Kann man im Nachhinein feststellen, ob man einen Herzinfarkt hatte?

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Herzinfarkte hinterlassen oft dauerhafte Spuren im EKG. Selbst stumme Infarkte, die unbemerkt bleiben, sind später im EKG erkennbar. Die Gewebeveränderungen können lebenslang nachgewiesen werden.
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Unsichtbarer Feind, sichtbare Spuren: Kann man einen überstandenen Herzinfarkt im Nachhinein feststellen?

Ein Herzinfarkt – der Gedanke allein löst oft Angst aus. Doch was passiert, wenn ein Infarkt unbemerkt bleibt, ein sogenannter "stummer Infarkt"? Kann man im Nachhinein feststellen, ob man einen solchen durchgemacht hat? Die Antwort ist: Ja, in den meisten Fällen.

Der Schlüssel liegt in der bemerkenswerten Fähigkeit des Elektrokardiogramms (EKG). Dieses Verfahren zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und liefert somit einen detaillierten Einblick in seine Funktion. Ein Herzinfarkt, egal ob er mit starken Schmerzen, also als typischer Infarkt, oder symptomlos, als stummer Infarkt, verlief, verursacht charakteristische Veränderungen im Herzmuskelgewebe. Diese Veränderungen hinterlassen dauerhafte Spuren im EKG.

Die Schädigung des Herzmuskels durch den Sauerstoffmangel während eines Infarkts führt zu Narbengewebe. Dieses Narbengewebe verändert die elektrische Leitfähigkeit des Herzens, was sich im EKG als spezifische Abweichungen von der Norm manifestiert. Ärzte erkennen diese Veränderungen durch charakteristische Veränderungen der ST-Strecke und der T-Welle, sowie durch die Entwicklung von pathologischen Q-Zacken. Diese Veränderungen können selbst Jahre nach dem Infarkt noch deutlich sichtbar sein.

Besonders wichtig ist die Aussagekraft des EKGs bei der Diagnose von stummen Infarkten. Diese Infarkte verlaufen oft asymptomatisch, d.h. ohne die typischen Symptome wie Brustschmerzen, Atemnot oder Übelkeit. Betroffene bemerken den Infarkt daher nicht und suchen keine medizinische Hilfe auf. Trotzdem hinterlässt auch ein stummer Infarkt seine Spuren im Herzmuskel und somit im EKG. Die Diagnose eines stummen Infarktes kann daher zufällig bei einer Routineuntersuchung oder im Rahmen anderer medizinischer Abklärungen erfolgen.

Neben dem EKG können weitere Untersuchungen Aufschluss über einen überstandenen Herzinfarkt geben. Ein Herzultraschall (Echokardiographie) kann beispielsweise Veränderungen in der Herzmuskelstruktur, wie zum Beispiel Hypokinesien (verminderte Kontraktionsfähigkeit) oder eine Narbenbildung, sichtbar machen. Auch Laboruntersuchungen, die beispielsweise auf erhöhte Werte von Troponinen (Herzmuskel-Enzyme) hinweisen, können im Rahmen einer retrospektiven Untersuchung Hinweise auf einen zurückliegenden Herzinfarkt liefern, obwohl diese Marker nach einigen Tagen wieder im Normbereich liegen können.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch ein unbemerkter, stummer Herzinfarkt hinterlässt in der Regel nachweisbare Spuren im Körper. Das EKG ist dabei ein besonders wichtiges Werkzeug, um – selbst Jahre später – einen überstandenen Infarkt zu diagnostizieren. Eine regelmäßige kardiologische Vorsorgeuntersuchung, die ein EKG beinhaltet, ist daher, insbesondere bei Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder familiärer Vorbelastung, dringend zu empfehlen. Diese Vorsorge kann Leben retten.