Auf welche Arten kann man Salz gewinnen?
Arten der Salzgewinnung: Mikroplastik in 90 % der Meersalzproben nachgewiesen
Die Auswahl der richtigen Arten der Salzgewinnung beeinflusst die Qualität unserer täglichen Ernährung erheblich. Viele Verbraucher unterschätzen die ökologischen Belastungen der Meere und deren Auswirkungen auf Speisesalzprodukte. Ein tieferes Verständnis dieser Herstellungsverfahren schützt vor unerwünschten Verunreinigungen in Lebensmitteln. Informieren Sie sich über die Unterschiede zur Sicherung Ihrer Gesundheit.
Wie wird Salz gewonnen? Die drei Hauptmethoden im Überblick
Salz, chemisch als Natriumchlorid bekannt, wird weltweit hauptsächlich durch drei verschiedene Verfahren gewonnen. Diese umfassen den Steinsalzabbau tief im Bergwerk, die Siedesalzgewinnung durch Wasserinjektion und die Meersalzgewinnung durch natürliche Verdunstung in riesigen Freiluftbecken. Die Wahl der jeweiligen Methode hängt stark von den geografischen Gegebenheiten und Bodenschätzen einer Region ab.
Rund 70 Prozent der weltweiten Salzproduktion entfallen auf den bergmännischen Steinsalzabbau.[1] Ich war anfangs ziemlich überrascht, als ich erfuhr, dass das meiste Salz in unserer heimischen Küche eigentlich Millionen Jahre alt ist. Es stammt direkt aus dunklen, unterirdischen Minen. Die restlichen 30 Prozent teilen sich auf das technisch aufwendige Siedesalz und das von Sonne und Wind erzeugte Meersalz auf.
Steinsalz: Der bergmännische Abbau tief unter der Erde
Wenn Sie an Salzabbau denken, stellen sich die meisten Menschen staubige Stollen und schweres Bohrgerät vor. Das ist auch weitgehend richtig. Steinsalz lagert in massiven unterirdischen Salzstöcken, die durch das Austrocknen urzeitlicher Meere vor über 200 Millionen Jahren entstanden sind.
Moderne Bohr- und Sprengarbeiten lösen das harte Gestein aus dem Berg. Danach wird es an die Oberfläche transportiert, zerkleinert, gemahlen und aufwendig von Fremdstoffen gereinigt. Seien wir ehrlich - die Arbeit unter Tage ist extrem hart, gefährlich und teuer. Aber sie lohnt sich definitiv. Dieses kompakte Steinsalz deckt den absoluten Großteil unseres industriellen und privaten Bedarfs ab.
Siedesalzgewinnung: Wenn Wasser die harte Arbeit übernimmt
Was macht man, wenn das begehrte Salz im Berg zu stark mit anderem Gestein vermischt ist und Sprengen keinen Sinn ergibt? Man pumpt einfach Wasser hinein. Dieses clevere Verfahren nennt man in der Fachsprache Bohrlochsolung.
Das injizierte Wasser löst das Salz aus dem Gestein und bildet eine hochkonzentrierte, gesättigte Lösung - die sogenannte Sole. Diese Flüssigkeit wird anschließend an die Oberfläche gepumpt und in riesigen industriellen Anlagen, den Sudhäusern, stark erhitzt. Das Wasser verdampft vollständig. Zurück bleibt hochreines, strahlend weißes Natriumchlorid. Das ist das typische Tafelsalz. Fast jeder von uns hat es auf dem Esstisch stehen.
Viele Verbraucher verwechseln die Begriffe Sole und Siedesalz regelmäßig. Dabei ist der Unterschied denkbar simpel. Sole ist der flüssige Zwischenschritt tief in der Erde, während Siedesalz das feste, trockene Endprodukt nach dem Kochen darstellt. So einfach ist das.
Meersalz: Natürliche Verdunstung in traditionellen Salinen
Die Meersalzgewinnung ist wahrscheinlich die älteste und natürlichste Methode der Menschheit. Dabei wird salziges Meerwasser in flache, künstlich angelegte Becken geleitet, die sogenannten Salinen. Sonne und Wind machen dann die eigentliche Arbeit. Das Wasser verdunstet langsam über Wochen, bis die groben Salzkristalle übrig bleiben und meist maschinell geerntet werden können.
Ein echtes Naturprodukt. Allerdings gibt es hier ein wachsendes Problem, das von Herstellern oft verschwiegen wird. In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit der Qualität von Meersalz beschäftigt, und das Ergebnis ist leider ernüchternd. Etwa 90 Prozent der weltweiten Meersalzproben weisen inzwischen Spuren von Mikroplastik auf.[2] Die zunehmende Verschmutzung der Ozeane macht auch vor unserem Essen nicht Halt - ein trauriger Fakt, der viele gesundheitsbewusste Verbraucher wieder zum sauberen Steinsalz greifen lässt.
Eine luxuriöse Besonderheit in diesem Bereich ist das bekannte Fleur de Sel. Diese feine Salzblume bildet sich nur an extrem heißen, windstillen Tagen als hauchdünne, knusprige Schicht direkt an der Wasseroberfläche. Sie muss am selben Tag in mühsamer Handarbeit mit Holzrechen abgeschöpft werden, was den enorm hohen Preis rechtfertigt.
Künstliche Herstellung: Der Weg über die Chemie
Nicht jedes Salz kommt direkt aus der Natur. In der chemischen Industrie entsteht Salz oft gewollt oder als Nebenprodukt durch gezielte chemische Reaktionen, insbesondere bei der Neutralisation von Säuren und Basen. Mischt man beispielsweise aggressive Salzsäure und Natriumhydroxid in exakt gleichen Teilen, neutralisieren sie sich zu harmlosem Salzwasser. Für die heimische Küche ist dieses Verfahren natürlich völlig unrentabel, aber für industrielle und pharmazeutische Prozesse ist diese hochreine Herstellung unerlässlich.
Steinsalz, Siedesalz und Meersalz im direkten Vergleich
Jede Gewinnungsart hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die sich auf den Preis, die Reinheit und den ökologischen Fußabdruck auswirken.Steinsalz
- Oft natürlich mit Spurenelementen oder Gesteinsresten durchsetzt, seltener strahlend weiß
- Eingriffe in die Geologie, jedoch absolut frei von modernen Umweltgiften wie Mikroplastik
- Mittel - erfordert schwere Maschinen für Abbau und Transport, aber keine thermische Energie
⭐ Siedesalz (Empfohlen für den Alltag)
- Extrem hoch (nahezu 100% Natriumchlorid), sehr feine Rieselfähigkeit
- Hoher CO2-Ausstoß durch den Energiebedarf, ansonsten unbedenklich
- Sehr hoch - das Verdampfen der Sole erfordert massive Mengen an thermischer Energie (meist Gas)
Meersalz
- Schwankend, enthält von Natur aus Feuchtigkeit und Restmineralien wie Magnesium
- Hohes Risiko der Verunreinigung durch Mikroplastik und Schwermetalle aus dem Meerwasser
- Sehr gering - nutzt ausschließlich erneuerbare Energie durch Sonne und Wind
Für den normalen Haushaltsgebrauch ist Siedesalz aufgrund seiner feinen Körnung und Reinheit meist die beste und günstigste Wahl. Wer Wert auf einen extrem niedrigen CO2-Fußabdruck legt und die leicht feuchte Textur mag, greift zum Meersalz - muss aber mögliche Verunreinigungen in Kauf nehmen.Die nachhaltige Saline: Ein Startup-Projekt aus den Alpen
Lukas, ein 34-jähriger Gründer aus Bayern, wollte 2024 eine historische Saline in seiner Heimatstadt wiederbeleben. Sein ehrgeiziges Ziel war es, regionales Alpensalz nachhaltig und traditionell zu sieden. Das größte Hindernis waren jedoch die explodierenden Energiekosten in Deutschland.
Zunächst versuchte er, die Sole wie vor 200 Jahren in riesigen offenen Pfannen mit einem Holzfeuer zu sieden. Das war eine romantische, aber betriebswirtschaftlich fatale Idee. Nach drei Wochen waren die Kosten für das Brennholz derart hoch, dass ein Kilo Salz im Verkauf 45 Euro hätte kosten müssen, um überhaupt profitabel zu sein. Niemand würde das kaufen.
Eines Abends, nach stundenlangem Rechnen und viel Frustration, kam endlich der Durchbruch. Er kontaktierte eine nahegelegene Biogasanlage, die täglich Unmengen an ungenutzter Abwärme produzierte. Anstatt eigenes Feuer zu machen, verlegte Lukas ein isoliertes Rohrsystem, um diese kostenlose Abwärme zu nutzen und die eisige Sole auf 80 Grad vorzuwärmen, bevor sie in die Siedepfanne kam.
Das Ergebnis war absolut verblüffend. Der zusätzliche Energiebedarf für den finalen Siedevorgang sank um satte 75 Prozent. Heute produziert seine kleine Manufaktur monatlich 200 Kilo Premium-Siedesalz, das in der Region für 12 Euro pro Kilo verkauft wird - ein perfekter Mix aus Tradition und moderner, klimaneutraler Effizienz.
Nächste Schritte
Die Methode bestimmt die ReinheitSiedesalz ist durch den Verdampfungsprozess besonders fein und rein, während Steinsalz oft noch natürliche Gesteinsreste enthält und gröber ausfällt.
Meersalz ist naturbelassen, aber zunehmend anfälligDie Gewinnung durch Sonne und Wind ist extrem umweltfreundlich, birgt heute jedoch das hohe Risiko von Mikroplastik-Verunreinigungen aus verschmutzten Meeren.
Thermische Energie ist der größte KostenfaktorBesonders das Sieden von unterirdischer Sole erfordert enorme Mengen an Energie, weshalb moderne Anlagen verstärkt auf Abwärme und erneuerbare Energien setzen müssen.
Schnelle Zusammenfassung
Sind die gesundheitlichen Unterschiede der Gewinnungsarten groß?
Nein, chemisch gesehen bestehen alle Speisesalze zu fast 100 Prozent aus reinem Natriumchlorid. Die winzigen Mengen an Restmineralien im Meersalz oder unraffiniertem Steinsalz sind für unsere Gesundheit völlig vernachlässigbar. Der größte Unterschied liegt in der Textur und im Mundgefühl, nicht in der gesundheitlichen Wirkung.
Sollte ich wegen Mikroplastik besser auf Meersalz verzichten?
Das ist eine sehr persönliche Entscheidung. Zwar enthalten viele Meersalze mikroskopisch kleine Plastikpartikel, aber die aufgenommene Gesamtmenge durch das tägliche Würzen ist extrem gering. Wer jedoch komplett auf Nummer sicher gehen will, wählt reines Steinsalz aus tiefen, Millionen Jahre alten Bergbauquellen.
Was ist eigentlich der genaue Unterschied zwischen Sole, Siedesalz und Steinsalz?
Steinsalz wird trocken als harter Brocken aus dem Berg gebrochen. Sole ist salziges Wasser, das entsteht, wenn man dieses Steinsalz unterirdisch mit Wasser ausspült. Siedesalz ist dann das feste, kristalline Salz, das übrig bleibt, nachdem man diese flüssige Sole stark erhitzt und das Wasser verdampft hat.
Quellenangabe
- [1] Bergsalz - Rund 70 Prozent der weltweiten Salzproduktion entfallen auf den bergmännischen Steinsalzabbau.
- [2] Nationalgeographic - Etwa 90 Prozent der weltweiten Meersalzproben weisen inzwischen Spuren von Mikroplastik auf.
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