Wird man krank, wenn man schwitzt und dann friert?

16 Aufrufe
Körperliche Abkühlung, insbesondere durch Zugluft, beeinträchtigt die Immunabwehr. Die reduzierte Durchblutung der Schleimhäute schwächt den natürlichen Schutz vor Erregern. Eine rasche Temperaturveränderung erhöht somit das Infektionsrisiko, nicht aber das Schwitzen an sich.
Kommentar 0 Gefällt mir

Schwitzen und Frieren: Krankheitsrisiko oder nur ein unangenehmes Gefühl?

Die landläufige Annahme, dass Schwitzen und anschließendes Frieren automatisch zu einer Erkrankung führen, ist ein weit verbreiteter Mythos. Die Wahrheit ist differenzierter: Schwitzen selbst macht nicht krank. Das Risiko, sich zu infizieren, erhöht sich jedoch, wenn die Körpertemperatur stark schwankt und insbesondere durch Abkühlung, etwa durch Zugluft, die körpereigene Abwehr geschwächt wird.

Der menschliche Körper reguliert seine Temperatur über Schwitzen. Durch die Verdunstung von Schweiß wird Wärme abgegeben, um eine Überhitzung zu vermeiden. Dieser Prozess ist völlig normal und physiologisch. Gefährlich wird es erst, wenn dieser Prozess nicht optimal funktioniert oder durch äußere Faktoren unterbrochen wird.

Das Problem liegt nicht im Schwitzen, sondern in der anschließenden Abkühlung. Sobald der Körper nach dem Schwitzen – beispielsweise nach intensivem Sport – einer plötzlichen Abkühlung, z. B. durch kalte Zugluft oder kalte Getränke, ausgesetzt ist, kommt es zu einer Vasokonstriktion. Die Blutgefäße verengen sich, um die Wärmeverluste zu minimieren. Diese Reaktion führt jedoch zu einer reduzierten Durchblutung der Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen. Diese Schleimhäute bilden die erste Verteidigungslinie gegen Krankheitserreger. Eine verminderte Durchblutung schwächt ihre Funktion, und die Abwehrkräfte werden beeinträchtigt. Das Immunsystem ist in diesem Zustand anfälliger für Infektionen.

Es ist also nicht das Schwitzen selbst, das krank macht, sondern die Kombination aus Schwitzen und nachfolgender, schneller Abkühlung, die das Risiko einer Infektion erhöht. Das plötzliche Umschalten des Kreislaufsystems von einem Zustand erhöhter Durchblutung (während des Schwitzens) auf einen Zustand reduzierter Durchblutung (durch Abkühlung) stellt eine erhebliche Belastung dar und schwächt die Immunabwehr.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Achten Sie nach intensivem Schwitzen auf eine langsame und schonende Abkühlung. Vermeiden Sie kalte Zugluft und plötzliche Temperaturwechsel. Eine angemessene Kleidung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr unterstützen die Temperaturregulierung des Körpers und helfen, das Risiko einer Erkrankung zu minimieren. Schwitzen ist ein natürlicher Prozess; die darauf folgende Abkühlung ist der entscheidende Faktor.