Werden Krabben noch in Deutschland gepult?

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Die Frage, ob werden krabben noch in deutschland gepult, ist verneinbar, da Nordseekrabben heute fast ausschließlich per Handarbeit in Marokko geschält werden. Deutsche Lohnkosten sind zu hoch für diesen zeitaufwändigen Prozess. Trotz technologischer Fortschritte bei Krabbenschälmaschinen bleibt der Transport nach Nordafrika der wirtschaftliche Standard der Lebensmittelbranche.
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Werden Krabben noch in Deutschland gepult: Marokko vs Handarbeit

Nordseekrabben durchlaufen vor dem Verzehr weite Transportwege. Das Schälen der werden krabben noch in deutschland gepult Schentiere erfolgt aus wirtschaftlichen Gründen an spezialisierten Standorten im Ausland, da heimische Verfahrensoptionen zu kostspielig sind. Verbraucher sollten diese logistischen Hintergründe beim Kauf frischer Meeresfrüchte beachten.

Die bittere Wahrheit über die Nordseekrabbe

Die Antwort lautet ganz klar nein - in Deutschland wird heutzutage so gut wie keine einzige Nordseekrabbe mehr kommerziell von Hand geschält. Über 90 Prozent der gefangenen Krabben treten eine unglaubliche Reise per Kühllastwagen nach Marokko an, nur um dort geschält und wieder zurückgeschickt zu werden.

Dieses Phänomen kann mit vielen verschiedenen Faktoren zusammenhängen, aber der Hauptgrund liegt schlichtweg in den massiven Unterschieden bei den Lohnkosten.

In meiner Jugend an der Nordseeküste war das Krabbenpulen noch ein geselliger Familiensport direkt am Hafen. Ich erinnere mich gut an den salzigen Geruch und meine verklebten, schmerzenden Finger nach zwei Stunden mühsamer Arbeit für eine mickrige Portion Krabbenbrot.
Diese traditionelle Handarbeit ist aus wirtschaftlicher Sicht in Westeuropa komplett ausgestorben.

Warum reisen unsere Krabben Tausende Kilometer nach Nordafrika?

Das Pulen von Nordseekrabben ist bis heute feinste Handarbeit, da die Schale extrem elastisch und das Fleisch verhältnismäßig winzig ist.
Über 90 Prozent der Ware wird aufgrund der niedrigen Lohnkosten in marokkanischen Großbetrieben verarbeitet. Nur ein verschwindend geringer Teil der Krabben wird in Polen oder in extrem kleinen Nischen direkt in Deutschland gepult.

Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht den enormen wirtschaftlichen Druck, unter dem die Fischereiindustrie steht. Der Transport schlägt logistisch kaum ins Gewicht, wenn man die Arbeitszeit gegenrechnet.
Die Krabben werden auf der rund 3.000 Kilometer langen Strecke durchgehend tiefgekühlt und mit Konservierungsstoffen frisch gehalten, was den CO2-Fußabdruck des regionalen Produkts jedoch massiv verschlechtert.

Der Traum von der vollautomatischen Schälmaschine

Seit vielen Jahren versuchen verschiedene Ingenieure und Erfinder verzweifelt, eine funktionierende und wirtschaftliche Maschine für das Krabbenpulen zu entwickeln. Die filigrane Natur der Krabbe macht dies jedoch zu einer technologischen Mammutaufgabe.
Die meisten Prototypen scheiterten bisher daran, dass sie das zarte Fleisch beim Schälvorgang schlicht zerquetschten.

Hoffnung macht seit einiger Zeit ein innovatives Forschungsprojekt in Niedersachsen, das mit rund 2,3 Millionen Euro gefördert wird. Hierbei wird an einer revolutionären Schälmaschine gearbeitet, die die Schalen nicht mechanisch bricht, sondern mittels Ultraschall-Technik knackt.
Sollte sich diese Technologie flächendeckend durchsetzen, könnte der absurde Transportwahnsinn nach Nordafrika endlich ein Ende haben.

Verarbeitungsmethoden im direkten Vergleich

Die Krabbenindustrie steht am Scheideweg zwischen billiger ausländischer Handarbeit und teurer technologischer Innovation.

Handarbeit in Marokko

- Extrem niedrig, wodurch das Endprodukt für den Verbraucher bezahlbar bleibt

- Sehr hohe Ausbeute an unversehrtem Krabbenfleisch durch menschliche Präzision

- Katastrophal aufgrund von rund 6.000 Kilometern Transportweg für Hin- und Rückfahrt

Ultraschall-Schälmaschine (Zukunftstechnologie)

- Minimal, da der Prozess nach der Anschaffung vollautomatisch abläuft

- Vielversprechend - Ultraschall schont das Fleisch besser als alte mechanische Walzen

- Hervorragend, da die Krabben direkt am deutschen Hafen verarbeitet werden können

Solange die Ultraschall-Maschinen nicht die Marktreife für den Massenbetrieb erreicht haben, bleibt der Transport nach Marokko leider die einzige wirtschaftlich tragfähige Methode für den Massenmarkt.

Die Enttäuschung von Kutterkapitän Jan

Jan, ein Krabbenfischer in der fünften Generation aus Büsum, versuchte vor einigen Jahren, seine Krabben ausschließlich fangfrisch und ungeschält direkt vom Kutter an Touristen zu verkaufen, um den Transport nach Marokko zu umgehen.

Er stieß schnell auf heftigen Widerstand. Die Touristen kauften zwar aus Romantik ein paar Liter Krabben, saßen dann aber frustriert am Hafenbecken, weil sie mit der komplizierten Schältechnik überfordert waren.

Nachdem Jan merkte, dass die Urlauber lieber zu den fertig abgepackten, marokkanischen Krabben im Supermarkt griffen, musste er einsehen, dass der moderne Verbraucher Bequemlichkeit über Regionalität stellt.

Er gab sein Experiment nach nur zwei Monaten auf und liefert seine Fänge seitdem wieder zähneknirschend an die großen Großhändler, die den Weitertransport nach Nordafrika organisieren.

Fragen zum gleichen Thema

Sind die Krabben überhaupt noch frisch, wenn sie aus Marokko zurückkommen?

Ja, durch die ununterbrochene Tiefkühlkette bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt bleibt die mikrobiologische Frische erhalten. Allerdings leidet durch die lange Lagerung und den Einsatz von Konservierungsstoffen der typisch intensive Geschmack im Vergleich zu direkt vom Kutter gepulten Krabben.

Gibt es überhaupt noch Krabben, die in Deutschland von Hand gepult werden?

Kommerziell im Supermarkt gibt es diese praktisch nicht mehr. Wer echte, in Deutschland von Hand gepulte Krabben essen möchte, muss diese ungeschält direkt am Kutter oder auf dem Wochenmarkt kaufen und sich selbst an die Arbeit machen.

Wenn Sie mehr über die deutsche Geografie erfahren möchten, lesen Sie Ist Deutschland auf der Nord- oder Südhalbkugel?

Warum schält man die Krabben nicht einfach in Polen?

Ein kleiner Teil wird tatsächlich in Polen gepult, allerdings sind auch dort die Lohnkosten in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Marokko bietet aktuell das mit Abstand niedrigste Lohnniveau für diese arbeitsintensive Tätigkeit.

Gesamtüberblick

Marokko dominiert den Markt

Über 90 Prozent aller Nordseekrabben werden aufgrund der unschlagbar niedrigen Lohnkosten per Lkw nach Marokko transportiert, um dort in Handarbeit geschält zu werden.

Hoher ökologischer Preis

Der lange Transportweg von rund 6.000 Kilometern belastet die Umwelt massiv, ist für die Großhändler aber immer noch billiger als Mindestlöhne in Deutschland zu zahlen.

Ultraschall als Hoffnungsträger

Die Rettung der regionalen Wertschöpfung liegt in der Automatisierung. Neue Prototypen mit Ultraschall-Technologie könnten das Pulen in Zukunft wieder zurück an die deutsche Küste holen.