Kann man zunehmen, wenn man krank ist?
Zunehmen bei Krankheit: Wasser als Hauptgrund
zunehmen bei krankheit ist ein häufiges Phänomen, das oft falsch interpretiert wird. Die Waage zeigt kurzfristig mehr an, doch dies ist fast ausschließlich auf Wassereinlagerungen zurückzuführen. Gleichzeitig verändert sich der Muskelstoffwechsel, was langfristige Folgen hat. Erfahren Sie hier, welche Mechanismen wirklich dahinterstecken und wie Sie nach der Krankheit Ihr Gewicht stabilisieren.
Kann man zunehmen, wenn man krank ist? Das Paradoxon erklärt
Ja, eine vorübergehende gewichtszunahme während erkältung ursachen basierte Veränderung ist möglich und sogar häufiger, als viele denken. Meist handelt es sich dabei jedoch nicht um neu aufgebautes Körperfett, sondern um Wassereinlagerungen, die durch Entzündungsprozesse und Stresshormone entstehen. Während der Körper gegen Viren oder Bakterien kämpft, speichert er Flüssigkeit als Schutzmechanismus – ein Zustand, der sich nach der Genesung meist von selbst reguliert.
Warum die Waage lügt: Wassereinlagerungen & Entzündungen
Wenn Sie sich fragen, warum wiege ich mehr wenn ich krank bin – dies ist trotz Appetitlosigkeit physiologisch erklärbar. Entzündungen im Körper, wie sie bei grippalen Infekten auftreten, machen die Blutgefäße durchlässiger, damit Immunzellen schneller zum Einsatzort gelangen können. Dieser Prozess führt dazu, dass Flüssigkeit aus den Gefäßen ins umliegende Gewebe austritt (Ödeme).
Dazu kommt der Faktor Stress: Krank zu sein versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, was den Cortisolspiegel in die Höhe treibt. Ein erhöhter cortisol gewichtszunahme krankheit Effekt fördert natrium- und wasserretinierende Prozesse. Das Resultat? Gewichtsschwankungen von 1 bis 3 Kilogramm innerhalb weniger Tage sind keine Seltenheit und fast ausschließlich auf Wasser zurückzuführen. [1]
Der Stoffwechsel-Mythos: Verbrennt Fieber nicht mehr Kalorien?
Theoretisch ja: Für jeden Grad Celsius Körpertemperatur über 37 °C steigt der Grundumsatz um etwa 10-13 %.[2] Bei starkem Fieber arbeitet der Stoffwechsel also auf Hochtouren, um Wärme zu produzieren und Erreger abzutöten. Doch hier liegt das Problem: Dieser erhöhte Verbrauch wird oft durch die extreme Inaktivität (Bettruhe) wieder ausgeglichen.
Wer den ganzen Tag im Bett liegt, verbrennt durch Bewegung fast nichts. Wenn Sie dann – vielleicht aus Langeweile oder um sich zu trösten – energiereiche Nahrungsmittel wie Toast, Suppen oder gesüßten Tee zu sich nehmen, kann die Kalorienbilanz trotz Krankheit ausgeglichen oder sogar positiv sein.
Versteckte Ursachen: Medikamente und Bettruhe
Manchmal sind nicht die Viren schuld, sondern die Mittel gegen sie. Bestimmte Medikamente, insbesondere Kortikosteroide (Kortison), sind berüchtigt dafür, den Appetit zu steigern und gleichzeitig massive Wassereinlagerungen zu verursachen. Auch einige Antidepressiva oder Antibiotika können – durch Veränderung der Darmflora – das Gewicht beeinflussen.
Gleichzeitig beginnt bei absoluter Bettruhe der Muskelabbau erschreckend schnell. Studien zeigen, dass junge Männer bereits nach einer Woche strikter Bettruhe etwa 1,4 kg an reiner Muskelmasse verlieren können. [3] Da Muskeln stoffwechselaktiv sind, senkt dieser Verlust langfristig Ihren Grundumsatz – ein Teufelskreis, der das wirkliche zunehmen bei krankheit nach der Genesung begünstigt.
Entscheidungshilfe: Ist es Wasser oder Fett?
Nicht jede Gewichtszunahme ist gleich. Hier lernen Sie, die Signale Ihres Körpers richtig zu deuten, um unnötige Panik zu vermeiden.Wassereinlagerung (Ödeme)
- Hoher Salzkonsum (Fertigsuppen!), Cortisol, Entzündungen, wenig Bewegung
- Aufgedunsenes Gesicht, geschwollene Finger (Ringe passen nicht), schwere Beine
- Tritt sehr schnell auf (über Nacht oder in 1-2 Tagen)
- Stark schwankend (oft 1-2 kg Unterschied an einem Tag)
Fettzunahme
- Kalorienüberschuss über längeren Zeitraum
- Kleidung wird allmählich enger
- Entwickelt sich langsam über Wochen
- Stabil ansteigend, keine extremen Tagessprünge
Der Schock auf der Waage: Thomas' Grippe-Erfahrung
Thomas, ein 34-jähriger Grafikdesigner aus München, erwischte eine schwere Sommergrippe. Er lag fünf Tage flach, aß kaum etwas außer Hühnersuppe und Zwieback. Er erwartete, mindestens zwei Kilo abzunehmen.
Als er sich an Tag 6 wackelig auf die Waage stellte, der Schock: +1,5 kg. Thomas war frustriert und verstand die Welt nicht mehr. Hatte er durch den gesüßten Tee zugenommen? War sein Stoffwechsel kaputt?
Sein Hausarzt beruhigte ihn: Thomas hatte viel gesalzene Fertigbrühe getrunken und kaum geschwitzt. Das Salz band Wasser im Gewebe. Zudem sorgte das viele Liegen für einen Lymphstau in den Beinen.
Das Ergebnis: Drei Tage nach Genesung und Rückkehr zur normalen Bewegung „verschwanden“ die 1,5 kg über Nacht – Thomas musste einfach nur sehr häufig zur Toilette. Sein Körper hatte das Wasser wieder ausgeschieden.
Häufige Missverständnisse
Warum wiege ich mehr, obwohl ich kaum etwas esse?
Das liegt fast immer an Wassereinlagerungen. Entzündungen im Körper und Stresshormone wie Cortisol sorgen dafür, dass Ihre Nieren Natrium und Wasser zurückhalten, statt es auszuscheiden. Auch salzige Krankenkost (wie Brühe) verstärkt diesen Effekt.
Bleibt das zugenommene Gewicht nach der Krankheit?
Nein, in der Regel verschwindet es so schnell, wie es gekommen ist. Sobald die Entzündung abklingt und Sie sich wieder bewegen, scheidet der Körper das überschüssige Wasser aus. Geben Sie sich etwa eine Woche Zeit nach der Genesung.
Kann Antibiotika dick machen?
Direkt nicht, aber indirekt ja. Antibiotika können die Darmflora stören, was zu Blähbauch und veränderter Nährstoffaufnahme führen kann. Zudem fühlen sich manche Menschen durch die Medikamente müder, bewegen sich weniger und verbrauchen so weniger Kalorien.
Allgemeiner Überblick
Wasser ist nicht FettKurzfristige Zunahmen von 1-3 kg während einer Krankheit sind fast immer Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme), keine echte Fettmasse.
Fieber erhöht den Umsatz, aber...Zwar steigt der Grundumsatz pro Grad Fieber um ca. 10-13 %, doch die fehlende Alltagsbewegung (NEAT) macht diesen Effekt oft zunichte.
Vorsicht vor MuskelabbauSchon eine Woche strikte Bettruhe kann bei jungen Männern zu 1,4 kg Muskelverlust führen – versuchen Sie, sobald wie möglich wieder leicht mobil zu werden.
Dieser Inhalt dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Plötzliche, unerklärliche Gewichtszunahmen können Symptom ernsthafter Erkrankungen (z.B. Herz- oder Niereninsuffizienz) sein. Konsultieren Sie bei anhaltenden Beschwerden immer einen Arzt.
Verwandte Dokumente
- [1] Gesundheits-lexikon - Gewichtsschwankungen von 1 bis 3 Kilogramm innerhalb weniger Tage sind keine Seltenheit und fast ausschließlich auf Wasser zurückzuführen.
- [2] Ncbi - Für jeden Grad Celsius Körpertemperatur über 37 °C steigt der Grundumsatz um etwa 10-13 %.
- [3] Pubmed - Studien zeigen, dass junge Männer bereits nach einer Woche strikter Bettruhe etwa 1,4 kg an reiner Muskelmasse verlieren können.
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