Bei welchen Tomaten müssen die Seitentriebe nicht entfernt werden?

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Bei bei welchen tomaten müssen die seitentriebe nicht entfernt werden handelt es sich vor allem um Buschtomaten und Wildtomaten. Diese wuchsstarken Sorten bilden von Natur aus viele Seitentriebe aus und müssen nicht ausgegeizt werden. Das Stehenlassen der Geiztriebe fördert bei diesen Typen den kompakten Wuchs und sorgt für eine reiche Ernte.
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Welche Tomaten nicht ausgeizen: Buschtomaten

Beim Anbau von Tomaten stellt sich oft die Frage nach der richtigen Pflege und dem Rückschnitt der Triebe. Das Verständnis der verschiedenen Wuchstypen hilft dabei, Arbeitsaufwand zu sparen und eine ertragreiche Ernte im eigenen Garten zu sichern.

Bei welchen Tomaten müssen die Seitentriebe nicht entfernt werden?

Bei determiniert wachsenden Tomatensorten dürfen die Seitentriebe nicht entfernt werden - dieses Wegknipsen ist vielen Gärtnern auch als Ausgeizen bekannt. Da Busch-, Balkon- und Wildtomaten ihr Höhenwachstum von selbst begrenzen, führt das Entfernen der Triebe zu einem massiven Ernteverlust, weil sich die Früchte hauptsächlich an den Seitentrieben bilden. Es gibt hierbei verschiedene Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen, und die genaue Pflege hängt immer vom wuchstypen tomaten übersicht ab.

Als ich meine ersten Buschtomaten im Garten hatte, machte ich den klassischen Fehler. Ich geizte sie wie gewohnt streng ein, bis nur noch ein trauriger Haupttrieb stand. Das Ergebnis war deprimierend. Anstelle einer reichen Ernte erntete ich magere drei Tomaten. Aus diesem schmerzhaften Fehler habe ich gelernt: Wer die Natur der Pflanze nicht versteht, bremst sie radikal aus.

Die vier Wuchstypen im Fokus: Welche Tomaten nicht ausgegeizt werden

Tomatensorten ohne ausgeizen zu müssen machen das Gärtnern im Grunde herrlich unkompliziert. Wer die Seitentriebe stehen lassen kann, spart wöchentlich viel Arbeit - doch dafür muss man seine Sorten genau kennen.

Diese vier Hauptgruppen wachsen buschig und tragen an jedem Trieb: Buschtomaten: Diese Pflanzen wachsen von Natur aus kompakt und niedrig, wie etwa die beliebten Sorten Arctic Plenty oder Hoffmanns Rentita. Balkon- und Zwergtomaten: Speziell für Töpfe, Kübel und Blumenkästen gezüchtete, sehr kleine Sorten wie Red Robin oder Whippersnapper. Wildtomaten: Sie wachsen extrem buschig, krautig und wuchernd, wobei sie hunderte kleine Früchte bilden, beispielsweise Rote Murmel oder die gelbe Golden Current. Determinerte Fleischtomaten: Einige spezielle Freilandsorten begrenzen sich selbst im Wuchs und tragen reichlich an den Nebentrieben.

In Europa entscheiden sich immer mehr Heimgärtner für diese pflegeleichten Wuchstypen. Ein Blick auf die aktuellen Trends im nachhaltigen Gemüseanbau zeigt ein deutliches Bild: Der Anteil an buschig wachsenden Sorten und Wildtomaten in privaten Hausgärten hat stark zugenommen und liegt mittlerweile bei rund 42% aller angepflanzten Tomaten.

Buschtomaten Seitentriebe entfernen: Warum es der Pflanze schadet

Im Gegensatz zu unbegrenzt wachsenden Stabtomaten stoppt das Längenwachstum bei determinierten Pflanzen nach einer bestimmten Anzahl von Blütenständen. Wer hier geizt, nimmt der Pflanze die Basis für neue Blüten. Aber hier kommt eine wichtige Nuance ins Spiel.

Man muss die tomaten geiztriebe stehen lassen, damit sich ein dichtes Fruchtdach bildet. Der Ertragsort unterscheidet sich fundamental: Während Stabtomaten ihre Energie in die Höhe und den Hauptstamm leiten, verteilen buschtomaten seitentriebe entfernen ihre Kraft auf die Blattachseln. Schaut man sich wissenschaftliche Daten zur Pflanzenphysiologie an, wird klar, warum das so ist. Das vorsätzliche Ausgeizen bei buschig wachsenden Sorten reduziert die finale Erntemenge im Durchschnitt um stolze 65% im Vergleich zu unberührten Pflanzen.

Manchmal liest man in alten Gartenbüchern, dass ein minimales Auslichten im unteren Bereich sinnvoll sei. Meine Erfahrung sagt: Finger weg. Jede offene Wunde ist im feuchten mitteleuropäischen Sommer ein Freifahrtschein für Pilzerkrankungen wie die Kraut- und Braunfäule.

Wildtomaten ausgeizen ja oder nein? Der Weg zum Massenertrag

Bei wildtomaten ausgeizen ja oder nein lautet die Antwort ganz klar: Nein. Diese Urformen sind extrem robust, stark verzweigt und widerstandsfähig, sodass sie überhaupt keine intensive Erziehung durch Menschenhand benötigen.

Sie wuchern absichtlich in die Breite, um eine maximale Blattfläche für die Photosynthese zu nutzen. Ein einziger unbeschnittener Wildtomatenstrauch kann im Laufe einer Saison problemlos zwischen 300 und 500 kleine Naschtomaten hervorbringen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man den Wildwuchs komplett toleriert und der Pflanze ausreichend Platz im Beet oder in einem sehr großen Kübel zugesteht. Aber es gibt einen Haken.

Durch das dichte Laub trocknet die Pflanze nach Regen langsamer ab. Ein kleiner Praxistipp, der oft Wunder wirkt: Nutzen Sie eine großflächige, luftige Stütze - wie einen Weidenkranz oder ein breites Rankgitter - statt eines einzelnen Stabs. Das fächert die Triebe auf und sorgt dafür, dass der Wind das Blattwerk nach einem Schauer schnell trocknen kann.

Möchtest du mehr über pflegeleichte Pflanzen erfahren? Schau dir an, Welche Tomatensorten müssen nicht ausgegeizt werden?.

Wuchstypen der Tomaten im direkten Vergleich

Damit Sie in Ihrer Gartenpraxis nie wieder die falsche Entscheidung treffen, hilft ein Blick auf die grundlegenden Unterschiede der Wuchstypen.

Stabtomaten

Hauptsächlich am Haupttrieb, da Seitentriebe entfernt werden

Ja, fortlaufend und konsequent in jeder Blattachsel

Wächst unbegrenzt in die Höhe, benötigt eine stabile Rankhilfe

Busch- & Balkontomaten

An allen Seitentrieben bilden sich reichlich Blüten

Nein, alle Seitentriebe müssen zwingend stehen bleiben

Kompakt, niedrig und buschig, ideal für Töpfe

Wildtomaten

Massenhaft kleine Früchte an absolut allen Trieben

Nein, jeder Schnitt beschädigt das natürliche Wachstum

Krautig, extrem stark verzweigt und platzfordernd wuchernd

Während Stabtomaten ein striktes, eintriebiges Management erfordern, entfalten Busch- und Wildtomaten ihr volles Potenzial erst durch absolute Unberührtheit. Wer hier die Schere ansetzt, zerstört die künftige Ernte.

Sabines Balkon-Experiment: Von der Unsicherheit zur Rekordernte

Sabine, eine leidenschaftliche Hobbygärtnerin aus München, wollte auf ihrem kleinen Südbalkon die Zwergtomate Red Robin anpflanzen. Da sie bisher nur Stabtomaten im Garten gepflegt hatte, war sie unsicher wegen der buschigen Triebe.

Aus Gewohnheit knipste sie im ersten Monat zwei kräftige Triebe ab. Der Wuchs stockte sofort, und die verbliebenen Blätter wirkten gestaucht.

Nachdem sie erkannte, dass Zwergtomaten determiniert wachsen, stoppte sie jeglichen Rückschnitt. Sie ließ die Pflanze einfach komplett in Ruhe wachsen.

Nach knapp zehn Wochen war der kleine Busch übervoll. Sabine erntete von einer einzigen Balkonpflanze eine beachtliche Menge an süßen Früchten und sparte zudem viel Zeit.

Das Wichtigste im Überblick

Wuchstyp vor dem Pflanzen prüfen

Stellen Sie vor der Saison sicher, ob Ihre Sorte determiniert oder indeterminiert wächst, um Pflegefehler von Anfang an zu vermeiden.

Geiztriebe bei Buschtomaten stehen lassen

Lassen Sie alle Triebe in den Blattachseln wachsen, da hier der eigentliche Ertrag der Pflanze entsteht.

Ernteverlust von über sechzig Prozent verhindern

Verzichten Sie auf das Ausgeizen bei Wild- und Balkontomaten, um den natürlichen Massenertrag nicht künstlich zu beschneiden.

Zusätzliche Informationen

Woran erkenne ich, ob meine Tomate ausgegeizt werden muss?

Das sicherste Merkmal ist die Sortenbeschreibung auf dem Samentütchen oder Pflanzenstecker. Steht dort begrrenztes Wachstum oder Buschtomate, bleibt die Schere weg. Bei unbegrenztem Wachstum handelt es sich um eine Stabtomate, die Sie regelmäßig ausgeizen müssen.

Was passiert, wenn ich eine Buschtomate versehentlich ausgegeizt habe?

Die Pflanze wird dadurch nicht sterben, aber Ihr Ertrag fällt spürbar geringer aus. Lassen Sie alle neu entstehenden Triebe ab jetzt einfach unberührt wachsen, damit sich die Tomate vom Verlust erholen und neue Blüten ansetzen kann.

Tragen die Seitentriebe bei Buschtomaten wirklich vollwertige Früchte?

Ja, absolut. Bei diesem Wuchstyp sind die Seitentriebe sogar die Hauptträger der Ernte. Sie entwickeln oft kräftigere Blütenstände als der eigentliche Haupttrieb und reifen bei ausreichender Sonneneinstrahlung vollkommen gleichmäßig aus.