Was sind die Ursachen für eine stärkere Regelblutung als sonst?

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Starke Regelblutungen können vielfältige Ursachen haben, oft verbunden mit Erkrankungen der Gebärmutter. Gutartige Wucherungen wie Myome und Polypen, aber auch Endometriose oder Adenomyose können verantwortlich sein. Seltener stecken bösartige Veränderungen wie Endometrium- oder Gebärmutterhalskrebs dahinter. Auch anatomische Anomalien oder Entzündungen im Beckenbereich können zu stärkeren Blutungen führen.
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Stärker als sonst: Ursachen für übermäßige Regelblutungen

Starke Regelblutungen, medizinisch als Menorrhagie bezeichnet, bedeuten mehr als 80 ml Blutverlust pro Periode oder eine Blutung, die den Alltag deutlich beeinträchtigt. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von harmlosen hormonellen Schwankungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Eine genaue Diagnose ist daher unerlässlich, um die passende Behandlung zu finden. Wichtig ist, sich im Zweifel immer an einen Frauenarzt oder eine Frauenärztin zu wenden.

Hormonelle Ursachen:

  • Hormonelles Ungleichgewicht: Schwankungen der Östrogen- und Progesteronproduktion können zu einer verstärkten Gebärmutterschleimhautaufbau und -abstoßung führen. Dies kann beispielsweise in der Pubertät, vor den Wechseljahren oder nach einer Fehlgeburt auftreten. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Insulinresistenz-Syndrom können hormonelle Dysbalancen verursachen und zu stärkeren Blutungen beitragen.
  • Einnahme von Medikamenten: Einige Medikamente, wie z.B. bestimmte Antikoagulanzien oder intrauterine Spiralen (IUS), können als Nebenwirkung stärkere Blutungen hervorrufen.

Organische Ursachen:

  • Myome (Fibromyome): Gutartige Muskelknoten in der Gebärmutterwand, die durch Druck auf Blutgefäße und die Gebärmutterhöhle zu verstärktem Blutverlust führen können. Die Größe und Lage der Myome beeinflussen die Stärke der Blutung.
  • Polypen: Gutartige Schleimhautwucherungen in der Gebärmutter, die ebenfalls zu vermehrten Blutungen beitragen können.
  • Endometriose: Eine Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ansiedelt und dort während der Periode ebenfalls Blutungen verursacht. Dies führt oft zu starken Schmerzen und Blutungen.
  • Adenomyose: Hierbei wächst Gebärmutterschleimhaut in die Gebärmuttermuskulatur ein. Dies kann zu starken, oft schmerzhaften Blutungen führen.
  • Anatomische Anomalien: Angeborene Fehlbildungen der Gebärmutter können die Blutungsintensität beeinflussen.
  • Entzündungen: Entzündungen im Beckenbereich, wie z.B. eine Gebärmutterentzündung (Endometritis) oder eine Infektion der Eileiter (Salpingitis), können zu stärkeren Blutungen führen.
  • Krebs: Obwohl selten, können bösartige Erkrankungen wie Endometriumkarzinom oder Gebärmutterhalskrebs zu ungewöhnlichen Blutungen führen. Dies gilt insbesondere für Blutungen nach den Wechseljahren.
  • Gerinnungsstörungen: Seltene, aber ernstzunehmende Ursachen können erbliche oder erworbene Gerinnungsstörungen sein, die zu längeren und stärkeren Blutungen führen.

Wann zum Arzt/zur Ärztin gehen?

Bei anhaltend starken oder ungewöhnlichen Regelblutungen sollte unbedingt ein Frauenarzt oder eine Frauenärztin aufgesucht werden. Besonders alarmierend sind:

  • Blutungen nach den Wechseljahren
  • Sehr starke Blutungen mit Schwindel oder Schwächeanfällen
  • Blutungen mit starken Schmerzen
  • Anhaltende Zwischenblutungen

Eine gründliche Anamnese, eine gynäkologische Untersuchung und gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen wie Ultraschall, Blutuntersuchungen oder eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) sind notwendig, um die Ursache der starken Blutungen zu identifizieren und eine geeignete Therapie einzuleiten. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von hormonellen Therapien über operative Eingriffe bis hin zur medikamentösen Blutungsregulation. Frühzeitige Abklärung ist wichtig, um mögliche schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.