Warum dauert es so lange, bis warmes Wasser aus dem Wasserhahn kommt?

30 Aufrufe
Warmes Wasser auf Abruf? Ohne Zirkulationspumpe verweilt kaltes Wasser in den Leitungen. Bis dieses abfließt und das erhitzte Wasser den Hahn erreicht, vergeht Zeit. Ein Komfortverlust, der durch Installation einer Pumpe behoben werden kann.
Kommentar 0 Gefällt mir

Der lange Weg zum warmen Wasser: Warum der Hahn erst kalt läuft

Wir alle kennen die Situation: Man steht morgens verschlafen unter der Dusche und dreht den Wasserhahn auf – doch statt des ersehnten warmen Strahls prasselt erst einmal kaltes Wasser auf uns herab. Warum dauert es so lange, bis endlich warmes Wasser aus dem Hahn kommt? Und was kann man dagegen tun?

Der Grund für die Verzögerung liegt in der Physik und der Konstruktion unserer Wasserleitungen. Zwischen dem Warmwasserbereiter und dem Wasserhahn befindet sich eine gewisse Menge Wasser, die in den Rohren steht. Dieses Wasser kühlt mit der Zeit ab. Dreht man den Hahn auf, muss erst dieses abgekühlte Wasser abfließen, bevor das erhitzte Wasser aus dem Boiler den Hahn erreicht. Je länger die Leitung und je größer ihr Durchmesser, desto mehr kaltes Wasser muss abfließen und desto länger dauert es, bis warmes Wasser kommt. Dieser Effekt ist besonders in Häusern mit größeren Entfernungen zwischen Warmwasserbereiter und den Zapfstellen spürbar.

Dieser Komfortverlust, der neben dem unangenehmen Kaltwasserschock auch unnötig Wasser verschwendet, lässt sich jedoch beheben. Die effektivste Lösung ist die Installation einer Zirkulationspumpe. Diese Pumpe sorgt für eine ständige, langsame Zirkulation des warmen Wassers im Leitungssystem. Das abgekühlte Wasser in den Rohren wird zurück zum Boiler gepumpt und erwärmt, während gleichzeitig warmes Wasser nachfließt. So steht an jeder Zapfstelle nahezu sofort warmes Wasser zur Verfügung.

Neben der Zirkulationspumpe gibt es weitere Möglichkeiten, die Wartezeit zu verkürzen:

  • Rohrdämmung: Durch die Dämmung der Warmwasserleitungen wird der Wärmeverlust minimiert, sodass das Wasser in den Rohren länger warm bleibt.
  • Kurze Leitungswege: Bei Neubauten oder Renovierungen sollte man auf möglichst kurze Leitungswege zwischen Warmwasserbereiter und Zapfstellen achten.
  • Kleinere Rohrdurchmesser: Dünnere Rohre enthalten weniger Wasser, das abfließen muss, bevor warmes Wasser kommt.

Die Investition in eine Zirkulationspumpe oder andere Maßnahmen zahlt sich langfristig aus. Sie sparen nicht nur Wasser und Energie, sondern erhöhen auch den Komfort im Alltag erheblich. Nie wieder kalter Schock unter der Dusche – das ist ein Luxus, den man sich leisten sollte.