschenkt, bis es den Dienst versagt und festgerostet oder festverkalkt ist. Benutzen Sie am besten eine Rohrzange, aber wickeln Sie ein Tuch um die verchromte Hülse, um Kratzer zu vermeiden. Ein spezieller Perlator-Schlüssel aus Kunststoff ist noch besser und kostet im Baumarkt meist weniger als drei Euro.
Sobald Sie das Teil in der Hand haben, legen Sie es für etwa 30 bis 60 Minuten in ein Bad aus Essig oder Zitronensäure. Danach lassen sich die Kalkreste meist einfach mit einer alten Zahnbürste wegschrubben. Warten Sie nicht zu lange mit der Reinigung. Ein völlig zugekalkter Strahlregler erhöht den Druck in der Armatur, was auf Dauer die Dichtungen im Inneren schädigen kann. Einmal alle drei Monate kurz drüberzuschauen, spart Ihnen langfristig teure Reparaturen.
Den richtigen Strahlregler wählen
Nicht alle Aufsätze sind gleich. Je nach Einsatzort und Armatur sollten Sie das passende Modell wählen.Standard-Strahlregler
- Sehr weicher, fülliger Strahl durch maximale Luftbeimischung
- Überall einsetzbar, wo Wassersparen nicht die oberste Priorität hat
- Etwa 9-13 Liter pro Minute bei vollem Druck
Eco-Perlator (Sparmodell) - Empfohlen
- Etwas härterer Strahl, aber völlig ausreichend für Alltagstätigkeiten
- Ideal für Gäste-WCs und Waschbecken im Badezimmer
- Reduziert auf ca. 5-7 Liter pro Minute
Niederdruck-Strahlregler
- Darf den Wasserfluss kaum bremsen, um Druckaufbau im Gerät zu verhindern
- Zwingend erforderlich bei Armaturen mit Untertischgeräten (Boilern)
- Optimiert für den freien Auslauf von Boilern
Marcos Kampf gegen den Kalk: Ein Sieg für den Küchenfrieden
Marco, ein Grafiker aus München, wunderte sich über den schwächer werdenden Wasserstrahl in seiner Küche. Jedes Mal, wenn er den Hahn aufdrehte, spritzte das Wasser unkontrolliert zur Seite und durchnässte seine Kleidung.
Sein erster Versuch war pure Gewalt: Er versuchte, das Ende des Wasserhahns mit einer bloßen Kombizange abzudrehen. Das Resultat war frustrierend - das Chrom war völlig zerkratzt, aber das Teil bewegte sich keinen Millimeter.
Nach einer kurzen Recherche lernte er, dass er das Teil mit einem Handtuch umwickeln oder einen Kunststoffschlüssel nutzen muss. Er begriff, dass ein 30-minütiges Essigbad Wunder wirkt und die Mechanik rettet.
Nachdem er den Perlator gereinigt hatte, floss das Wasser wieder wie am ersten Tag. Er spart nun rund 4 Liter Wasser pro Minute ein und seine Hemden bleiben trocken.
Wichtige Erkenntnisse
Namen merkenDie Dinger heißen Perlator oder Strahlregler. Mit diesem Begriff finden Sie im Baumarkt sofort das richtige Ersatzteil.
Massive ErsparnisEin guter Strahlregler senkt den Wasserverbrauch von etwa 15 Litern auf unter 7 Liter pro Minute ohne Komfortverlust.
Regelmäßige PflegeEntkalken Sie den Perlator alle 3-4 Monate in Essigwasser, um den vollen Wasserdruck zu erhalten und die Armatur zu schonen.
Achtung bei BoilernVerwenden Sie bei Untertischgeräten niemals Wasserspar-Perlatoren, sondern nur spezielle Niederdruck-Modelle.
Weitere Aspekte
Kann ich meinen Wasserhahn auch ohne Perlator benutzen?
Technisch gesehen ja, aber es ist nicht empfehlenswert. Ohne Perlator spritzt das Wasser unkontrolliert und der Wasserverbrauch steigt drastisch an, da der Strahl nicht mehr belüftet und begrenzt wird.
Woran erkenne ich, ob mein Perlator verkalkt ist?
Deutliche Anzeichen sind ein unregelmäßiger Wasserstrahl, Spritzer zur Seite oder ein merklich geringerer Wasserdruck. Oft sieht man auch weißliche Krusten direkt am Auslass des Hahns.
Welche Größe brauche ich für meinen Wasserhahn?
Die meisten Standard-Armaturen verwenden die Größe M24 (Außengewinde) oder M22 (Innengewinde). Im Zweifelsfall schrauben Sie das alte Teil ab und nehmen es als Muster mit in den Baumarkt.
Kreuzreferenzquellen
- [2] Verbraucherzentrale-rlp - Während aus einer herkömmlichen Armatur ohne Regler etwa 12 Liter Wasser pro Minute fließen, reduzieren Standard-Strahlregler diesen Wert auf unter 6 Liter pro Minute.
- [3] Wohnungswirtschaft-heute - In Regionen mit hartem Wasser - was in etwa 40% der deutschen Haushalte der Fall ist - setzt sich Kalk besonders schnell in den feinen Maschen des Siebs fest.
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