Was sollte man tun, wenn Legionellen festgestellt werden?

0 Aufrufe
Bei dem Problem was tun bei legionellen im trinkwasser liegt der technische Maßnahmenwert in Deutschland bei 100 KBE pro 100 Milliliter Wasser. Betreiber veranlassen bei Erreichen dieses Wertes unverzüglich eine fachgerechte Risikoabschätzung zur umfassenden Sicherheit der Bewohner. Ab extrem hohen Werten von 10.000 KBE untersagt das Gesundheitsamt das Duschen wegen der Infektionsgefahr durch einatembare Aerosole sofort.
Kommentar 0 Gefällt mir

was tun bei legionellen im trinkwasser: Duschverbot ab 10.000 KBE

Der richtige Umgang mit der Frage was tun bei legionellen im trinkwasser schützt die Gesundheit der Hausbewohner vor unsichtbaren biologischen Belastungen. Die Kenntnis über notwendige Schritte verhindert schwere Atemwegserkrankungen durch kontaminierte Wassertröpfchen in der Luft. Informieren Sie sich über die Pflichten für Anlagenbetreiber zur Vermeidung von Gesundheitsgefahren.

Was tun bei Legionellen im Trinkwasser? Ein klarer Schlachtplan

Wenn Legionellen im Trinkwasser festgestellt werden, hängt das weitere Vorgehen stark von der gemessenen Konzentration und den örtlichen Gegebenheiten ab. Zuerst gilt: Bewahren Sie Ruhe, aber informieren Sie umgehend Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung. In den meisten Fällen dürfen Sie das Wasser weiterhin zum Trinken oder Kochen verwenden, sollten aber das Duschen vermeiden, um kein infiziertes Wasser einzuatmen.

Legionellen sind Bakterien, die sich besonders in stehendem Warmwasser zwischen 25 und 45 Grad Celsius wohlfühlen. Das Problem ist nicht das Verschlucken, sondern das Einatmen feinster Wassertropfen - sogenannter Aerosole - beim Duschen oder über Klimaanlagen. In Deutschland liegt der legionellen grenzwert 100 kbe pro 100 Milliliter Wasser. Wird dieser Wert erreicht, muss der Betreiber der Anlage unverzüglich eine fachgerechte Risikoabschätzung veranlassen.[2] Bei extrem hohen Werten über 10.000 KBE ist das Gesundheitsamt oft gezwungen, sofortige Duschverbote auszusprechen, um die Bewohner zu schützen.

Ich habe das selbst einmal in einem Mietshaus in Hamburg erlebt. Ein kleiner Zettel im Flur löste eine mittelschwere Panik unter den Nachbarn aus. Viele dachten, sie müssten jetzt ihr Geschirr abkochen oder dürften sich nicht mehr die Hände waschen. Die Realität war weniger dramatisch, aber die logistische Abwicklung der Sanierung hat uns Wochen gekostet. Man lernt schnell, dass Kommunikation zwischen Hausverwaltung und Mietern das A und O ist.

Sofortmaßnahmen für Bewohner: Sicher durch den Alltag

Ihre erste Priorität ist der Schutz der eigenen Lunge. Solange die Frage darf man bei legionellen duschen nicht abschließend geklärt ist, sollten Sie auf das Duschen verzichten oder einen speziellen Legionellenfilter verwenden. Diese Filter halten die Bakterien zu fast 100 Prozent zurück und ermöglichen einen sicheren Übergang bis zur endgültigen Sanierung.

Prüfen Sie zudem Ihre Armaturen. Wasserhähne an Waschbecken stellen meist eine geringere Gefahr dar, da hier weniger feiner Sprühnebel entsteht als in der Duschkabine. Ein wichtiger Schritt ist das regelmäßige Spülen von Leitungen, die länger als drei Tage nicht genutzt wurden. Lassen Sie das Wasser so lange laufen, bis es eine konstante Temperatur erreicht hat. Aber Achtung: Verlassen Sie währenddessen den Raum, um keine Aerosole einzuatmen. Schließen Sie den Klodeckel beim Spülen. Klingt banal? Hilft aber.

Handeln Sie jetzt konsequent. Es bringt nichts, das Problem auszusitzen und sich nur zu fragen, was tun bei legionellen im trinkwasser die beste Lösung ist. Wenn Sie zur Miete wohnen, haben Sie ein Recht auf eine sichere Wasserversorgung. Dokumentieren Sie alle Schritte und die Kommunikation mit dem Vermieter. Sollten Sie grippeähnliche Symptome, hohes Fieber oder Atemnot bemerken, suchen Sie sofort einen Arzt auf. Eine Legionellen-Infektion (Legionellose) ist ernstzunehmen, aber bei frühzeitiger Diagnose gut mit Antibiotika behandelbar.

Pflichten des Vermieters: Wer muss was tun?

Der Vermieter steht in der gesetzlichen Pflicht, sobald der Wert von 100 KBE pro 100 ml überschritten wird. Die legionellen maßnahmen vermieter umfassen die Informationspflicht sowie die Suche nach der Ursache. Oft liegt das Problem an einer zu niedrig eingestellten Temperatur im Warmwasserspeicher oder an sogenannten Totleitungen, in denen das Wasser stagniert.

Die allgemein anerkannten Regeln der Technik schreiben vor, dass die Wassertemperatur am Austritt des Speichers mindestens 60 Grad Celsius betragen muss.[4] Im gesamten Leitungssystem darf die Temperatur an keiner Stelle um mehr als 5 Grad absinken. In der Praxis beobachte ich oft, dass Vermieter aus Energiespargründen die Temperatur auf 50 Grad drosseln. Das ist brandgefährlich. Legionellen vermehren sich in diesem Bereich rasant. Eine thermische desinfektion anleitung sieht vor, dass das gesamte System auf über 70 Grad erhitzt wird, was kurzfristig helfen kann.

Die Gefährdungsanalyse als zentrales Dokument

Nach einer positiven Probe ist der Vermieter verpflichtet, eine schriftliche Gefährdungsanalyse erstellen zu lassen. Dieses Dokument muss die Schwachstellen der Anlage aufzeigen und konkrete Termine für die Behebung nennen. Als Mieter haben Sie das Recht, Einsicht in dieses Dokument zu nehmen. Wenn der Vermieter untätig bleibt, können Sie das Gesundheitsamt einschalten. Dieses kann Bußgelder verhängen oder im Extremfall die Wasserversorgung für das Gebäude sperren.

Vergleich der Sanierungsmaßnahmen bei Legionellenbefall

Je nach Höhe der Belastung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, um das Trinkwasser wieder keimfrei zu machen.

Thermische Desinfektion

• Aufheizen des Wassers auf mindestens 70 Grad Celsius in der gesamten Anlage.

• Verbrühungsgefahr an den Zapfstellen; keine Langzeitwirkung bei Biofilmen.

• Tötet Bakterien in den Leitungen kurzfristig effektiv ab.

Legionellenfilter (Point-of-Use)

• Direkte Installation an Duschköpfen oder Wasserhähnen mittels Membranfiltration.

• Nur eine Übergangslösung; regelmäßiger Filterwechsel nötig.

• Hält Legionellen zu 99,99 Prozent mechanisch zurück.

Chemische Desinfektion

• Zugabe von zugelassenen Stoffen wie Chlordioxid zum Trinkwasser.

• Erfordert genaue Dosierung und fachmännische Überwachung.

• Baut Biofilme in den Rohren ab, in denen Legionellen nisten.

Die thermische Desinfektion ist die gängigste Sofortmaßnahme, stößt aber bei stark verkalkten Rohren oder Totleitungen an ihre Grenzen. Legionellenfilter sind der beste Schutz für den individuellen Nutzer, während chemische Verfahren meist bei großen, komplexen Bestandsanlagen nötig sind.

Legionellen-Drama im Berliner Altbau: Lukas' Kampf um sauberes Wasser

Lukas, ein 34-jähriger Grafiker aus Berlin-Neukölln, entdeckte im Februar 2026 einen Aushang: 1.200 KBE Legionellen in seiner Leitung. Er war schockiert, da er gerade erst eine schwere Erkältung überstanden hatte und nun Angst vor einer neuen Infektion hatte.

Er versuchte zunächst, nur noch kalt zu duschen, was bei den Berliner Wintertemperaturen kläglich scheiterte. Die Hausverwaltung reagierte träge und versprach lediglich eine thermische Spülung für die nächste Woche, was Lukas nicht sicher genug war.

Nach einer Recherche bestellte er eigenmächtig einen zertifizierten Duschfilter und informierte die Nachbarn über deren Rechte. Er forderte schriftlich eine Mietminderung von 10 Prozent und drohte mit dem Gesundheitsamt.

Der Druck wirkte: Die Hausverwaltung tauschte innerhalb von 14 Tagen die marode Zirkulationspumpe aus. Die Nachprobe im März 2026 war negativ. Lukas lernte, dass man als Mieter selbst aktiv werden muss, um Dinge zu bewegen.

Weitere Aspekte

Darf ich bei Legionellenbefall noch duschen?

Das hängt vom Messwert ab. Ab 100 KBE wird Vorsicht empfohlen, ab 10.000 KBE herrscht oft ein striktes Verbot. Nutzen Sie im Zweifel einen speziellen Legionellenfilter für den Duschkopf, um das Einatmen von Bakterien sicher zu verhindern.

Für weitere Informationen zur Sicherheit Ihrer Hausanlage lesen Sie unseren Beitrag über legionellen im wasser gefährlich.

Ist das Trinken von belastetem Wasser gefährlich?

In der Regel nicht. Die Gefahr geht vom Einatmen feiner Wassertropfen in die Lunge aus. Solange Sie das Wasser nicht in die Luft sprühen, ist das Trinken oder Händewaschen für gesunde Menschen unbedenklich.

Welche Mietminderung ist bei Legionellen angemessen?

Bei einer erheblichen Belastung, die das Duschen unmöglich macht, sind Mietminderungen zwischen 10 und 25 Prozent üblich. Dies sollte jedoch immer schriftlich angekündigt und am besten rechtlich geprüft werden.

Wichtige Erkenntnisse

Duschverbot beachten oder Filter nutzen

Vermeiden Sie das Einatmen von Wassernebel. Legionellenfilter am Duschkopf bieten sofortigen mechanischen Schutz.

Vermieter in die Pflicht nehmen

Ab 100 KBE pro 100 ml muss eine Gefährdungsanalyse erfolgen. Mieter haben ein Recht auf Information und Sanierung.

Temperaturmanagement ist der Schlüssel

Stellen Sie sicher, dass das Warmwasser am Speicher 60 Grad erreicht. Alles darunter begünstigt das Bakterienwachstum massiv.

Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine medizinische oder rechtliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte sofort an einen Arzt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen können sich je nach Region und aktueller Trinkwasserverordnung unterscheiden.

Zitate

  • [2] Gesetze-im-internet - Wird dieser Wert erreicht, muss der Betreiber der Anlage unverzüglich eine Risikoabschätzung veranlassen.
  • [4] Dvgw - Die allgemein anerkannten Regeln der Technik schreiben vor, dass die Wassertemperatur am Austritt des Speichers mindestens 60 Grad Celsius betragen muss.