Was passiert, wenn man Wasser lange stehen lässt?

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Wenn was passiert wenn man wasser lange stehen lässt, absorbiert die ungeschützte Oberfläche Kohlenstoffdioxid aus der Raumluft. Dieses CO2 reagiert im Glas zu geringen Mengen Kohlensäure, wodurch der pH-Wert sinkt und das Wasser sauer wird. Zudem steigen die Risiken für die Vermehrung von Mikroorganismen bei Zimmertemperaturen.
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Was passiert wenn man wasser lange stehen lässt?

Wenn man Flüssigkeiten über längere Zeit ungeschützt offen stehen lässt, verändern sich chemische und mikrobiologische Eigenschaften. Erfahren Sie, was passiert wenn man wasser lange stehen lässt und weshalb Raumwärme sowie Stagnation die Keimbildung begünstigen.

Was passiert mit Leitungswasser, wenn es über Nacht offen steht?

Wenn man Wasser lange stehen lässt, verändern sich vor allem der Geschmack und die mikrobiologische Reinheit durch Umwelteinflüsse. Während sauberes Leitungswasser kurzfristig unbedenklich bleibt, führt längerer Stillstand zu chemischen Reaktionen und potenzieller Keimbildung. Ein offenes Glas am Bett zieht Staub an. Aber es gibt einen kritischen Fehler, den fast alle nach der Rückkehr aus dem Urlaub machen - ich werde diesen fatalen Fehler im Abschnitt über das Stagnationswasser weiter unten auflösen.

Seien wir ehrlich: Fast jeder von uns hat schon einmal morgens einen großen Schluck aus dem Glas Wasser getrunken, das seit dem Vorabend auf dem Nachttisch stand. Der Geschmack ist dann oft merkwürdig verändert. Es schmeckt schal, flach und leicht säuerlich. Das ist keine Einbildung. Es ist das Ergebnis einer einfachen chemischen Reaktion mit unserer Atemluft.

Die chemische Veränderung: Warum abgestandenes Wasser sauer schmeckt

Frisches Leitungswasser hat in Deutschland per Verordnung einen stabilen pH-Wert zwischen 6,5 und 9,5. Sobald die Oberfläche jedoch über Stunden ungeschützt mit der Raumluft in Kontakt kommt, absorbiert die Flüssigkeit Kohlenstoffdioxid.[1] Dieses CO2 reagiert im Glas zu geringen Mengen Kohlensäure. Dadurch sinkt der pH-Wert messbar ab. Das Wasser wird saurer. Für gesunde Erwachsene ist diese minimale Säure absolut unbedenklich. Der Magen verträgt das problemlos. Trotzdem reagieren unsere Geschmacksknospen sofort auf diese Abweichung.

Staub und Speichel: Die unsichtbare Verunreinigung im offenen Glas

Viel appetitlicher wird es nicht, wenn wir die biologische Komponente betrachten. Ein offenes Gefäß wirkt wie ein Magnet für Partikel aus der Umgebungsluft. Staubflusen, Hautschuppen oder kleine Insekten landen unbemerkt auf der Oberfläche. Richtig problematisch wird es aber erst, wenn Sie bereits aus dem Glas getrunken haben. Durch den Kontakt mit den Lippen gelangt Speichel zurück in die Flüssigkeit. Und mit ihm Millionen körpereigener Bakterien.

Ich habe früher nie darüber nachgedacht und einfach tagelang aus derselben Flasche getrunken. Bis ich im Sommer nach zwei Tagen eine üble Magenverstimmung bekam. Die Quittung für meine Nachlässigkeit. Denn Wärme beschleunigt diesen Prozess dramatisch. Steht das Glas bei Zimmertemperaturen von über 25 Grad im Raum, können sich die eingetragenen Mikroorganismen rasant vermehren.[2] Für gesunde Menschen ist das eigene Keimspektrum meist harmlos. Teilen sich jedoch mehrere Personen ein stehendes Glas, steigt das Infektionsrisiko für Erkältungen oder Magen-Darm-Beschwerden spürbar an.

Gefahr aus dem Rohr: Was passiert bei Stagnationswasser in der Leitung?

Wasser, das länger als 4 Stunden unbewegt in den Hausleitungen steht, wird offiziell als Stagnationswasser bezeichnet.[3] In dieser Zeit kühlt es ab oder erwärmt sich auf die Umgebungstemperatur der Wände, was den Übergang von chemischen Stoffen aus den Rohrmaterialien begünstigt. Zudem bietet der Stillstand eine ideale Brutstätte für gefährliche Bakterien wie Legionellen. Jetzt lösen wir auch den vorhin erwähnten Urlaubsfehler auf: Viele Menschen trinken nach der Rückkehr sofort das Wasser aus dem Hahn. Das ist gefährlich, da sich in den Leitungen über Tage hinweg hochkonzentrierte Schadstoffe und Keime ansammeln.

Schwermetalle und Rohrmaterialien im Fokus

Je länger das Wasser stillsteht, desto intensiver wirken die physikalischen Prozesse zwischen der Rohrwand und der Flüssigkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Konzentration von Metallen wie Kupfer, Nickel oder Blei in den ersten 20 bis 24 Stunden des Stillstands exponentiell ansteigen kann.[4] Besonders in Altbauten mit alten Bleirohren oder bei neuen Kupferinstallationen ist Vorsicht geboten. Die Aufnahme von zu viel Kupfer kann bei Kleinkindern und Säuglingen zu Leberschäden führen, während Blei das Nervensystem schädigt.

Das Legionellen-Problem: Mikrobiologisches Wachstum bei Stillstand

Neben den chemischen Gefahren blüht im stehenden Wasser das mikrobiologische Leben. Bakterien nutzen die Rohrinnenwände, um sogenannte Biofilme zu bilden. Ein Paradies für Krankheitserreger. Kritisch wird es vor allem bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad.[5] In diesem Wohlfühlbereich vermehren sich Legionellen besonders schnell. Diese Erreger können beim Duschen über den feinen Wassernebel eingeatmet werden und schwere Lungenentzündungen auslösen.

Aus diesem Grund gibt es in der Industrie strenge Regeln. Die technische Richtlinie VDI 6023 legt präzise fest, dass sämtliches in einer Trinkwasser-Installation enthaltene Wasser nach spätestens 72 Stunden vollständig ausgetauscht sein muss. [6] Passiert das nicht, ist die Hygiene der gesamten Anlage gefährdet. Ein einfacher Ablauf des Wassers ist dann oft nicht mehr ausreichend.

Trinkwasserlagerung im Vergleich

Wie verhält sich Wasser in unterschiedlichen Gefäßen und Situationen, wenn man es über einen längeren Zeitraum stehen lässt?

Offenes Glas auf dem Nachttisch

- Sehr hoch durch Staub, Insekten und Raumluft-Partikel

- Wird schnell schal und säuerlich durch die Absorption von CO2

- Sollte nach maximal 12 bis 24 Stunden nicht mehr getrunken werden

Verschlossene Glasflasche (Zimmertemperatur) ⭐

- Minimal, da der Deckel den Eintrag von Luftpartikeln verhindert

- Bleibt frisch, sofern kein direkter Speichelkontakt stattgefunden hat

- Unangebrochen bis zu 2 Jahre stabil, geöffnet etwa 2 bis 3 Tage

Kunststoffflasche (PET) bei Wärme

- Gering von außen, jedoch Gefahr der Abgabe von Mikroplastik

- Kann bei starker Hitzeeinwirkung einen typischen Plastikgeschmack annehmen

- Geöffnet maximal 1 bis 2 Tage wegen schnellerer Verkeimung

Die verschlossene Glasflasche ist die hygienischste Option für die Aufbewahrung von Trinkwasser im Alltag. Kunststoffflaschen sollten vor allem im Sommer niemals im heißen Auto stehen gelassen werden, da Hitze sowohl das Bakterienwachstum als auch die Materialabgabe der Verpackung beschleunigt.

Hygieneproblem nach dem Urlaub: Michaels Erfahrung in Wien

Michael, ein 34-jähriger Softwareentwickler aus Wien, kehrte nach einem dreiwöchigen Sommerurlaub in seine Altbauwohnung zurück. Er verspürte Durst und trank sofort ein großes Glas Wasser direkt aus dem Küchenhahn, ohne groß nachzudenken.

Am nächsten Tag litt er unter krampfartigen Bauchschmerzen und leichtem Durchfall. Seine erste Vermutung war eine Lebensmittelvergiftung durch das Essen am Flughafen, doch die Symptome hielten hartnäckig an.

Nach einem Gespräch mit einem befreundeten Installateur kam die Erleuchtung: Das Wasser hatte 21 Tage in den alten Kupferrohren der Wohnung gestanden. Er hatte eine erhebliche Dosis Stagnationswasser erwischt.

Michael spülte daraufhin alle Leitungen gründlich für 5 Minuten durch. Seine Beschwerden klangen nach 2 Tagen vollständig ab, und er merkte sich die goldene Regel für die Zukunft.

Möchten Sie mehr zum Thema erfahren oder fragen Sie sich: Wie lange kann Wasser stehen, bevor es schlecht wird?

Fragensammlung

Kann man abgestandenes Wasser trinken, das über Nacht stand?

Ja, bei gesundheitlich unbedenklichen Erwachsenen ist das Trinken von abgestandenem Leitungswasser nach einer Nacht in der Regel harmlos. Der leicht säuerliche Geschmack entsteht durch die Aufnahme von Kohlenstoffdioxid aus der Luft. Aus hygienischen Gründen sollte man das Glas jedoch am nächsten Morgen lieber für die Blumen verwenden.

Wann bilden sich Bakterien im Wasser, wenn es steht?

Bakterien und andere Mikroorganismen vermehren sich im stehenden Wasser besonders schnell, wenn es offen steht, Sonnenlicht ausgesetzt ist oder Temperaturen über 25 Grad herrschen. Auch Speichelrückstände am Glasrand beschleunigen die Verkeimung drastisch innerhalb von 24 Stunden.

Wie lange darf Wasser in den Leitungen stehen, bevor es ungesund wird?

Wasser, das länger als 4 Stunden unbewegt in den Rohren verweilt, gilt als Stagnationswasser und sollte nicht zur Zubereitung von Nahrung genutzt werden. Nach einer Standzeit von mehr als 72 Stunden muss das System laut technischen Richtlinien zwingend vollständig gespült werden.

Die wichtigsten Punkte

Die 4-Stunden-Regel beachten

Wasser, das länger als 4 Stunden in den Rohren stand, sollte so lange ablaufen, bis es spürbar kühl aus dem Hahn fließt.

CO2 verändert den pH-Wert

Der schale Geschmack nach einer Nacht entsteht, weil offenes Wasser Kohlenstoffdioxid aufnimmt und dadurch der pH-Wert absinkt.

Strikte Grenze von 72 Stunden

Nach spätestens 72 Stunden Stillstand in der Hausinstallation muss das Wasser komplett ausgetauscht werden, um gefährliche Biofilme zu vermeiden.

Referenzquellen

  • [1] Gesetze-im-internet - Frisches Leitungswasser hat in Deutschland per Verordnung einen stabilen pH-Wert zwischen 6,5 und 9,5.
  • [2] Umweltbundesamt - Steht das Glas bei Zimmertemperaturen von über 25 Grad im Raum, können sich die eingetragenen Mikroorganismen rasant vermehren.
  • [3] Umweltbundesamt - Wasser, das länger als 4 Stunden unbewegt in den Hausleitungen steht, wird offiziell als Stagnationswasser bezeichnet.
  • [4] Umweltbundesamt - Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Konzentration von Metallen wie Kupfer, Nickel oder Blei in den ersten 20 bis 24 Stunden des Stillstands exponentiell ansteigen kann.
  • [5] Umweltbundesamt - Kritisch wird es vor allem bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad.
  • [6] Vdi - Die technische Richtlinie VDI 6023 legt präzise fest, dass sämtliches in einer Trinkwasser-Installation enthaltene Wasser nach spätestens 72 Stunden vollständig ausgetauscht sein muss.