Bei welchen Krankheiten sind Leukozyten erhöht?
Erhöhte Leukozyten: Ursachen und Bedeutung eines erhöhten weißen Blutbildes
Ein erhöhter Leukozytenwert, auch Leukozytose genannt, ist ein häufiges Laborbefundes, der in vielen Fällen auf eine Erkrankung hinweist. Während eine leichte Erhöhung oft harmlos ist und auf banale Ursachen zurückzuführen ist, signalisieren stark erhöhte Werte meist einen ernstzunehmenden Krankheitszustand. Die Leukozyten, auch weiße Blutkörperchen genannt, sind ein essentieller Bestandteil unseres Immunsystems und kämpfen gegen Infektionen und Krankheiten. Eine erhöhte Anzahl deutet daher oft auf eine verstärkte Immunantwort hin.
Infektionen: Die häufigste Ursache
Die weitaus häufigste Ursache für erhöhte Leukozyten sind Infektionen. Hierbei differenziert sich die Reaktion je nach Erreger:
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Bakterielle Infektionen: Ausgelöst beispielsweise durch Streptokokken, Staphylokokken oder E. coli, führen sie meist zu einer deutlichen Erhöhung der neutrophilen Granulozyten, einer Untergruppe der Leukozyten. Dies zeigt sich oft bei Lungenentzündungen, Harnwegsinfekten, Mandelentzündungen oder Abszessen. Die Höhe des Anstiegs korreliert oft mit der Schwere der Infektion.
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Virale Infektionen: Bei viralen Infektionen wie Grippe oder Masern steigt die Anzahl der Lymphozyten, einer anderen Leukozyten-Untergruppe, an. Der Anstieg ist oft weniger drastisch als bei bakteriellen Infektionen.
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Parasitäre Infektionen: Parasitenbefall, etwa durch Würmer oder einzellige Parasiten, kann ebenfalls zu einer Leukozytose führen, oft mit einer Erhöhung der Eosinophilen, einer weiteren Untergruppe der Leukozyten.
Weitere Ursachen für erhöhte Leukozyten:
Neben Infektionen gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die zu einem erhöhten Leukozytenwert beitragen können:
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Entzündliche Erkrankungen: Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis oder Lupus erythematodes, aber auch entzündliche Darmerkrankungen (CED) können eine Leukozytose verursachen.
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Tumorerkrankungen: Leukämien, also bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, sind durch eine massive Vermehrung von Leukozyten gekennzeichnet. Auch andere Tumore können, durch Freisetzung von Zytokinen, die Leukozytenproduktion stimulieren.
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Gewebeschädigung: Herzinfarkt, Verbrennungen, Operationen oder Traumen können eine Leukozytose als Reaktion auf die Gewebeschädigung auslösen.
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Medikamentöse Einflüsse: Kortisonpräparate, aber auch manche andere Medikamente, können die Leukozytenzahl erhöhen.
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Physiologische Faktoren: Stress, Schwangerschaft, starke körperliche Anstrengung und Rauchen können ebenfalls zu einem vorübergehenden Anstieg der Leukozyten führen.
Wichtig: Ein erhöhter Leukozytenwert allein ist kein Diagnosemerkmal. Die Interpretation des Befundes erfordert die Berücksichtigung weiterer klinischer Symptome, der Anamnese des Patienten und weiterer Laboruntersuchungen, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Nur ein Arzt kann anhand des gesamten Befundbildes eine Diagnose stellen und die geeignete Therapie einleiten. Ein isolierter erhöhter Leukozytenwert sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden.
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