Wo ist das Meer in Ägypten am schönsten?
Die schönsten Strände Ägyptens: Wo Sie auch im Winter 22 Grad finden
Bei der Suche nach den schönsten Stränden Ägyptens spielt die Wahl des Meeres eine entscheidende Rolle für den Urlaubserfolg. Die klimatischen Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden beeinflussen die ideale Reisezeit erheblich. Ein tieferes Verständnis der saisonalen Bedingungen schützt Reisende vor unangenehmen Überraschungen beim Badevergnügen.
Wo ist das Meer in Ägypten am schönsten?
Die Antwort auf die Frage nach dem schönsten Meer in Ägypten hängt stark davon ab, ob Sie nach unberührten Korallenriffen oder nach weißem Puderzuckersand suchen. Es gibt hier kein einfaches Besser - die Küsten am Roten Meer und am Mittelmeer bieten völlig unterschiedliche Erlebnisse, die jeweils ihren eigenen Reiz haben.
Suchen Sie die klassische Postkartenidylle mit türkisblauem Wasser, das fast schon künstlich leuchtet? Dann ist Marsa Matruh am Mittelmeer Ihr Ziel. Wenn Ihr Herz jedoch für die Unterwasserwelt schlägt, führt kein Weg am Roten Meer vorbei, insbesondere in den südlichen Regionen wie Marsa Alam. Aber es gibt einen entscheidenden Faktor, den fast 70 Prozent der Urlauber bei der Planung übersehen – dieses Geheimnis lüfte ich im weiteren Verlauf des Artikels.
Marsa Alam: Das unangefochtene Paradies für Schnorchler
Marsa Alam gilt unter Kennern als das Juwel des Roten Meeres, da der Massentourismus hier noch nicht so stark zugeschlagen hat wie in Hurghada. Hier finden Sie Sichtweiten von durchschnittlich 20-30 Metern unter Wasser, was das Schnorcheln zu einem fast surrealen Erlebnis macht. [1] Selten habe ich ein Wasser gesehen, das so klar und gleichzeitig so voller Leben ist.
Die ökologische Qualität in dieser Region ist bemerkenswert. Ein Großteil der Riffe in den tieferen Zonen von Marsa Alam gilt als weitgehend intakt, was in Zeiten des Klimawandels keine Selbstverständlichkeit ist.[2] In Gebieten wie der Soma Bay oder Makadi Bay sieht man zwar auch Fische, aber die Dichte und Farbenpracht in Marsa Alam ist eine andere Liga. Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen einem belebten Hotelstrand und einem geschützten Ökosystem.
Sharm El Luli - Die versteckte Perle
Hier ist es, das Geheimnis: Sharm El Luli. Diese Bucht wird oft als die Karibik Ägyptens bezeichnet. Es gibt dort keine Hotels, keine lauten Promenaden, nur flach abfallenden Sand und ein Riff, das direkt am Ufer beginnt. Als ich das erste Mal dort war, war ich skeptisch - zu viele Instagram-Bilder lügen. Aber die Realität hat mich eines Besseren belehrt. Das Wasser ist so helltürkis, dass man ohne Sonnenbrille kaum hinschauen kann.
Marsa Matruh: Die ägyptische Karibik am Mittelmeer
Viele Reisende vergessen, dass Ägypten auch eine Nordküste hat. Marsa Matruh bietet Strände, die man eher auf den Malediven vermuten würde. Das Wasser ist hier deutlich heller und der Sand feiner als am Roten Meer. Während das Rote Meer für seine Korallen bekannt ist, punktet das Mittelmeer in Ägypten mit seiner Weite und der unglaublichen Farbpalette von Aquamarin bis Dunkelblau.
Allerdings gibt es einen Haken. Die Saison am Mittelmeer ist deutlich kürzer. Während die Wassertemperaturen im Roten Meer selbst im Winter selten unter 22 Grad C fallen, ist das Baden im Norden ab Oktober oft nur noch etwas für Hartgesottene.[3] Wer jedoch im Hochsommer kommt, findet hier eine erfrischende Alternative zur drückenden Hitze im Süden. Die Temperaturen sind hier meist 5-8 Grad niedriger als in Luxor oder Hurghada.
Sharm El Sheikh: Luxus trifft auf Ras Mohammed
Sharm El Sheikh bietet die perfekte Mischung aus Komfort und spektakulärer Natur. Der Ras Mohammed Nationalpark ist eines der berühmtesten Tauchreviere der Welt. Das Meer ist hier tiefblau und fällt an vielen Stellen steil ab, was eine dramatische Unterwasserlandschaft schafft. Man spürt die Kraft des Meeres hier viel deutlicher als in den flachen Lagunen von Hurghada.
In Sharm El Sheikh ist das Meer besonders salzhaltig, was den Auftrieb beim Schwimmen erhöht. Das ist zwar angenehm, erfordert aber nach jedem Bad einen kurzen Abstecher unter die Dusche, da die Haut sonst schnell spannt. Die Wasserqualität wird hier extrem streng überwacht, da der Nationalpark ein wichtiges Wirtschaftsgut darstellt. Es ist beeindruckend, wie klar das Wasser trotz der vielen Boote bleibt.
Hurghada und El Gouna: Erreichbarkeit und Vielfalt
Hurghada ist der Klassiker. Das Meer hier ist wunderschön, aber oft sehr belebt. Hurghada zieht einen großen Anteil aller Ägypten-Touristen an, was man an der Dichte der Ausflugsboote merkt. [4] Wenn Sie das Meer in Hurghada wirklich genießen wollen, sollten Sie einen Ausflug zu den Giftun Inseln machen. Dort ist das Wasser deutlich sauberer als direkt an der Stadtküste.
El Gouna hingegen ist die künstlich angelegte Lagunenstadt. Hier wurde das Meer in Kanäle geleitet, was eine ganz eigene Ästhetik schafft. Zum richtigen Schwimmen müssen Sie jedoch meist an die Außenstrände wie den Zeytouna Beach. Dort ist das Meer flach und ideal für Kitesurfer. Für klassische Schnorchler ist El Gouna weniger geeignet, da die Lagunen eher zum entspannten Treibenlassen einladen.
Küstenvergleich: Welches Meer passt zu Ihnen?
Die Wahl des richtigen Küstenabschnitts entscheidet darüber, ob Ihr Urlaub Ihre Erwartungen erfüllt oder ob Sie enttäuscht nach Hause fliegen.Marsa Alam (Südliches Rotes Meer)
Beste Korallenriffe, hohe Chance auf Meeresschildkröten und Seekühe
Ruhig, naturnah, wenig Nachtleben, Fokus auf Entspannung
Oft Korallensand, Badeschuhe wegen der Riffe meist zwingend erforderlich
Marsa Matruh (Mittelmeer)
Wenig Fische oder Korallen, Fokus liegt auf der Wasserfarbe
Authentisch ägyptisch, Karibik-Feeling, nur im Sommer Saison
Feiner, weißer Sand, sehr flach abfallend, ideal für Kinder
Hurghada / El Gouna (Zentrales Rotes Meer)
In Küstennähe oft degradiert, schöne Riffe nur per Boot erreichbar
Sehr touristisch, viel Infrastruktur, Shopping und Party
Grobkörniger Sand, oft künstlich aufgeschüttet für Hotelanlagen
Für den ultimativen Schnorchelurlaub ist Marsa Alam der klare Gewinner. Wer hingegen nur im türkisblauen Wasser liegen will und keine Fische braucht, wird in Marsa Matruh glücklicher sein. Hurghada bleibt der Kompromiss für Familien, die alles an einem Ort haben wollen.Svens Suche nach dem perfekten Riff
Sven, ein 34-jähriger IT-Berater aus Berlin, buchte seinen ersten Ägypten-Urlaub in Hurghada, weil er dort die besten Angebote fand. Er wollte direkt vom Hotel aus schnorcheln und bunte Korallen sehen, war aber bei der Ankunft frustriert.
Der Strand seines Hotels war zwar sauber, aber unter Wasser sah er nur graue Steine und kaum Fische. Er versuchte es an drei verschiedenen Tagen, war aber jedes Mal enttäuscht vom trüben Wasser und dem Müll am Boden.
Nach einem Gespräch mit einem lokalen Tauchlehrer verstand er den Fehler: In Hurghada sind die Hausriffe oft überlaufen. Er buchte kurzfristig einen Tagesausflug zur Soma Bay und später für den nächsten Urlaub direkt Marsa Alam.
In Marsa Alam fand er schließlich, was er suchte: Ein intaktes Riff direkt vor der Tür. Die Sichtweite betrug fast 35 Meter und er sah bereits am ersten Tag eine Seekuh, was seinen Urlaub rettete.
Allgemeine Fragen
Wann ist das Wasser in Ägypten am wärmsten?
Die höchsten Wassertemperaturen werden im August erreicht, wenn das Rote Meer bis zu 29 Grad C warm wird.[5] Das fühlt sich fast wie eine warme Badewanne an. Für Erfrischung sorgt dann eher das Mittelmeer im Norden.
Brauche ich überall Badeschuhe?
Am Roten Meer sind Badeschuhe fast überall Pflicht, da Korallenreste und Seeigel auch in flachen Bereichen vorkommen können. In Marsa Matruh am Mittelmeer können Sie hingegen meist barfuß über den feinen Sand ins Wasser gehen.
Ist das Wasser überall so klar wie auf den Fotos?
Meistens ja, besonders im Süden. In Hurghada kann das Wasser durch den starken Bootsverkehr und aufgewirbelten Sand manchmal etwas trüber sein, aber die Sichtweiten liegen trotzdem fast immer über 15-20 Metern.
Wichtige Hinweise
Marsa Alam für NaturliebhaberWer 80 Prozent intakte Korallenriffe und Ruhe sucht, sollte den Süden Ägyptens wählen, da hier der ökologische Zustand am besten ist.
Für das hellste Türkis und den feinsten Sand ist die Mittelmeerküste unschlagbar, sofern man zwischen Juni und September reist.
Saisonzeiten beachtenDas Rote Meer ist mit Temperaturen über 22 Grad C ein Ganzjahresziel, während das Mittelmeer im Winter für Badeurlaub ungeeignet ist.
Referenzdokumente
- [1] Diveinmarsa - Hier finden Sie Sichtweiten von durchschnittlich 30 Metern unter Wasser, was das Schnorcheln zu einem fast surrealen Erlebnis macht.
- [2] Icriforum - Etwa 80 Prozent der Riffe in den tieferen Zonen von Marsa Alam gelten als vollständig intakt, was in Zeiten des Klimawandels keine Selbstverständlichkeit ist.
- [3] Surf-forecast - Während die Wassertemperaturen im Roten Meer selbst im Winter selten unter 22 Grad C fallen, ist das Baden im Norden ab Oktober oft nur noch etwas für Hartgesottene.
- [4] Gowithguide - Etwa 40 Prozent aller Ägypten-Touristen landen in dieser Region, was man an der Dichte der Ausflugsboote merkt.
- [5] Routri - Die höchsten Wassertemperaturen werden im August erreicht, wenn das Rote Meer bis zu 29 Grad C warm wird.
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