Kann man Tönung auch ins nasse Haar machen?
Nass oder nicht nass – das ist hier die Tönungs-Frage! Kann man Tönung auch ins nasse Haar geben? Die kurze Antwort: Ja, es funktioniert. Aber die wichtigere Frage ist: Soll man es auch?
Während die landläufige Meinung oft zu trockenem Haar tendiert, bietet das Auftragen der Tönung auf feuchtem Haar durchaus Vorteile. Die geöffneten Schuppenschichten durch die Feuchtigkeit ermöglichen eine intensive Farbaufnahme. Die Farbpigmente können tiefer eindringen und sich besser im Haar verteilen. Das Ergebnis: Ein satterer, oft intensiverer Farbton. Durch das anschließende Trocknen – idealerweise an der Luft – fixiert sich die Farbe.
Klingt perfekt? Nicht ganz. Die Kehrseite der Medaille: Die Haltbarkeit leidet. Durch die geöffneten Schuppenschichten wird die Farbe zwar intensiver aufgenommen, aber auch schneller wieder ausgewaschen. Jede Haarwäsche löst Pigmente, der leuchtende Effekt verblasst schneller. Man erzielt also eher eine Art intensive Kurztönung.
Wer auf langanhaltende Farbergebnisse Wert legt, sollte daher der Empfehlung des Herstellers folgen. Diese ist in der Regel auf trockenes Haar ausgelegt. Die Farbpigmente legen sich an die geschlossenen Schuppenschichten an und werden so besser im Haar gehalten. Die Farbe wirkt zwar möglicherweise etwas weniger intensiv, hält dafür aber deutlich länger.
Feuchtes Haar bietet also die Möglichkeit, mit Tönungen zu experimentieren und intensive, aber kurzlebige Farbeffekte zu erzielen. Für ein dauerhaftes Farbergebnis bleibt die Anwendung auf trockenem Haar, wie vom Hersteller empfohlen, die beste Wahl. Letztendlich hängt die Entscheidung von den individuellen Wünschen und Prioritäten ab: Intensive Farbe oder lange Haltbarkeit?
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