Was kann ich tun, wenn mein Blutdruck trotz Blutdrucksenker weiterhin hoch ist?

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Bleibt der Blutdruck trotz Einnahme verschiedener Medikamente hoch, könnte eine therapieresistente Hypertonie vorliegen. Dies ist besonders riskant und erfordert eine umfassende Abklärung. Hoffnung verspricht hier ein neuartiges operatives Verfahren, das speziell für Patienten mit schwer einstellbarem Blutdruck entwickelt wurde.
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Wenn der Blutdruck trotz Medikamente weiterhin hoch ist: Was Sie wissen und tun sollten

Ein hoher Blutdruck, auch Hypertonie genannt, ist ein stiller Killer. Oftmals unbemerkt, kann er langfristig schwerwiegende Schäden an Herz, Nieren, Gehirn und Augen verursachen. Glücklicherweise lässt sich hoher Blutdruck in vielen Fällen gut mit Medikamenten kontrollieren. Doch was, wenn die verordnete Therapie nicht anschlägt und der Blutdruck trotz regelmäßiger Einnahme von Blutdrucksenkern weiterhin erhöht bleibt? In solchen Fällen spricht man von einer therapieresistenten Hypertonie.

Was ist therapieresistente Hypertonie?

Therapieresistente Hypertonie liegt vor, wenn der Blutdruck trotz Einnahme von drei verschiedenen blutdrucksenkenden Medikamenten, darunter idealerweise ein Diuretikum (entwässerndes Mittel), weiterhin über den Zielwert (meist 140/90 mmHg) liegt. Manchmal wird auch von einer refraktären Hypertonie gesprochen, wenn selbst mit vier oder mehr Medikamenten keine Kontrolle erreicht werden kann.

Warum ist therapieresistente Hypertonie gefährlich?

Eine unkontrollierte Hypertonie erhöht das Risiko für:

  • Schlaganfall: Der erhöhte Druck kann die Blutgefäße im Gehirn schädigen und zu Blutungen oder Blockaden führen.
  • Herzinfarkt: Die Herzkranzgefäße können durch den hohen Druck verengt oder blockiert werden, was zu einem Herzinfarkt führen kann.
  • Herzinsuffizienz: Das Herz muss gegen einen höheren Widerstand arbeiten, was es auf Dauer schwächen kann.
  • Nierenschäden: Die Nieren werden durch den hohen Blutdruck geschädigt und können ihre Funktion verlieren.
  • Augenschäden: Die Blutgefäße in der Netzhaut können beschädigt werden, was zu Sehstörungen oder Blindheit führen kann.

Mögliche Ursachen für therapieresistente Hypertonie

Bevor man von einer therapieresistenten Hypertonie spricht, sollten einige Faktoren ausgeschlossen oder korrigiert werden:

  • Messfehler: Der Blutdruck muss korrekt gemessen werden. Sowohl zu Hause als auch in der Arztpraxis sollte die Messung unter standardisierten Bedingungen erfolgen (z.B. nach 5 Minuten Ruhe, sitzend, mit dem Arm in Herzhöhe).
  • "Weißkittel-Hypertonie": Einige Menschen haben in der Arztpraxis höhere Blutdruckwerte als zu Hause. Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung kann hier Klarheit schaffen.
  • Mangelnde Therapietreue: Werden die Medikamente nicht regelmäßig und wie verordnet eingenommen, können sie nicht wirken.
  • Interaktionen mit anderen Medikamenten oder Substanzen: Bestimmte Medikamente (z.B. Schmerzmittel, Erkältungsmittel), pflanzliche Präparate, Alkohol oder Drogen können den Blutdruck erhöhen oder die Wirkung der Blutdrucksenker beeinträchtigen.
  • Lebensstilfaktoren: Übergewicht, salzreiche Ernährung, Bewegungsmangel, hoher Alkoholkonsum und Stress können den Blutdruck erhöhen.
  • Sekundäre Hypertonie: In einigen Fällen ist der hohe Blutdruck die Folge einer anderen Erkrankung. Mögliche Ursachen sind:
    • Nierenerkrankungen: Verengung der Nierenarterien oder andere Nierenprobleme.
    • Hormonelle Störungen: Cushing-Syndrom, Conn-Syndrom, Phäochromozytom.
    • Schlafapnoe: Atemstillstände während des Schlafs.
    • Aortenisthmusstenose: Verengung der Hauptschlagader.

Was Sie tun können, wenn Ihr Blutdruck trotz Medikamente hoch bleibt

  1. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt: Der erste und wichtigste Schritt ist, Ihren Arzt über Ihre Situation zu informieren. Er kann weitere Untersuchungen durchführen, um die Ursache für die therapieresistente Hypertonie zu finden.
  2. Überprüfen Sie Ihre Blutdruckmessungen: Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Blutdruck korrekt messen und führen Sie ein Blutdrucktagebuch.
  3. Überprüfen Sie Ihre Medikamente: Gehen Sie mit Ihrem Arzt alle Medikamente durch, die Sie einnehmen, einschließlich rezeptfreier Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
  4. Optimieren Sie Ihren Lebensstil: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit wenig Salz, regelmäßige Bewegung, Gewichtsabnahme bei Übergewicht, Reduktion von Stress und ausreichend Schlaf.
  5. Ausschließen sekundärer Hypertonie: Ihr Arzt wird Sie auf mögliche Ursachen einer sekundären Hypertonie untersuchen.
  6. Anpassung der Medikation: Ihr Arzt kann die Dosis Ihrer Medikamente anpassen oder zusätzliche Medikamente verordnen.
  7. Renale Denervation: In einigen Fällen kann eine renale Denervation (RDNA) in Betracht gezogen werden. Dieses minimalinvasive Verfahren unterbricht bestimmte Nervenbahnen, die die Nieren mit dem Gehirn verbinden, und kann so den Blutdruck senken. Es ist wichtig zu betonen, dass die RDNA nicht für alle Patienten geeignet ist und die Entscheidung für dieses Verfahren sorgfältig mit dem Arzt abgewogen werden muss.

Renale Denervation (RDNA) - Ein Hoffnungsschimmer?

Die renale Denervation ist ein relativ neues Verfahren, das in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Dabei werden durch einen Katheter, der über die Leistenarterie eingeführt wird, die Nervenbahnen um die Nierenarterien verödet. Diese Nerven spielen eine wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation. Durch die Verödung dieser Nerven kann der Blutdruck gesenkt werden.

Die RDNA ist nicht für alle Patienten mit therapieresistenter Hypertonie geeignet. Ihr Arzt wird prüfen, ob Sie ein geeigneter Kandidat für dieses Verfahren sind. Es ist wichtig zu beachten, dass die RDNA nicht die Einnahme von Medikamenten ersetzt, sondern in der Regel als Ergänzung zur medikamentösen Therapie eingesetzt wird.

Fazit

Therapieresistente Hypertonie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die einer umfassenden Abklärung und Behandlung bedarf. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Bedenken und arbeiten Sie gemeinsam an einem individuellen Therapieplan. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können das Risiko für schwerwiegende Komplikationen deutlich reduzieren. Die renale Denervation kann für ausgewählte Patienten eine vielversprechende Option darstellen, sollte aber nur nach sorgfältiger Abwägung und in Absprache mit einem erfahrenen Arzt in Betracht gezogen werden.