Was sollte man nicht tun bei einem Loch im Trommelfell?

63 Aufrufe
Bei Trommelfellperforation ist absolute Trockenheit entscheidend. Wasserkontakt ist strikt zu vermeiden; Schwimmen ist tabu. Zum Schutz vor Wasser beim Duschen oder Baden empfiehlt sich ein mit Vaseline getränkter Wattebausch im Gehörgang. Eine fachärztliche Behandlung ist unerlässlich.
Kommentar 0 Gefällt mir

Ein Loch im Trommelfell: Was Sie unbedingt vermeiden sollten

Ein Loch im Trommelfell, medizinisch Perforation des Trommelfells genannt, ist eine ernstzunehmende Verletzung, die sofortige ärztliche Hilfe erfordert. Bis zum Arztbesuch ist es jedoch entscheidend, bestimmte Verhaltensweisen strikt zu vermeiden, um weitere Komplikationen zu verhindern. Denn die Verletzung birgt ein erhöhtes Risiko für Infektionen des Mittelohres.

Absolutes Tabu: Wasserkontakt!

Das wichtigste Gebot lautet: Kein Wasser im Ohr! Dies gilt für Duschen, Baden, Schwimmen – jegliche Form von Wasserkontakt sollte unbedingt vermieden werden. Wasser kann Bakterien und Keime in das Mittelohr schleusen und eine gefährliche Mittelohrentzündung (Otitis media) hervorrufen. Auch die Gefahr einer Verschlimmerung der bestehenden Perforation besteht.

Wie kann man Wasserkontakt beim Duschen minimieren?

Sollten Sie unbedingt duschen müssen, schützen Sie Ihr Ohr so gut wie möglich. Ein mit Vaseline großzügig getränkter, aber nicht zu großer Wattebausch, der vorsichtig in den äußeren Gehörgang eingeführt wird, kann helfen, das Eindringen von Wasser zu reduzieren. Wichtig: Der Wattebausch darf den Gehörgang nicht vollständig verschließen, um ein mögliches Druckgefühl und die Entstehung eines Saugeffekts zu vermeiden. Nach dem Duschen den Wattebausch vorsichtig entfernen. Diese Methode ist lediglich eine Vorsichtsmaßnahme und ersetzt keinesfalls den ärztlichen Rat und die Behandlung.

Weitere Dinge, die Sie unbedingt vermeiden sollten:

  • Ohrenstochern: Jegliches Herumstochern im Ohr, besonders mit spitzen Gegenständen, ist strengstens verboten. Dies kann die Verletzung verschlimmern und das Risiko einer Infektion erhöhen.
  • Druckausgleichsmanöver: Manöver wie das Valsalva-Manöver (Pressen gegen die Nase und Ausatmen), die normalerweise zum Druckausgleich im Ohr verwendet werden, sollten vermieden werden. Sie können den Heilungsprozess negativ beeinflussen.
  • Selbstmedikation: Verzichten Sie auf selbstständige Behandlungsversuche mit Ohrentropfen oder anderen Medikamenten. Nur ein Arzt kann die geeignete Therapie bestimmen und das Risiko von Komplikationen minimieren.
  • Lautes Geräusch: Starker Lärm kann die empfindliche Stelle zusätzlich belasten. Suchen Sie nach Möglichkeit ruhige Umgebungen auf.
  • Fliegen oder Tauchen: Änderungen des Luftdrucks können die Heilung beeinträchtigen. Vermeiden Sie Flugreisen oder Tauchgänge, bis die Perforation abgeheilt ist.

Sofortiger Arztbesuch ist unerlässlich!

Eine Perforation des Trommelfells erfordert immer eine ärztliche Abklärung. Nur ein HNO-Arzt kann die Ursache der Perforation feststellen, den Heilungsverlauf beobachten und gegebenenfalls eine entsprechende Therapie einleiten. Zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen, insbesondere wenn Sie neben dem Loch im Trommelfell Schmerzen, Schwindel, Hörverlust oder eitrigen Ausfluss aus dem Ohr bemerken. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend für eine vollständige Heilung und die Vermeidung von Langzeitfolgen.