Wie lange darf eine Dusche bei Legionellen laufen?

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Um Legionellen vorzubeugen, ist eine regelmäßige Spülung der Wasserleitungen entscheidend. Jede Entnahmestelle, einschließlich der Dusche, sollte mindestens fünf Minuten lang mit maximaler Temperatur gespült werden. Diese einfache Maßnahme hilft, das Bakterienwachstum zu hemmen und die Wasserqualität zu sichern.
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Die Dusche und die Legionellen: Wie lange ist „lang genug“?

Legionellen, die gefährlichen Bakterien, die die Legionärskrankheit auslösen können, lauern oft unbemerkt in Warmwasserleitungen. Stagnation des Wassers, Temperaturen zwischen 25°C und 45°C und Biofilme begünstigen ihr Wachstum. Daher ist die regelmäßige Spülung der Leitungen essentiell – und die Frage nach der richtigen Dauer beim Duschen zur Legionellenprophylaxe besonders relevant. Es reicht nicht, einfach nur kurz unter die Dusche zu springen.

Der oft genannte Richtwert von fünf Minuten Spülzeit bei maximaler Temperatur gilt als guter Anhaltspunkt, aber die Realität ist komplexer. Fünf Minuten sind ein Minimum und keine Garantie. Mehrere Faktoren beeinflussen die Effektivität der Spülung:

  • Wassertemperatur: Eine Temperatur von über 55°C ist effektiv, um Legionellen abzutöten. Erreicht Ihre Dusche diese Temperatur tatsächlich? Ältere Anlagen oder lange Leitungswege können zu Temperaturabfällen führen. Ein Thermometer am Duschkopf kann Aufschluss geben.

  • Leitungslänge und Material: Je länger die Leitungen und je älter die Rohre, desto größer das Risiko der Legionellenbildung und desto länger die benötigte Spülzeit. Verkalkungen und Ablagerungen in den Leitungen können die Spülung zusätzlich erschweren.

  • Nutzungsfrequenz: Bei täglicher Nutzung ist die Gefahr der Legionellenbildung geringer als bei selten genutzten Duschen. In Ferienwohnungen oder selten benutzten Gästebädern ist eine gründliche Spülung vor und nach der Nutzung besonders wichtig.

  • Duscharmatur: Die Art der Armatur kann die Spülwirkung beeinflussen. Veraltete Armaturen mit verstopften Sieben oder unzureichenden Durchflussmengen reduzieren die Effektivität.

Fünf Minuten sind also ein guter Ausgangspunkt, aber es ist ratsam, die Spülung gegebenenfalls zu verlängern. Ein deutlicher Temperaturanstieg am Duschkopf signalisiert, dass heißes Wasser aus den Leitungen gespült wird. Wenn nach fünf Minuten die Temperatur noch nicht deutlich angestiegen ist, sollte die Spülung fortgesetzt werden – bis heißes Wasser konstant fließt. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich eine professionelle Überprüfung der Wasserinstallation durch einen Fachmann.

Zusätzliche Präventionsmaßnahmen:

Neben der regelmäßigen Spülung sollten weitere Maßnahmen ergriffen werden:

  • Regelmäßige Desinfektion: Professionelle Desinfektion der Warmwasseranlage durch einen Fachmann ist empfehlenswert. Der Turnus richtet sich nach der Anlagenbeschaffenheit und der Nutzungsintensität.
  • Wartung der Armaturen: Regelmäßige Reinigung und Wartung der Armaturen verhindern Verstopfungen und gewährleisten einen optimalen Wasserfluss.
  • Temperaturüberwachung: Eine kontinuierliche Temperaturüberwachung des Warmwassers kann helfen, kritische Temperaturbereiche zu identifizieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Spüldauer bei der Legionellenprophylaxe ist situationsabhängig. Fünf Minuten sind ein Mindestwert, aber eine längere Spülung kann notwendig sein. Eine regelmäßige Überprüfung und Wartung der Warmwasserinstallation in Kombination mit der Spülung minimiert das Risiko einer Legionelleninfektion deutlich.