Wie macht man eine Wundreinigung?

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Die schonende Wundreinigung, essentiell bei chronischen Wunden, erfolgt mittels geeigneter Spüllösungen und steriler Applikatoren. Intakt bleibendes Granulationsgewebe schützt vor Schädigung. Präzise Instrumente unterstützen die sanfte, kontinuierliche Reinigung.
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Die schonende Wundreinigung: Schlüssel zur erfolgreichen Chronischen Wundheilung

Chronische Wunden stellen eine besondere Herausforderung in der Wundversorgung dar. Im Gegensatz zu akuten Verletzungen, die zügig abheilen, dauert die Heilung bei chronischen Wunden (z.B. Dekubitus, diabetische Fußwunden, Ulcus cruris) oft monatelang an und ist anfällig für Infektionen. Eine schonende und effektive Wundreinigung ist daher essentiell für den Heilungserfolg und die Vermeidung von Komplikationen. Das Ziel besteht darin, die Wunde von nekrotischem Gewebe, Bakterien und Fremdkörpern zu befreien, ohne das empfindliche Granulationsgewebe zu schädigen.

Die Wahl der richtigen Spüllösung:

Die Auswahl der Spüllösung richtet sich nach dem Wundzustand und dem klinischen Bild. Aggressiv wirkende Substanzen, wie z.B. hochkonzentrierte Wasserstoffperoxid-Lösungen, sollten vermieden werden, da sie das gesunde Gewebe ebenso angreifen wie das infizierte. Geeignete Spüllösungen sind:

  • Physiolische Kochsalzlösung (0,9% NaCl): Diese ist die Grundlage für die meisten Wundreinigungen, da sie isotonisch ist und das Gewebe nicht irritiert. Sie dient zur mechanischen Entfernung von Schmutz und Sekreten.
  • Sterile Wasser: Kann ebenfalls als Spüllösung verwendet werden, sollte aber nur dann eingesetzt werden, wenn keine Gefahr einer Kontamination besteht.
  • Spezielle Wundspüllösungen: Enthalten je nach Indikation antiseptische Wirkstoffe (z.B. Octenidin, Povidon-Jod) zur Bekämpfung von Bakterien. Der Einsatz dieser Lösungen sollte jedoch nach ärztlicher Anweisung erfolgen, da eine zu häufige Anwendung zu einer Resistenzbildung führen kann.

Die Technik der Wundreinigung:

Eine schonende Wundreinigung erfordert Präzision und Achtsamkeit. Folgende Schritte sind wichtig:

  1. Hygiene: Hände gründlich desinfizieren. Sterile Handschuhe und sterile Arbeitsmaterialien verwenden.
  2. Wundbeurteilung: Vor der Reinigung den Zustand der Wunde genau begutachten, um die benötigten Materialien und die Reinigungsmethode festzulegen.
  3. Materialauswahl: Geeignete Applikatoren wählen, z.B. sterile Kompressen, Spritzen oder spezielle Spülkanülen für die schonende Reinigung von Wundhöhlen. Die Größe der Applikatoren sollte an die Wundgröße angepasst werden.
  4. Spülvorgang: Die Spüllösung mit mäßigem Druck von der Wunde weg auf die Wunde auftragen, um das Sekret und den Schmutz auszuspülen. Dabei sollte das Granulationsgewebe nicht verletzt werden. Bei tiefen Wunden ist eine spezielle Technik, wie z.B. die Lavage, notwendig.
  5. Nachreinigung: Die Wunde mit sterilen Kompressen vorsichtig trocken tupfen. Nicht reiben!
  6. Wundversorgung: Nach der Reinigung eine geeignete Wundauflage anbringen, um ein feuchtes Wundmilieu zu erhalten und die Heilung zu fördern.

Wichtige Hinweise:

  • Die Häufigkeit der Wundreinigung hängt vom Wundzustand ab und sollte individuell durch den Arzt oder die Pflegekraft bestimmt werden.
  • Bei Anzeichen einer Infektion (z.B. starke Rötung, Schwellung, Eiterbildung) ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.
  • Die beschriebenen Schritte stellen allgemeine Empfehlungen dar und ersetzen keine professionelle Beratung durch medizinisches Fachpersonal.

Die schonende Wundreinigung ist ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Therapie chronischer Wunden. Durch die richtige Auswahl der Spüllösung, die Anwendung der geeigneten Technik und die Beachtung der Hygienemaßnahmen kann das Risiko von Komplikationen minimiert und die Heilung gefördert werden. Eine regelmäßige fachärztliche Kontrolle und Beratung ist unerlässlich.