Wann darf man im Krankenstand das Haus verlassen?

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Krankgeschrieben zu sein bedeutet nicht automatisch, das Haus nicht verlassen zu dürfen. Die häufig geäußerte Annahme einer strikten Hausarrest-Regel ist falsch. Gesetzliche Bestimmungen in Deutschland schreiben keinen zwingenden Hausaufenthalt während einer Arbeitsunfähigkeit vor. Individuelle Arztanweisungen sind jedoch zu beachten.
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Wann darf man im Krankenstand das Haus verlassen?

Im Volksmund hält sich hartnäckig das Gerücht, dass man im Krankenstand das Haus nicht verlassen dürfe. Doch das stimmt so nicht. Gesetzlich gesehen gibt es in Deutschland keine allgemein gültige Hausarrest-Regel für Kranke. Die Pflicht, sich während einer Arbeitsunfähigkeit (AU) im eigenen Zuhause aufzuhalten, besteht nur, wenn dies vom behandelnden Arzt ausdrücklich angeordnet wird.

Gesetzliche Regelung

Im Sozialgesetzbuch (SGB V) ist geregelt, dass Kranke sich so verhalten müssen, dass ihre Genesung nicht gefährdet wird (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Hieraus ergibt sich grundsätzlich keine Pflicht zum dauerhaften Hausaufenthalt. Vielmehr ist eine Einzelfallbetrachtung erforderlich, bei der die individuellen Umstände des erkrankten Versicherten zu berücksichtigen sind.

Ärztliche Anweisungen

Der behandelnde Arzt entscheidet im Einzelfall, ob der Patient während des Krankenstands das Haus verlassen darf oder nicht. Dies hängt von der Art und Schwere der Erkrankung sowie den verordneten Behandlungsmaßnahmen ab. So kann es beispielsweise bei einer ansteckenden Krankheit notwendig sein, den Kontakt zu anderen Personen zu vermeiden. Auch bei strenger Bettruhe oder anderen medizinischen Gründen, die eine eingeschränkte Mobilität erfordern, wird der Arzt einen Hausaufenthalt anordnen.

Zulässige Ausnahmen

Grundsätzlich ist es erlaubt, das Haus zu verlassen, um:

  • Arzttermine wahrzunehmen
  • Medikamente zu besorgen
  • leichte Besorgungen für den täglichen Bedarf zu machen
  • Spaziergänge an der frischen Luft zu unternehmen (sofern dies medizinisch vertretbar ist)

Verstöße gegen Auflagen

Wenn ein Versicherter gegen die Anweisungen des Arztes verstößt und das Haus ohne Erlaubnis verlässt, kann dies Konsequenzen haben. Die Krankenkasse kann die Krankengeldzahlung einstellen oder kürzen, wenn der Betroffene seine Genesung gefährdet. In schweren Fällen kann sogar eine Strafanzeige wegen Betrugs erfolgen.

Fazit

Krankgeschrieben zu sein bedeutet nicht automatisch, dass man das Haus nicht verlassen darf. Gesetzlich gesehen gibt es keine allgemeingültige Hausarrest-Regel. Allerdings müssen sich Kranke so verhalten, dass ihre Genesung nicht gefährdet wird. Über das Verlassen des Hauses entscheidet im Einzelfall der behandelnde Arzt. Werden die ärztlichen Anweisungen nicht befolgt, kann dies zu Konsequenzen führen.