Ist Reisekrankheit ansteckend?

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Reisekrankheit ist nicht im klassischen Sinne ansteckend wie eine Erkältung oder Grippe. Sie entsteht durch widersprüchliche Informationen, die das Gehirn von den Sinnesorganen erhält – beispielsweise beim Autofahren oder auf einem Schiff. Der Körper reagiert dann mit Übelkeit, Schwindel und Erbrechen. Es handelt sich also um eine physiologische Reaktion, keine übertragbare Krankheit.
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Reisekrankheit: Ansteckend oder nicht? Ein Mythos widerlegt

Die Frage, ob Reisekrankheit ansteckend ist, taucht immer wieder auf. Die kurze Antwort lautet: Nein, Reisekrankheit ist nicht ansteckend. Im Gegensatz zu viralen oder bakteriellen Infektionen, die von Person zu Person übertragen werden, handelt es sich bei der Kinetose, so der medizinische Fachbegriff für Reisekrankheit, um eine rein physiologische Reaktion des Körpers.

Der Ursprung der Übelkeit, des Schwindels und des Erbrechens liegt in einem Konflikt zwischen den Informationen, die das Gehirn von verschiedenen Sinnesorganen erhält. Während das Gleichgewichtsorgan im Innenohr Bewegungen wahrnimmt, registrieren die Augen möglicherweise eine andere, oft statische, Umgebung. Dieses Diskrepanz führt zu einer Fehlinterpretation im Gehirn, welches diese widersprüchlichen Signale als Hinweis auf eine mögliche Vergiftung interpretiert. Die Folge ist die charakteristische Symptomatik der Reisekrankheit, die den Körper vor einer vermeintlichen Gefahr schützen soll.

Es gibt keine Viren, Bakterien oder Parasiten, die die Reisekrankheit verursachen und von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Die Anfälligkeit für Reisekrankheit ist zwar individuell unterschiedlich und kann durch Faktoren wie Stress, Müdigkeit oder bestimmte Medikamente beeinflusst werden, doch eine Übertragung auf andere Personen ist ausgeschlossen. Wenn mehrere Personen gleichzeitig unter Reisekrankheit leiden, liegt dies an den gleichen Auslösern – beispielsweise einer holprigen Fahrt oder einem stürmischen See – und nicht an einer Ansteckung.

Der Mythos der Ansteckung mag daher rühren, dass Reisekrankheit in Gruppen auftreten kann. Da jedoch alle Betroffenen den gleichen Reiz ausgesetzt sind, verstärkt sich der Eindruck einer Übertragung. Tatsächlich ist es aber so, dass die gleiche Umgebung und die gleichen Auslöser bei mehreren Personen gleichzeitig die gleichen Symptome hervorrufen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Reisekrankheit ist keine übertragbare Erkrankung. Wer unter ihr leidet, sollte sich auf geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung und Linderung konzentrieren, wie beispielsweise ausreichend Schlaf vor der Reise, die Wahl eines geeigneten Sitzplatzes im Fahrzeug oder die Einnahme von Medikamenten gegen Reiseübelkeit. Eine Ansteckung anderer Personen ist dabei ausgeschlossen.