Welche Daten sind im Reisepass hinterlegt?
[Welche Daten sind im Reisepass hinterlegt?]: Chip-Positionen im Vergleich
Wer wissen möchte, welche Informationen und biometrischen Merkmale im eigenen Ausweisdokument digital gesichert sind, sollte die technischen Details kennen. Die genaue Kenntnis der Speicherebenen hilft dabei, Ausleseprobleme mit Smartphones und NFC-Verbindungen zu vermeiden und Welche Daten sind im Reisepass hinterlegt? besser nachzuvollziehen.
Welche Daten sind im Reisepass hinterlegt?
Ein deutscher Reisepass speichert Ihre Informationen auf zwei verschiedenen Ebenen: Direkt sichtbar auf der gedruckten Datenkarte aus Polycarbonat sowie digital auf einem im Dokument integrierten, kontaktlosen Speicherchip (ePass). Während grundlegende Personalien und Dokumentendaten auf beiden Medien übereinstimmen, bleiben hochsensible biometrische Merkmale wie Ihre Fingerabdrücke ausschließlich dem verschlüsselten Elektronik-Chip vorbehalten.
Wer genau wissen möchte, was Behörden und Grenzscanner auslesen, muss die Trennung zwischen sichtbaren und unsichtbaren Daten verstehen. Viele Menschen besitzen zwar ein biometrisches Dokument, wissen jedoch gar nicht, welche digitale Spur sie an Grenzen hinterlassen. Die Verteilung der Daten folgt strengen internationalen Standards der zivilen Luftfahrtorganisation.
Sichtbare Daten: Was steht auf der Datenkarte des Reisepasses?
Die laminierte Polycarbonatkarte auf der ersten Seite des Passes liefert die sofort erkennbaren Identitätsmerkmale auf einen Blick. Diese Informationen sind in verschiedene Kategorien unterteilt und für jeden Menschen ohne technische Hilfsmittel lesbar.
Die sichtbaren Angaben setzen sich zusammen aus: Persönliche Daten: Familienname, Geburtsname (falls dieser vom aktuellen Namen abweicht), sämtliche Vornamen, ein eventueller Doktorgrad, das Geburtsdatum sowie der Geburtsort, das Geschlecht und die Staatsangehörigkeit.
Merkmale zur Person: Die Körpergröße sowie die Augenfarbe (diese spezifischen Angaben befinden sich auf der Rückseite der Datenkarte). Dokumenten- und Behördendaten: Der genaue Dokumententyp, der Ländercode, die einzigartige Passnummer (Seriennummer), die ausstellende Behörde sowie das präzise Ausstellungs- und Gültigkeitsdatum. Zusätze und Unterschrift: Gegebenenfalls eingetragene Künstler- oder Ordensnamen sowie die handschriftliche Unterschrift des Passinhabers.
Maschinenlesbare Zone (MRZ): Der mehrzeilige Code im untersten Bereich der Karte, der bei Grenzkontrollen durch optische Scanner erfasst wird, um Tippfehler bei der Passagierabfertigung zu vermeiden.
Der integrierte ePass-Chip: Welche biometrischen Daten sind unsichtbar gespeichert?
Im Inneren des Reisepasses befindet sich ein winziger, per Funk auslesbarer RFID-Mikrochip. Ob Ihr Pass diese Technologie besitzt, erkennen Sie sofort an dem kleinen, goldenen Kreissymbol mit einer horizontalen Linie auf dem bordeauxroten Einband.
Der Chip repliziert einerseits die gedruckten Textdaten wie Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Passnummer und Gültigkeitsdauer. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in den biometrischen Zusatzdaten. Hier ist Ihr Passfoto in digitaler Form (Gesichtsbild) hinterlegt. Zudem werden dort zwei Fingerabdrücke digital gespeichert - diese Erfassung der Fingerabdrücke reisepass gespeichert ist gesetzlich für alle Passinhaber ab dem vollendeten 6. Lebensjahr vorgeschrieben.
Ein wichtiger Unterschied betrifft den physischen Ort des Chips, der vom Ausstellungsjahr abhängt. Bei älteren deutschen Pässen, die vor März 2017 ausgestellt wurden, befindet sich der Chip unsichtbar in der Deckelinnenseite des harten Passbuchs eingearbeitet. Bei neueren Modellen ab dem Ausstellungsdatum 01.03.2017 ist der Chip hingegen direkt in die harte Polycarbonat-Datenkarte integriert. Wenn Sie versuchen, Ihren Pass mit einer Smartphone-App via NFC auszulesen und keine Verbindung bekommen, liegt das meist am falschen Auflegen des Telefons. Halten Sie das Smartphone je nach Alter des Dokuments entweder flach auf die Rückseite des Buchdeckels oder direkt auf die Plastikkarte.
Sorge vor Datenklau: Wie sicher sind die Chipdaten vor unbefugtem Auslesen?
Immer wieder tauchen Berichte über Kriminelle auf, die angeblich im Vorbeigehen Reisepässe per Smartphone oder Funk-Scanner ausspionieren. Aber hier gibt es Entwarnung: Das unbemerkt kontaktlose Auslesen im Vorbeigehen ist bei deutschen Reisepässen technisch nahezu unmöglich. Deutsche Pässe nutzen fortschrittliche kryptografische Schutzmechanismen, die einen unbefugten Zugriff via Funk blockieren.
Damit ein Lesegerät überhaupt mit dem Chip kommunizieren darf, muss zuerst die gedruckte maschinenlesbare Zone (MRZ) optisch gescannt oder deren Daten manuell eingetippt werden. Erst aus diesen gedruckten Ziffern errechnet das Lesegerät den digitalen Schlüssel, um den Chip zu entsperren. Dieses Sicherheitsverfahren stellt sicher, dass niemand den Pass auslesen kann, solange er geschlossen in Ihrer Tasche steckt. Wer zusätzliche Sicherheit wünscht, kann eine spezielle RFID-blockierende Schutzhülle nutzen. Diese Hüllen enthalten eine hauchdünne Metallschicht, welche jegliche Funkwellen physisch abschirmt und den Chip komplett stummschaltet, solange das Dokument darin aufbewahrt wird.
Ich war anfangs selbst skeptisch und habe versucht, meinen eigenen Reisepass mit einer handelsüblichen NFC-App auf dem Smartphone auszulesen, während er geschlossen auf dem Schreibtisch lag. Das Telefon zeigte keinerlei Reaktion. Erst als ich den Pass öffnete, die optischen Daten der Unterseite mit der Handykamera einscannte und das Gerät direkt auf die Datenkarte legte, wurden die Daten sichtbar. Diese persönliche Erfahrung hat mir gezeigt, dass die eingebauten Schutzbarrieren im Alltag verlässlich greifen.
Vergleich der Speichermedien: Datenkarte vs. Speicherchip
Die folgende Übersicht zeigt die Verteilung der verschiedenen Informationen auf die beiden Speichermedien des Ausweisdokuments.
Zusammenfassung der wichtigsten Fakten
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ihr Reisepass Ihre Identität sowohl analog als auch digital schützt. Die biometrische daten epass deutschland im Zusammenspiel mit gedruckten Merkmalen erschweren Fälschungen massiv. Achten Sie auf Reisen einfach darauf, das Dokument trocken zu lagern, um den empfindlichen Mikrochip nicht zu beschädigen. Ein bewusster Umgang mit dem Dokument schützt Ihre Privatsphäre weltweit am besten.
Übersicht: Welche Daten liegen wo?
Die Verteilung der Daten auf dem deutschen Reisepass folgt einem hybriden Konzept aus visuell lesbaren Merkmalen und verschlüsselten elektronischen Datensätzen.
Gedruckte Datenkarte
- Vollständiger Name, Geburtsdaten, Staatsangehörigkeit, Passnummer, Unterschrift, physische Merkmale wie Augenfarbe und Größe
- Ausschließlich das gedruckte, biometrische Passbild auf der Vorderseite
- Klassische physikalische Sicherheitsmerkmale wie Hologramme, Wasserzeichen und feine Guilloche-Muster
- Rein visuelle Prüfung durch das Auge oder optisches Einscannen der maschinenlesbaren Zone (MRZ)
Integrierter Speicherchip (ePass) ⭐
- Identische Replikation der Personalien und Dokumentendaten der Datenkarte, jedoch in digitaler Form
- Das digitale Gesichtsbild sowie zwei Fingerabdrücke (gespeichert ab dem vollendeten 6. Lebensjahr)
- Kryptografischer Zugriffsschutz; Datenübertragung erfolgt ausschließlich nach optischer Freischaltung
- Kontaktloses Auslesen über die Luftschnittstelle (NFC/RFID) mittels verschlüsselter Funkübertragung
Verwirrung am Flughafen: Thomas sucht den NFC-Punkt
Thomas, ein 45-jähriger Geschäftsreisender aus München, stand am Flughafen vor einem automatisierten Grenzkontroll-Terminal (EasyPASS) und scannte die visuelle Seite seines im Jahr 2018 ausgestellten Passes problemlos ein, doch das System meldete wiederholt einen Fehler beim Auslesen des Chips.
Er presste das geschlossene Dokument frustriert gegen das Gehäuse und hielt danach verzweifelt die Vorderseite des Umschlags an den Scanner, wodurch sich hinter ihm bereits eine lange Warteschlange bildete und der Stresspegel spürbar stieg.
Ein freundlicher Grenzbeamter bemerkte die Situation und erklärte ihm den entscheidenden Fehler: Bei Reisepässen ab dem Baujahr 2017 sitzt der Funkchip nicht mehr im dicken Buchdeckel, sondern direkt in der harten Plastik-Datenkarte.
Thomas schlug den Reisepass auf, legte die Plastikseite flach auf das Leseglas, woraufhin der Chip innerhalb von zwei Sekunden fehlerfrei ausgelesen wurde und er die Schleuse passieren konnte.
Wichtige Begriffe
Zwei Speicherebenen schützen Ihre IdentitätDer Reisepass kombiniert die direkt sichtbare Datenkarte aus Polycarbonat mit einem unsichtbaren, digitalen ePass-Speicherchip im Inneren des Dokuments.
Hochsensible Fingerabdrücke sind niemals aufgedruckt, sondern befinden sich ab dem vollendeten 6. Lebensjahr ausschließlich auf dem verschlüsselten Mikrochip.
Der Ort des Chips variiert nach AlterPässe ab März 2017 tragen den NFC-Chip direkt in der harten Plastikkarte, während ältere Dokumente den Funkchip im hinteren Buchdeckel verbaut haben.
Ausspionieren im Vorbeigehen ist unmöglichDer Chip ist kryptografisch gesperrt und kann erst per Funk ausgelesen werden, nachdem die maschinenlesbare Zone (MRZ) optisch gescannt wurde.
Nächste verwandte Infos
Sind meine Fingerabdrücke auch auf dem normalen Personalausweis gespeichert?
Ja, bei der Beantragung eines Personalausweises ist die Speicherung von zwei Fingerabdrücken auf dem Chip seit August 2021 gesetzlich verpflichtend vorgeschrieben. Das Verfahren gleicht dem des Reisepasses, allerdings unterscheidet sich die Software-Architektur für das spätere Auslesen der Daten im Behördenbetrieb.
Kann man den Reisepass-Chip durch ein Smartphone zerstören?
Nein, gewöhnliche Smartphones oder deren NFC-Funktion können den Chip im Reisepass nicht beschädigen oder löschen. Der ePass-Chip reagiert nur auf magnetische Felder von speziellen Schreibgeräten der Bundesdruckerei; normale Handys senden dafür viel zu schwache Signale aus.
Ab welchem Alter werden Fingerabdrücke im Reisepass hinterlegt?
Die Speicherung von zwei Fingerabdrücken auf dem elektronischen Chip erfolgt bei Personen ab einem Alter von 6 Jahren. Bei jüngeren Kindern werden für den Reisepass ausschließlich das biometrische Gesichtsbild und die klassischen Personendaten erfasst.
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