Welche Tiere sind Wirbeltiere und welche Wirbellose?

35 Aufrufe
Chordatiere mit innerer Wirbelsäule bilden die Wirbeltiere. Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere und Rundmäuler gehören zu dieser Gruppe. Wirbellose hingegen besitzen keine Wirbelsäule.
Kommentar 0 Gefällt mir

Wirbeltiere und Wirbellose: Eine umfassende Unterscheidung

In der Tierwelt gibt es zwei große Gruppen von Organismen: Wirbeltiere und Wirbellose. Diese Unterscheidung basiert auf der Anwesenheit oder Abwesenheit einer Wirbelsäule, einer knöchernen oder knorpeligen Stütze, die das Rückenmark schützt.

Wirbeltiere

Wirbeltiere, auch Chordatiere genannt, zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

  • Innere Wirbelsäule: Sie besitzen eine Wirbelsäule, die sich entlang der Rückenmarks verläuft und Schutz und Halt bietet.
  • Dorsales Zentralnervensystem: Das Nervensystem ist dorsal (auf dem Rücken) gelegen und bildet ein Röhrensystem.
  • Geschlossenes Kreislaufsystem: Das Blut zirkuliert in einem geschlossenen System von Blutgefäßen.
  • Endoskelett: Das Skelett besteht aus Knochen oder Knorpel und befindet sich innerhalb des Körpers.

Zu den Wirbeltieren gehören die folgenden Gruppen:

  • Fische: Wasserbewohnende Wirbeltiere mit Flossen zur Fortbewegung.
  • Amphibien: Lebewesen, die sowohl in Wasser als auch an Land leben können, mit Kiemen in der Larvenphase und Lungen im Erwachsenenalter.
  • Reptilien: Kaltblütige Wirbeltiere mit Schuppen oder Panzern.
  • Vögel: Warmblütige Wirbeltiere mit Federn und Flügeln.
  • Säugetiere: Warmblütige Wirbeltiere mit Fell und der Fähigkeit, ihre Jungen zu säugen.
  • Rundmäuler: Primitive, fischähnliche Wirbeltiere ohne Kiefer.

Wirbellose

Im Gegensatz zu Wirbeltieren besitzen Wirbellose keine Wirbelsäule und weisen eine große Vielfalt an Körperplänen auf. Ihre Merkmale umfassen:

  • Fehlende Wirbelsäule: Es fehlt ihnen eine knöcherne oder knorpelige Stütze, die das Rückenmark schützt.
  • Ventrales Nervensystem: Das Nervensystem befindet sich ventral (auf dem Bauch) und kann aus einem einfachen Netzwerk oder komplexeren Strukturen bestehen.
  • Offenes Kreislaufsystem: Bei vielen Wirbellosen zirkuliert das Blut in einem offenen System ohne Blutgefäße. Bei einigen Gruppen kann es jedoch auch ein geschlossenes Kreislaufsystem geben.
  • Exoskelett oder Hydrostatisches Skelett: Das Skelett besteht entweder aus einer äußeren Hülle (Exoskelett) oder aus einer mit Flüssigkeit gefüllten Körperhöhle (hydrostatisches Skelett).

Wirbellose bilden die überwältigende Mehrheit der Tierarten und umfassen eine breite Palette von Gruppen, darunter:

  • Arthropoden: Gliederfüßer mit einem Außenskelett, wie Insekten, Krebstiere und Spinnentiere.
  • Mollusken: Weichkörpertiere mit einer Schale, wie Schnecken, Muscheln und Tintenfische.
  • Würmer: Lange, schlanke Wirbellose mit einer segmentierten oder unsegmentierten Körperhöhle.
  • Stachelhäuter: Marine Wirbellose mit einem Kalkskelett, wie Seesterne, Seeigel und Seegurken.
  • Nesseltiere: Wirbellose mit Nesselzellen, wie Quallen, Polypen und Korallen.
  • Schwämme: Primitive wirbellose meeresbewohnende Organismen ohne erkennbare Organe.

Evolutionäre Bedeutung

Die Entwicklung der Wirbelsäule in Wirbeltieren war ein bedeutender Meilenstein in der Evolution. Sie bot Schutz für das empfindliche Nervensystem und ermöglichte die Entwicklung komplexerer Bewegungsmechanismen. Im Gegensatz dazu ermöglichte die Vielfalt der Körperpläne bei Wirbellosen die Besetzung einer Vielzahl von ökologischen Nischen und die Anpassung an verschiedene Lebensräume.

Durch die Unterscheidung zwischen Wirbeltieren und Wirbellosen können wir die immense Vielfalt und die faszinierende Evolution des Tierreichs verstehen.