Kann man Kohlensäure durch Kochen entfernen?

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Kochen reduziert den Kohlendioxidgehalt von Wasser signifikant, da sich gelöste Gase beim Erhitzen verflüchtigen. Gleichzeitig verringert sich die Konzentration von Mineralien wie Calcium und Magnesium, die sich als Kesselstein ablagern. Für den menschlichen Körper sind diese Veränderungen jedoch unerheblich.
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Sprudel Ade: Wie Kochen Kohlensäure aus dem Wasser treibt

Wer kennt es nicht? Die prickelnde Erfrischung einer sprudelnden Mineralwasserflasche. Doch was passiert, wenn dieses Prickeln unerwünscht ist, beispielsweise in Babynahrung oder beim Aufguss von empfindlichen Teesorten? Die Lösung ist denkbar einfach: Kochen. Aber wie genau funktioniert das und was hat es für Auswirkungen auf die Wasserqualität?

Die Physik hinter dem Prickeln: Kohlendioxid in Wasser

Das Prickeln in Sprudelwasser entsteht durch gelöstes Kohlendioxid (CO₂). Unter Druck wird dieses Gas ins Wasser gepresst und bleibt dort gelöst. Sobald der Druck nachlässt, wie beim Öffnen einer Flasche, entweicht ein Teil des CO₂ und bildet die charakteristischen Bläschen.

Hitze vertreibt das CO₂

Kochen ist ein effektiver Weg, um das im Wasser gelöste Kohlendioxid zu entfernen. Die Erklärung dafür liegt in der Kinetischen Gastheorie:

  • Erhöhte Bewegungsenergie: Beim Erhitzen des Wassers erhöht sich die Bewegungsenergie der Wassermoleküle und auch der gelösten CO₂-Moleküle.
  • Schwächere Bindungen: Die Bindungskräfte, die das CO₂ im Wasser halten, werden durch die erhöhte Energie überwunden.
  • Entweichen als Gas: Die CO₂-Moleküle können leichter aus dem Wasser entweichen und in die Luft aufsteigen.

Je länger das Wasser kocht, desto mehr CO₂ entweicht. Eine kurze Kochzeit reduziert bereits einen Großteil des Kohlendioxids, während längeres Kochen das Wasser nahezu vollständig entkohlensäuert.

Mehr als nur Kohlensäure: Auswirkungen auf Mineralien und Kalk

Neben dem Kohlendioxid hat das Kochen auch Auswirkungen auf andere Inhaltsstoffe des Wassers. Insbesondere Mineralien wie Calcium und Magnesium, die für die Wasserhärte verantwortlich sind, können sich beim Erhitzen ablagern. Diese Ablagerungen kennen wir als Kesselstein in Wasserkochern und Töpfen.

  • Fällung von Mineralien: Durch die Hitze reagieren Calcium- und Magnesium-Ionen mit anderen im Wasser gelösten Stoffen und bilden schwerlösliche Verbindungen.
  • Ablagerungen: Diese Verbindungen fallen aus und setzen sich als Kesselstein an den Wänden des Kochgefäßes ab.

Bedeutung für den menschlichen Körper

Obwohl das Kochen die Konzentration von Kohlendioxid und bestimmten Mineralien im Wasser verändert, sind diese Veränderungen für den menschlichen Körper in der Regel unbedenklich.

  • Geringe Mengen: Die Menge an Mineralien, die durch das Kochen verloren geht, ist im Vergleich zur Gesamtmenge, die wir täglich über die Nahrung aufnehmen, verschwindend gering.
  • Alternativen: Der menschliche Körper bezieht Mineralien hauptsächlich aus der Nahrung und nicht ausschließlich aus Trinkwasser.

Fazit: Kochen als einfache Methode zur Entkohlensäuerung

Kochen ist eine einfache und effektive Methode, um Kohlensäure aus Wasser zu entfernen. Es ist besonders nützlich, wenn man Wasser ohne Sprudel für bestimmte Zwecke benötigt, wie z.B. für Babynahrung oder zur Zubereitung empfindlicher Teesorten. Auch wenn sich dabei geringfügige Veränderungen in der Mineralstoffzusammensetzung ergeben, sind diese für den menschlichen Körper in der Regel irrelevant. Wer also den Sprudel loswerden möchte, kann getrost zum Kochtopf greifen.