Wie viele Menschen leiden unter Skin Picking?

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Skin Picking, oft beginnend in der Jugend, betrifft schätzungsweise 1-2% der Bevölkerung. Die Zwangsstörung, die sich durch wiederholtes, zwanghaftes Hautzupfen äußert, kann in jedem Alter auftreten. Obwohl sie häufig übersehen wird, stellt sie für Betroffene eine erhebliche Belastung dar und beeinflusst deren Lebensqualität spürbar.
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Skin Picking: Mehr als nur eine schlechte Angewohnheit – Eine unterschätzte Zwangsstörung

Skin Picking, oder auf Deutsch auch als "Dermatillomanie" bekannt, ist mehr als nur eine harmlose Angewohnheit. Es handelt sich um eine ernstzunehmende Zwangsstörung, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Obwohl die Forschungslage noch nicht umfassend ist und die Dunkelziffer vermutlich hoch liegt, deuten Schätzungen darauf hin, dass etwa 1-2% der Bevölkerung unter Skin Picking leiden.

Was ist Skin Picking genau?

Skin Picking zeichnet sich durch wiederholtes, zwanghaftes Zupfen, Kratzen, Drücken oder Reiben der eigenen Haut aus. Dabei konzentrieren sich Betroffene oft auf bestimmte Stellen wie:

  • Pickel
  • Mitesser
  • Krusten
  • Narben
  • Gesunde Haut

Dieses Verhalten wird oft von starken inneren Anspannungen, Stress oder Angst ausgelöst. Während manche Betroffene sich bewusst sind, dass sie ihrer Haut schaden, handeln andere fast unbewusst, in einer Art Trance.

Wer ist betroffen?

Skin Picking kann in jedem Alter auftreten, beginnt jedoch häufig in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Es betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Die Ursachen sind vielfältig und oft komplex. Vermutet werden unter anderem:

  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung von Zwangsstörungen könnte das Risiko erhöhen.
  • Neurobiologische Faktoren: Störungen im Serotonin-Haushalt im Gehirn könnten eine Rolle spielen.
  • Psychische Belastungen: Stress, Angst, Depressionen oder traumatische Erlebnisse können Skin Picking auslösen oder verstärken.
  • Perfektionismus: Der Drang nach makelloser Haut kann zu zwanghaftem Zupfen führen.

Die Folgen von Skin Picking:

Die Folgen von Skin Picking sind vielfältig und können sowohl körperlicher als auch psychischer Natur sein:

  • Körperliche Schäden: Hautverletzungen, Entzündungen, Infektionen, Narbenbildung, Pigmentveränderungen.
  • Psychisches Leiden: Scham, Schuldgefühle, Angst, Depressionen, geringes Selbstwertgefühl.
  • Soziale Isolation: Vermeidung sozialer Situationen aufgrund von Hautproblemen oder Scham.
  • Beeinträchtigung der Lebensqualität: Schwierigkeiten im Beruf, in der Partnerschaft und in der Freizeit.

Warum ist Skin Picking so unterschätzt?

Obwohl Skin Picking eine relativ häufige Störung ist, wird sie oft übersehen oder als "schlechte Angewohnheit" abgetan. Dies liegt unter anderem daran, dass:

  • Betroffene sich schämen und ihr Verhalten verheimlichen.
  • Viele Ärzte und Therapeuten die Störung nicht ausreichend kennen.
  • Skin Picking oft mit anderen psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen einhergeht und daher "untergeht".

Was tun bei Skin Picking?

Es ist wichtig zu betonen, dass Skin Picking behandelbar ist. Zu den wirksamen Therapieansätzen gehören:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Identifizierung und Veränderung von Auslösern und Verhaltensmustern.
  • Habit Reversal Training (HRT): Erlernen von Ersatzhandlungen, um dem Zwang entgegenzuwirken.
  • Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT): Akzeptanz der Gefühle und Gedanken, die mit dem Skin Picking einhergehen.
  • Medikamentöse Behandlung: In manchen Fällen können Antidepressiva helfen, die Zwangsimpulse zu reduzieren.

Fazit:

Skin Picking ist eine ernstzunehmende Zwangsstörung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Es ist wichtig, das Bewusstsein für diese Erkrankung zu schärfen und Betroffenen den Zugang zu professioneller Hilfe zu ermöglichen. Wenn Sie unter Skin Picking leiden, zögern Sie nicht, sich an einen Arzt oder Therapeuten zu wenden. Es gibt Wege, um die Kontrolle über Ihr Verhalten zurückzugewinnen und Ihre Lebensqualität zu verbessern.