Was kann den Kaliumwert erhöhen?

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Medikamente wie ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptor-Blocker und bestimmte Diuretika können den Kaliumspiegel im Blut erhöhen. Auch Immunsuppressiva wie Cyclosporin und in manchen Fällen NSAR beeinflussen den Kaliumhaushalt positiv. Aliskiren wirkt ebenfalls kaliumsparend.
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Hyperkaliämie: Ursachen eines erhöhten Kaliumspiegels im Blut

Ein erhöhter Kaliumspiegel im Blut, medizinisch als Hyperkaliämie bezeichnet, kann ernste Folgen für die Herzfunktion haben. Während ein leicht erhöhter Wert oft asymptomatisch verläuft, ist eine deutliche Hyperkaliämie ein medizinischer Notfall. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Medikamenten über Niereninsuffizienz bis hin zu seltenen Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet einige wichtige Faktoren, die zu einer Erhöhung des Kaliumwerts beitragen können.

Medikamentöse Ursachen: Eine häufige Ursache für Hyperkaliämie ist die Einnahme bestimmter Medikamente. Hierbei spielen vor allem Substanzen eine Rolle, die die Ausscheidung von Kalium über die Nieren beeinflussen:

  • ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer): Diese Medikamente, häufig zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzinsuffizienz eingesetzt, hemmen die Bildung von Angiotensin II. Dies führt indirekt zu einer verringerten Kaliumausscheidung über die Nieren.
  • Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB): Ähnlich wie ACE-Hemmer wirken ARBs auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und können ebenfalls die Kaliumausscheidung reduzieren.
  • Kaliumsparing Diuretika (kaliumsparende Entwässerungstabletten): Im Gegensatz zu den meisten Diuretika, die Kalium ausscheiden, fördern kaliumsparende Diuretika wie Spironolacton oder Amilorid die Kaliumretention im Körper. Die kombinierte Einnahme mit anderen kaliumsparenden Medikamenten erhöht das Risiko einer Hyperkaliämie erheblich.
  • Immunsuppressiva: Medikamente wie Cyclosporin, die das Immunsystem unterdrücken, können ebenfalls den Kaliumspiegel erhöhen, oft in Verbindung mit Nierenfunktionsstörungen.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): In manchen Fällen, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, können NSAR die Kaliumausscheidung beeinträchtigen und zu einem erhöhten Kaliumspiegel führen.
  • Aliskiren: Dieser Renin-Hemmer wird ebenfalls in der Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt und kann die Kaliumkonzentration im Blut erhöhen.

Nicht-medikamentöse Ursachen: Neben Medikamenten gibt es zahlreiche andere Faktoren, die zu einer Hyperkaliämie beitragen können:

  • Niereninsuffizienz: Eine eingeschränkte Nierenfunktion ist eine der häufigsten Ursachen für Hyperkaliämie, da die Nieren für die Ausscheidung von überschüssigem Kalium zuständig sind.
  • Zellzerfall (Rhabdomyolyse, Hämolyse): Bei massiven Zellschädigungen, beispielsweise bei Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) oder Zerstörung roter Blutkörperchen (Hämolyse), wird Kalium aus den Zellen freigesetzt und gelangt in das Blut.
  • Adrenale Insuffizienz (Morbus Addison): Eine Unterfunktion der Nebennierenrinde führt zu einem Mangel an Aldosteron, einem Hormon, das die Kaliumausscheidung fördert.
  • Diabetes mellitus: Ein schlecht eingestellter Diabetes kann zu einer Hyperkaliämie beitragen.
  • Dehydratation: Ein Flüssigkeitsmangel kann die Kaliumkonzentration im Blut scheinbar erhöhen, da sich das Blutvolumen reduziert. Die tatsächliche Kaliummenge im Körper bleibt jedoch gleich oder sogar erhöht.
  • Akute oder chronische Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie z.B. Herzversagen oder Leberzirrhose können den Kaliumhaushalt negativ beeinflussen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich der Information und ersetzt nicht die Beratung durch einen Arzt. Bei Verdacht auf eine Hyperkaliämie ist eine sofortige ärztliche Untersuchung unerlässlich, da die Erkrankung lebensbedrohlich sein kann. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Hyperkaliämie.