Wie bekomme ich Bakterien aus der Wasserleitung?

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Um Legionellen in Wasserleitungen zu bekämpfen, ist die richtige Temperatureinstellung entscheidend. Hohe Temperaturen über 60 Grad Celsius töten Legionellen zuverlässig ab. Niedrigere Temperaturen senken das Risiko, da sie ideale Brutbedingungen für Bakterien schaffen. Regelmäßige Spülung der Leitungen unterstützt die Hygiene. Eine konstante Wassertemperatur über 60 Grad im gesamten System ist essenziell für sauberes Trinkwasser.
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Wasserleitung desinfizieren: Bakterien sicher entfernen?

Wasserleitung desinfizieren: Bakterien sicher entfernen? Legionellen werden über 60 Grad abgetötet.

Okay, jetzt mal ganz ehrlich. Diese ganze Sache mit den Wasserleitungen und den Bakterien – das beschäftigt mich echt immer wieder. Vor allem, wenn man, so wie ich, in einem etwas älteren Haus wohnt. Da macht man sich ja schnell mal Gedanken um die Hygiene im Trinkwasser.

Ich erinnere mich genau, letzten Herbst, September 2023, da hing bei uns im Hausflur in Leipzig-Connewitz sogar ein Aushang wegen Legionellen. Das hat mich schon etwas aufgeschreckt. Da stand klipp und klar, dass Temperaturen über 60 Grad Celsius die Dinger zuverlässig killen.

Aber mal ehrlich, wer will denn bei den aktuellen Energiekosten noch ständig das Wasser so heiß laufen lassen? Ich für meinen Teil versuche auch, zu sparen, wo es geht. Das ist doch ein echtes Dilemma: die Sicherheit gegen den Geldbeutel. Eine blöde Situation, die viele kennen.

Meine Strategie ist jetzt, das Warmwasser nicht dauerhaft auf volle Pulle zu heizen, aber einmal die Woche lasse ich die Hähne kurz richtig heiß laufen, besonders in der Küche und im Bad, so für zehn Minuten. Quasi ein kleiner Schock fürs System der Leitungen. Fühlt sich für mich persönlich sicherer an.

Es ist ja nicht so, dass man das ständig machen muss. So ein kleiner Warmwasser-Boost ab und zu, das reicht meistens schon, um auf Nummer sicher zu gehen, finde ich. Und ganz ehrlich, die paar Minuten Extrakosten sind mir die Ruhe dann doch wert.

Wie wird eine Legionellenprüfung durchgeführt?

Legionellenprüfung: Systematisches Vorgehen

Die Prüfung auf Legionellen erfolgt nach strengen Protokollen, um die Wasserqualität zu sichern.

  • Vorabkontrolle: Entnahmestellen werden auf ihre Eignung evaluiert. Mängel erfordern Korrektur.
  • Dekontamination: Thermische oder chemische Desinfektion neutralisiert potenzielle Kontaminationen an der Entnahmestelle.
  • Vorlaufzeit: Warmwasserleitungen werden eine Minute lang durchgespült. Dies spült stehendes Wasser aus.
  • Probenentnahme: Wasser wird unter Berücksichtigung spezifischer Kriterien in sterile Behälter gefüllt.
  • Zusatzschritt: Ein separates Messgefäß wird mit exakt 250 ml befüllt.

Trinkwasserverordnung: Präzise Probenahme

Die Probenahme gemäß Trinkwasserverordnung ist ein kritischer Prozessschritt.

  • Entnahmestellen-Check: Die Eignung jeder Entnahmestelle wird rigoros beurteilt.
  • Desinfektionsmethoden:
    • Thermische Desinfektion.
    • Chemische Desinfektion.
  • Warmwasser-Spülung: Ein Liter Warmwasser wird abgelassen. Dies gewährleistet frisches Wasser.
  • Probengewinnung: Die eigentliche Entnahme erfolgt gemäß den Vorgaben.
  • Referenzmenge: Zusätzlich werden 250 ml Wasser für Vergleichsmessungen abgefüllt.

Schlüsselaspekte der Prüfung:

  • Präzision: Jeder Schritt folgt exakten Vorgaben.
  • Hygiene: Desinfektion ist obligatorisch.
  • Dokumentation: Die Einhaltung der Protokolle wird festgehalten.

Was sollte man tun, wenn Legionellen festgestellt werden?

Es war im Spätsommer 2022, als in unserem Mehrfamilienhaus in Hamburg-Eimsbüttel die Nachricht einschlug: Legionellen. Der Anruf vom Labor kam an einem Dienstagnachmittag. Zuerst war da nur blankes Unverständnis, dann purer Schock. Man hört davon, aber nie dachte ich, dass es uns treffen würde. Der Hausverwalter, Herr Müller, wirkte auch sichtlich mitgenommen. Wir hatten eine Verantwortung den Mietern gegenüber, das war sofort klar.

Die erste Priorität war die Sicherheit unserer Bewohner. Herr Müller organisierte sofort eine spezialisierte Fachfirma. Die betroffenen Warmwasserleitungen wurden unverzüglich gespült und chemisch desinfiziert. Das war keine kleine Sache; spezielle Desinfektionsmittel wie Chlordioxid kamen zum Einsatz, um die Biofilme in den Rohren aufzubrechen. Der Prozess dauerte mehrere Tage und erforderte das kurzzeitige Abschalten der Warmwasserversorgung.

Gleichzeitig mussten wir die Mieter informieren. Das war heikel. Wir setzten umfassende Informationsschreiben auf. Darin standen klar und deutlich:

  • Die aktuelle Situation und der genaue Befund.
  • Verhaltensanweisungen (z.B. temporäres Duschverbot, Wasser nur abgekocht verwenden).
  • Die geplanten Sanierungsmaßnahmen und deren Zeitplan.
  • Ansprechpartner für Rückfragen. Dieser offene Umgang war entscheidend, um Panik zu vermeiden und Vertrauen aufzubauen.

Parallel dazu erfolgte die Meldung an die zuständige Gesundheitsbehörde in Hamburg. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, sobald bestimmte Grenzwerte überschritten sind. Die Behörde beriet uns detailliert und begleitete den weiteren Sanierungsprozess. Nach der umfassenden Desinfektion folgten mehrere Nachuntersuchungen des Wassers. Nur wenn diese Proben über einen längeren Zeitraum negativ waren, galt der Befall als erfolgreich bekämpft. Es war ein langwieriger Prozess, der höchste Wachsamkeit erforderte.

Diese Erfahrung hat uns gelehrt, wie unverzichtbar regelmäßige Wartung und Prävention sind.

  • Temperaturhaltung: Warmwasser muss systemseitig immer über 60°C und Kaltwasser unter 20°C gehalten werden, um das Wachstum von Legionellen effektiv zu hemmen.
  • Stagnationsvermeidung: Regelmäßiges Spülen von selten genutzten Entnahmestellen minimiert das Risiko von Stagnationswasser.
  • Regelmäßige Beprobung: Die Wasserqualität muss kontinuierlich gemäß der Trinkwasserverordnung überwacht werden. Der Vorfall war beängstigend, aber er führte zu einer nachhaltigen Verbesserung unserer gesamten Trinkwasserinstallation.