Wie sicher ist vor dem kommen rausziehen?
Coitus interruptus: Ein Glücksspiel mit ungewissem Ausgang
Der sogenannte Coitus interruptus, im Volksmund auch als "Rausziehen" bekannt, ist eine weit verbreitete, aber höchst unsichere Verhütungsmethode. Die scheinbare Einfachheit und die unmittelbare Verfügbarkeit verleiten viele Paare dazu, diese Methode anzuwenden. Doch hinter der vermeintlichen Unkompliziertheit verbirgt sich ein hohes Risiko einer ungewollten Schwangerschaft.
Der Grund für die Unzuverlässigkeit liegt in der Biologie der männlichen Sexualität. Bereits vor dem eigentlichen Samenerguss, also während der sexuellen Erregung, kann der Mann ein Sekret, das sogenannte Präejakulat, absondern. Dieses Präejakulat dient der Neutralisierung des sauren Milieus in der Harnröhre und der Vorbereitung für den Samenerguss. Obwohl es in geringerer Menge als das Ejakulat auftritt, kann es bereits lebensfähige Spermien enthalten. Trifft auch nur ein einziges dieser Spermien auf eine Eizelle, kann es zu einer Befruchtung und somit zu einer Schwangerschaft kommen.
Die Unsicherheit des Coitus interruptus wird durch den Pearl-Index deutlich. Dieser Wert gibt an, wie viele von 100 Frauen, die eine bestimmte Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden, schwanger werden. Beim Coitus interruptus liegt der Pearl-Index zwischen 4 und 22. Das bedeutet, dass von 100 Paaren, die sich ausschließlich auf das "Rausziehen" verlassen, innerhalb eines Jahres 4 bis 22 Frauen schwanger werden. Im Vergleich dazu liegt der Pearl-Index bei der Pille (bei korrekter Einnahme) bei unter 1 und beim Kondom bei 2 bis 12.
Neben der hohen Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft bietet der Coitus interruptus auch keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Im Gegensatz zum Kondom, das eine wirksame Barriere gegen Krankheitserreger darstellt, bietet das "Rausziehen" keinerlei Schutz vor Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhöe oder HIV.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Coitus interruptus keine zuverlässige Verhütungsmethode darstellt. Das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft ist im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden deutlich erhöht und es besteht kein Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Paare, die eine sichere und verantwortungsvolle Verhütung wünschen, sollten daher auf andere, effektivere Methoden wie die Pille, das Kondom, die Spirale oder andere hormonelle Verhütungsmittel zurückgreifen. Eine Beratung beim Frauenarzt oder einer anderen qualifizierten Fachperson kann helfen, die individuell passende Verhütungsmethode zu finden.
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