Kann man Neurodermitis auch noch im Alter bekommen?

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Neurodermitis kann auch im Erwachsenenalter auftreten, oft im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, aber auch später im Leben, sogar jenseits des 65. Lebensjahres. Das Risiko für schwerere Verläufe ist bei Erwachsenen tendenziell höher als im Kindesalter.
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Neurodermitis im Alter: Ein vergessenes Leiden?

Neurodermitis (atopische Dermatitis) wird gemeinhin als Kinderkrankheit wahrgenommen. Tatsächlich beginnt die Erkrankung bei vielen Betroffenen bereits im Säuglings- oder Kindesalter. Doch die Annahme, Neurodermitis verschwinde im Erwachsenenalter, ist falsch. Während die Symptome bei manchen Kindern im Laufe der Pubertät abklingen, leiden viele auch im Erwachsenenalter, ja sogar im hohen Alter, unter den Folgen dieser chronisch-entzündlichen Hautkrankheit. Die Diagnose "Neurodermitis im Alter" ist zwar weniger häufig, aber keineswegs ungewöhnlich.

Die Manifestation der Neurodermitis im Erwachsenenalter unterscheidet sich oft von der kindlichen Form. Während bei Kindern die Erkrankung häufig mit Ekzemen im Gesicht und an den Gliedmaßen einhergeht, kann sie sich bei Erwachsenen an anderen Körperstellen zeigen, beispielsweise in den Kniekehlen, Ellenbeugen oder im Nacken. Die Symptome können variieren und reichen von leichtem Juckreiz und trockener Haut bis hin zu stark entzündeten, nässenden Ekzemen mit erheblichem Leidensdruck. Eine Besonderheit im höheren Alter ist die oft dünner werdende Haut, die anfälliger für Irritationen und Infektionen ist und den Heilungsprozess erschwert.

Das Risiko schwerer Verläufe ist bei Erwachsenen oft höher als im Kindesalter. Dies kann mit verschiedenen Faktoren zusammenhängen, darunter:

  • Komorbiditäten: Ältere Menschen leiden häufiger an Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schilddrüsenproblemen, die den Verlauf der Neurodermitis negativ beeinflussen können.
  • Medikamenteneinnahme: Die Einnahme verschiedener Medikamente kann die Hautbarriere schwächen und die Symptome verschlimmern.
  • Veränderte Lebensumstände: Stress, Schlafmangel und eine ungünstige Ernährung können die Erkrankung ebenfalls begünstigen.

Die Diagnose im Erwachsenenalter kann erschwert sein, da die Symptome oft anders aussehen als bei Kindern und andere Erkrankungen wie Kontaktdermatitis in Betracht gezogen werden müssen. Eine gründliche Anamnese und dermatologische Untersuchung sind daher essentiell. Die Behandlung orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und dem Schweregrad der Erkrankung und umfasst in der Regel die Kombination aus Hautpflege mit feuchtigkeitsspendenden Cremes, kortikoidhaltigen Salben zur Entzündungshemmung und gegebenenfalls weitere Medikamente wie Immunsuppressiva oder Biologika. Auch Psychotherapie kann eine wichtige Rolle spielen, um mit dem oft erheblichen Leidensdruck umzugehen und Stressfaktoren zu reduzieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Neurodermitis ist keine Erkrankung, die sich automatisch mit dem Erwachsenwerden verabschiedet. Im Gegenteil: Sie kann bis ins hohe Alter bestehen bleiben und einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität haben. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuelle Therapie sind daher auch im Erwachsenenalter unerlässlich, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Wichtig ist, dass Betroffene sich nicht scheuen, bei anhaltenden Hautproblemen einen Dermatologen aufzusuchen, unabhängig vom Alter.