Warum bekommt man von Steroiden Pickel?

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Anabol-androgene Steroide, chemisch verwandt mit Testosteron, stimulieren die Talgdrüsen der Haut. Dies führt zu einer übermäßigen Produktion von Sebum, einer öligen Substanz, die die Poren verstopfen kann. Gleichzeitig begünstigen Steroide die Vermehrung von Propionibacterium acnes, einem Bakterium, das bei der Entstehung von Akne eine Rolle spielt, was letztendlich zu Pickeln führt.
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Steroid-Akne: Mehr als nur ein kosmetisches Problem

Die Einnahme von anabol-androgenen Steroiden, oft im Kontext von Bodybuilding oder Leistungssteigerung diskutiert, birgt eine Vielzahl von gesundheitlichen Risiken. Neben den bekannten Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-System und Leberfunktion, ist ein häufiges und oft unterschätztes Problem die Entwicklung von Akne, im Volksmund als Pickel bekannt. Diese sogenannte Steroid-Akne ist nicht nur ein kosmetisches Ärgernis, sondern kann erhebliche psychische Belastungen verursachen und in schweren Fällen sogar zu Narbenbildung führen.

Der hormonelle Teufelskreis: Wie Steroide Pickel verursachen

Die Ursache der Steroid-Akne liegt in der hormonellen Wirkung dieser Substanzen. Anabol-androgene Steroide sind synthetische Derivate des männlichen Sexualhormons Testosteron. Sie ahmen dessen Wirkung im Körper nach, verstärken sie aber oft. Dies führt zu einer Reihe von Prozessen, die die Entstehung von Akne begünstigen:

  • Überproduktion von Talg: Eine der Hauptwirkungen von Steroiden ist die Stimulation der Talgdrüsen in der Haut. Diese Drüsen produzieren Sebum, eine ölige Substanz, die die Haut geschmeidig hält und vor Austrocknung schützt. Unter dem Einfluss von Steroiden werden die Talgdrüsen jedoch überaktiv und produzieren eine übermäßige Menge an Sebum. Diese Überproduktion verstopft die Poren der Haut.

  • Verhornungsstörungen: Steroide können auch die Verhornung der Haut beeinflussen. Das bedeutet, dass sich abgestorbene Hautzellen vermehrt ansammeln und die Poren zusätzlich verstopfen können.

  • Bakterienbefall: Die verstopften Poren bilden einen idealen Nährboden für Bakterien, insbesondere für Propionibacterium acnes (P. acnes). Dieses Bakterium ist normalerweise in geringer Anzahl auf der Haut vorhanden und harmlos. In einer sebumreichen, verstopften Pore kann es sich jedoch rasant vermehren und eine Entzündungsreaktion auslösen.

  • Entzündungsreaktion: Die Vermehrung von P. acnes führt zur Freisetzung von entzündungsfördernden Substanzen. Diese Substanzen reizen die Haut und führen zu den typischen Symptomen von Akne: Rötungen, Schwellungen und die Bildung von Pusteln und Knötchen.

Wo tritt Steroid-Akne auf?

Steroid-Akne tritt typischerweise an Stellen auf, an denen sich viele Talgdrüsen befinden, wie zum Beispiel:

  • Gesicht: Stirn, Nase, Kinn
  • Brust
  • Rücken
  • Schultern

Die Akne kann sich in Form von Mitessern, Pickeln, Pusteln oder tieferliegenden, schmerzhaften Knötchen manifestieren.

Die psychische Belastung durch Steroid-Akne

Über die rein körperlichen Beschwerden hinaus, kann Steroid-Akne erhebliche psychische Belastungen verursachen. Das Aussehen der Haut hat einen großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl und das soziale Leben. Akne kann zu Scham, sozialer Isolation und sogar Depressionen führen. Dies ist besonders problematisch, da der Fokus auf ein bestimmtes Körperbild, der oft mit dem Gebrauch von Steroiden einhergeht, ohnehin schon psychischen Druck erzeugen kann.

Was tun gegen Steroid-Akne?

Die Behandlung von Steroid-Akne kann schwierig sein und erfordert oft Geduld und eine Kombination verschiedener Ansätze:

  • Absetzen der Steroide: Der wichtigste Schritt ist natürlich das Absetzen der Steroide. Dies ist jedoch oft leichter gesagt als getan, da der Entzug mit Entzugserscheinungen und dem Verlust der erzielten Muskelmasse verbunden sein kann.

  • Hautpflege: Eine sorgfältige Hautpflege mit milden Reinigungsprodukten und ölfreien Feuchtigkeitscremes kann helfen, die Haut sauber und hydriert zu halten. Vermeiden Sie aggressive Peelings oder das Ausdrücken von Pickeln, da dies die Entzündung verschlimmern und zu Narbenbildung führen kann.

  • Medikamentöse Behandlung: Bei schweren Fällen von Steroid-Akne kann ein Dermatologe Medikamente verschreiben, wie zum Beispiel:

    • Topische Retinoide: Diese Cremes oder Gele helfen, die Verhornung der Haut zu normalisieren und die Poren zu öffnen.
    • Antibiotika: Sie bekämpfen die Bakterien, die an der Entstehung von Akne beteiligt sind.
    • Isotretinoin: Ein starkes Medikament, das die Talgproduktion reduziert und die Entzündung hemmt. Isotretinoin hat jedoch auch potenziell schwerwiegende Nebenwirkungen und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Prävention ist besser als Heilung

Der beste Weg, Steroid-Akne zu vermeiden, ist der Verzicht auf anabol-androgene Steroide. Die Risiken und Nebenwirkungen dieser Substanzen überwiegen bei Weitem die vermeintlichen Vorteile. Wer dennoch Steroide einnimmt, sollte sich über die potenziellen Risiken im Klaren sein und sich von einem Arzt oder Dermatologen beraten lassen.

Fazit

Steroid-Akne ist ein häufiges und belastendes Problem im Zusammenhang mit dem Gebrauch von anabol-androgenen Steroiden. Sie entsteht durch eine komplexe Wechselwirkung zwischen hormonellen Veränderungen, übermäßiger Talgproduktion, Verhornungsstörungen und Bakterienbefall. Die Behandlung kann schwierig sein und erfordert oft einen ganzheitlichen Ansatz. Die beste Prävention ist der Verzicht auf Steroide und die Konzentration auf eine gesunde Lebensweise und natürliche Methoden zur Leistungssteigerung.