Wann hört Kurzsichtigkeit auf, sich zu verschlechtern?

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Die Sehstärke stabilisiert sich meist im frühen Erwachsenenalter, zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr. Eine in der Kindheit begonnene Kurzsichtigkeit entwickelt sich danach in den meisten Fällen nicht weiter. Die Augen erreichen dann eine weitgehend unveränderte Sehfähigkeit.
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Wann hört die Kurzsichtigkeit auf, sich zu verschlechtern? Ein komplexes Bild

Die Frage, wann die Kurzsichtigkeit (Myopie) aufhört, sich zu verschlechtern, lässt sich nicht mit einer einfachen Zahl beantworten. Die gängige Aussage, die Sehstärke stabilisiert sich zwischen 18 und 21 Jahren, ist eine grobe Vereinfachung und trifft nicht auf alle Betroffenen zu. Die tatsächliche Entwicklung ist komplexer und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Die Rolle des Alters: Tatsächlich erreicht die Mehrzahl der Menschen mit Myopie ihre endgültige Sehstärke im frühen Erwachsenenalter, in der Regel zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr. In dieser Phase ist das Wachstum des Augapfels, welches die Hauptursache für die fortschreitende Kurzsichtigkeit ist, abgeschlossen. Eine bereits bestehende Kurzsichtigkeit verschlechtert sich danach in den meisten Fällen nicht mehr signifikant. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich die Sehstärke absolut nicht mehr verändern kann.

Individuelle Variabilität: Die große Variabilität unter Individuen ist ein wichtiger Aspekt. Während einige Personen bereits mit 16 Jahren ihre endgültige Sehstärke erreicht haben, kann bei anderen die Myopie bis ins späte 20. Lebensjahr oder in seltenen Fällen sogar noch länger fortschreiten. Genetische Faktoren, Lebensstil und Umweltbedingungen spielen hier eine entscheidende Rolle.

Einflussfaktoren: Folgende Faktoren beeinflussen das Fortschreiten der Myopie:

  • Genetik: Eine familiäre Vorbelastung mit hoher Kurzsichtigkeit erhöht das Risiko einer stärkeren und länger andauernden Verschlechterung.
  • Naharbeit: Lange Zeit vor Bildschirmen, Büchern oder anderen nahen Objekten wird oft mit einem erhöhten Myopie-Risiko in Verbindung gebracht. Ob dies jedoch kausal zusammenhängt oder lediglich korreliert, ist weiterhin Gegenstand der Forschung.
  • Außenaktivitäten: Studien deuten darauf hin, dass viel Zeit im Freien das Fortschreiten der Myopie verlangsamen kann. Die Hypothese besagt, dass das höhere Lichtniveau im Freien einen positiven Effekt auf die Augenentwicklung hat.
  • Ethnizität: Es gibt ethnische Unterschiede in der Prävalenz und dem Schweregrad der Myopie.
  • Allgemeine Gesundheit: Auch der allgemeine Gesundheitszustand kann indirekt Einfluss auf die Augenentwicklung haben.

Pathologische Myopie: Besondere Vorsicht ist bei der sogenannten pathologischen Myopie geboten. Hierbei handelt es sich um eine besonders starke Kurzsichtigkeit, die auch im Erwachsenenalter noch fortschreiten kann und mit einem erhöhten Risiko für Augenerkrankungen wie Netzhautablösung, Glaukom und Makuladegeneration einhergeht. Eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle ist in diesen Fällen unerlässlich.

Fazit: Obwohl die Sehstärke bei den meisten Menschen im frühen Erwachsenenalter stabil wird, gibt es keine Garantie dafür. Eine individuelle Beratung beim Augenarzt ist wichtig, um das Fortschreiten der Myopie zu beurteilen und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zur Verlangsamung oder Prävention zu besprechen. Die Aussage "zwischen 18 und 21 Jahren" sollte daher als Richtwert verstanden werden und nicht als absolute Gewissheit.