Was tun, wenn der Kot nicht rauskommt?
Was tun wenn der kot nicht rauskommt? Ursachen & Frequenz
Wenn der Stuhlgang ausbleibt, machen sich viele Betroffene schnell Sorgen über ihre Verdauung. Erfahren Sie mehr über die normalen Frequenzen des Toilettengangs und wie Verstopfungen im Körper entstehen, oder erfahren Sie, was tun wenn der kot nicht rauskommt.
Warum kommt der Stuhlgang nicht raus?
Harter stuhlgang kommt nicht raus entsteht meist durch einen Mix aus Flüssigkeitsmangel, ballaststoffarmer Ernährung und zu wenig Bewegung. Viele greifen bei akuter Verstopfung sofort zu Abführmitteln aus der Apotheke.
Aber es gibt einen kontraintuitiven Fehler, den 90 Prozent der Menschen auf der Toilette machen - und der das Problem oft erst auslöst. Ich werde im Abschnitt über die richtige Sitzhaltung weiter unten genau erklären, wie Sie diesen Fehler vermeiden.
Wenn der Nahrungsbrei zu lange im Dickdarm verbleibt, entzieht der Körper ihm immer mehr Wasser. Das Resultat ist ein harter, trockener Kot, der kaum noch passierbar ist. Rund 20 Prozent der Bevölkerung leiden zumindest zeitweise unter Verstopfung, wobei Frauen und ältere Menschen besonders häufig betroffen sind.
Die 3 effektivsten Hausmittel gegen harten Stuhlgang
Bevor Sie zu Medikamenten greifen, sollten Sie natürliche Wege testen. Diese drei Hausmittel haben sich im Alltag bewährt.
1. Ausreichend Flüssigkeit
Wasser ist das Schmiermittel des Darms. Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Ein Glas warmes Wasser direkt nach dem Aufstehen kann den sogenannten gastrokolischen Reflex auslösen und die Darmtätigkeit wecken.
2. Ballaststoffe und die Flohsamen-Falle
Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Obst und Gemüse machen den Stuhl voluminöser und weicher. Besonders Flohsamenschalen sind extrem effektiv, aber sie bergen eine unterschätzte Gefahr.
Sie können bis zum 45-fachen ihres Gewichts an Wasser binden. [2] Das ist enorm.
Als ich Flohsamenschalen das erste Mal probierte, machte ich einen klassischen Anfängerfehler. Ich nahm einen Esslöffel mit nur einem halben Glas Wasser. Das Resultat? Die Verstopfung wurde noch viel schlimmer, weil mir regelrecht übel wurde. Es dauerte drei schmerzhafte Tage, bis ich verstand, dass man pro Teelöffel Schalen mindestens 250 Milliliter Wasser trinken muss.
Das ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Trinken Sie nicht genug - und das vergessen viele - wirken Quellmittel wie Zement im Darm.
3. Sanfte Bewegung statt hartem Sport
Oft heißt es, man müsse für eine gute Verdauung intensiv trainieren. Seien wir ehrlich - wer akute Bauchschmerzen hat, geht nicht joggen. Das funktioniert in der Realität einfach nicht.
Aber hier ist eine kontraintuitive Wahrheit. Ein einfacher Spaziergang von 15 bis 30 Minuten nach dem Essen ist für die Verdauung oft effektiver als ein hartes Workout am Abend. Die sanfte Bewegung massiert die Darmorgane und regt die Peristaltik auf natürliche Weise an.
Der Toilettenhocker: Warum unsere Toiletten das Problem verschärfen
Hier ist der Fehler, den ich anfangs erwähnt habe: Wir sitzen schlichtweg falsch.
Auf einer normalen westlichen Toilette sitzen wir im 90-Grad-Winkel. Das Problem dabei? In dieser aufrechten Position umschlingt der Musculus puborectalis (ein wichtiger Schließmuskel) den Enddarm wie eine Schlinge und knickt ihn ab. Sie pressen also gegen eine Wand.
Selten habe ich ein Hilfsmittel gesehen, das ein mechanisches Problem so schnell löst wie ein simpler Toilettenhocker. Er hebt die Knie über die Hüfte und sorgt für einen Winkel von 35 Grad im Becken. Dadurch lässt sich eine starke verstopfung schnell lösen, der Muskel entspannt sich, und der Weg ist buchstäblich frei.
Wann ist ein Arztbesuch zwingend nötig?
Ich habe noch nie jemanden gesehen, der gerne über seine Verdauungsprobleme spricht. Aber Scham ist hier der falsche Ratgeber.
Oft machen sich Betroffene zu schnell Sorgen. Die normale Frequenz des Toilettengangs ist hochgradig individuell - medizinisch gesehen gilt ein gutes hausmittel gegen harten stuhlgang als hilfreich, aber alles zwischen drei Mal pro Woche und drei Mal pro Tag ist völlig norma[5] l. Sie müssen nicht jeden Tag zur Toilette gehen können.
Wenn die Verstopfung jedoch plötzlich auftritt, von starken Schmerzen, Blut im Stuhl oder unerklärtem Gewichtsverlust begleitet wird, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Ein kompletter Darmverschluss ist ein medizinischer Notfall, der sofortige Hilfe erfordert.
Vergleich der besten natürlichen Quellmittel
Nicht alle Ballaststoffe wirken gleich. Hier ist ein direkter Vergleich der gängigsten Helfer für eine gesunde Verdauung.
Flohsamenschalen (Empfehlung)
- Sehr gut, verursacht seltener unangenehme Blähungen als andere Mittel
- Extrem hoch, bindet enorme Mengen Wasser und bildet ein weiches, gleitfähiges Gel
- Muss mit sehr viel Flüssigkeit eingenommen werden, sonst droht eine Verschlimmerung der Verstopfung
Leinsamen
- Gut, liefern zusätzlich wertvolle Omega-3-Fettsäuren für die Herzgesundheit
- Moderat, sollten am besten frisch geschrotet verwendet werden
- Können völlig unkompliziert in Joghurt, Porridge oder Müsli gemischt werden
Weizenkleie
- Mäßig, kann bei empfindlichen Personen schnell Blähungen und Bauchschmerzen auslösen
- Hoch, macht den Stuhl voluminös und regt die Darmwand an
- Gut für Backwaren, aber ungeeignet für Menschen mit Glutenunverträglichkeit
Markus Kampf gegen die chronische Verstopfung
Markus, ein 45-jähriger Büroangestellter aus München, litt monatelang unter schmerzhaftem, hartem Stuhlgang. Langes Sitzen am Schreibtisch und unregelmäßiges Essen hatten seine Verdauung lahmgelegt. Er dachte bereits ernsthaft, er müsste dauerhaft Abführmittel nehmen.
Zunächst kaufte er Weizenkleie und aß sie jeden Morgen trocken im Müsli. Das Ergebnis war leider katastrophal. Die Bauchschmerzen wurden deutlich schlimmer, und er fühlte sich den ganzen Tag über komplett aufgebläht und unwohl.
Die Wende kam nach einer ehrlichen Beratung in der Apotheke. Er wechselte zu gemahlenen Flohsamenschalen, ließ sie vor dem Verzehr in Wasser quellen und trank strikt zwei Liter Wasser am Tag. Zusätzlich kaufte er sich einen simplen Toilettenhocker für sein Badezimmer.
Nach knapp zwei Wochen normalisierte sich seine Verdauung vollständig. Er lernte schmerzhaft, dass Ballaststoffe ohne ausreichend Wasser mehr schaden als nutzen - und dass die richtige Sitzhaltung den halben Job macht.
Wichtige Begriffe
Wasser ist wichtiger als BallaststoffeOhne ausreichend Flüssigkeit verklumpen Ballaststoffe im Darm und verschlimmern die Verstopfung drastisch.
Die Haltung macht den UnterschiedEin Toilettenhocker sorgt für den optimalen 35-Grad-Winkel und entlastet den Enddarm sofort mechanisch.
Sanfte Bewegung statt hartem TrainingEin kurzer Spaziergang nach dem Essen regt die Verdauung oft viel besser an als ein anstrengendes Workout.
Nächste verwandte Infos
Was hilft schnell gegen starke Verstopfung?
Ein großes Glas warmes Wasser am Morgen auf nüchternen Magen kann den Darm wecken. Zusätzlich hilft eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn, um die Darmbewegungen mechanisch anzuregen.
Darf ich Abführmittel jeden Tag nehmen?
Nein, das ist keine gute Idee. Der regelmäßige Gebrauch von Abführmitteln kann den Darm auf Dauer träge machen, sodass er ohne Medikamente gar nicht mehr funktioniert. Nutzen Sie sie nur im Notfall.
Welche Lebensmittel sollte ich bei hartem Stuhlgang meiden?
Verzichten Sie vorübergehend auf stopfende Lebensmittel wie Weißbrot, Bananen, Schokolade und Fast Food. Diese entziehen dem Stuhl Feuchtigkeit und machen ihn noch härter.
Querverweise
- [2] Jokerpolisa - Sie können bis zum 45-fachen ihres Gewichts an Wasser binden.
- [5] Gesundheit - Die normale Frequenz des Toilettengangs ist hochgradig individuell - medizinisch gesehen gilt alles zwischen drei Mal pro Woche und drei Mal pro Tag als völlig normal.
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