Verändert Wärme das Gewicht?

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Hitze kann tatsächlich kurzfristig zu einem höheren Gewicht auf der Waage führen. Dies liegt jedoch nicht an einer Zunahme von Fettzellen, sondern an der Ausdehnung der Venen bei warmen Temperaturen. Dadurch wird mehr Flüssigkeit im Körper gehalten.
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Wägt man mehr bei Hitze? Die überraschende Antwort

Die Frage, ob Hitze das Gewicht beeinflusst, ist komplexer als man zunächst denkt. Eine Küchenwaage wird Ihnen zwar kurzfristig ein höheres Gewicht anzeigen, wenn Sie nach einem heißen Bad oder intensiven Trainings in der Sonne darauf steigen, jedoch bedeutet dies nicht, dass Sie tatsächlich an Masse zugenommen haben. Der scheinbare Gewichtszuwachs ist eine temporäre Erscheinung und hängt mit der Thermodynamik und der Physiologie unseres Körpers zusammen.

Die primäre Ursache für diesen Effekt ist die Ausdehnung von Flüssigkeiten. Bei steigenden Temperaturen dehnen sich nicht nur Metalle und Gase aus, sondern auch das Wasser in unserem Körper. Warme Luft führt zu vermehrter Schweißbildung, um den Körper abzukühlen. Gleichzeitig weiten sich die Blutgefäße, um die Wärme besser abzuleiten. Diese Vasodilatation, die Erweiterung der Blutgefäße, führt zu einer vermehrten Blutansammlung in der Peripherie. Dieser Effekt wird verstärkt durch die geringere Wasserausscheidung über die Nieren bei Hitze, da der Körper versucht, Flüssigkeit zu speichern.

Zusammenfassend bedeutet dies: Mehr Flüssigkeit im Blutkreislauf und im Gewebe, verbunden mit dem vermehrten Wassergehalt in den Zellen, führt zu einem messbaren Anstieg des Körpergewichts auf der Waage. Dieser Anstieg ist jedoch rein flüchtig und verschwindet, sobald der Körper wieder seine normale Temperatur erreicht hat und die überschüssige Flüssigkeit über Schweiß und Urin ausgeschieden wurde. Es handelt sich also nicht um eine Zunahme von Fettmasse, Muskelmasse oder anderen Geweben.

Ein weiterer, wenn auch kleinerer Faktor, könnte die kurzfristige Zunahme des Gewichts durch die Einatmung warmer, weniger dichter Luft sein. Die geringere Dichte der Luft bedeutet, dass weniger Masse in die Lunge gelangt, was sich – theoretisch – auf die Gewichtsmessung auswirken könnte. Dieser Effekt ist jedoch minimal im Vergleich zur Ausdehnung der Körperflüssigkeiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Hitze beeinflusst das Gewicht kurzfristig durch eine erhöhte Flüssigkeitsretention, nicht aber durch eine Zunahme der Körpermasse. Eine zuverlässige Beurteilung des Körpergewichts sollte daher immer unter konstanten Umgebungsbedingungen durchgeführt werden, idealerweise nach dem Aufwachen und vor dem Frühstück. Eine kurzfristige Gewichtszunahme nach Hitzeeinwirkung ist somit kein Grund zur Sorge.